Freunde sind wichtig. Man kann sogar sagen, es ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Bei der Maslowschen Bedürfnispyramide stehen soziale Bedürfnisse wie Zugehörigkeitsgefühl, Freundschaft an dritter Stelle. Bereits im Kindesalter beginnt die Suche nach Freunden.
„Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern“ schrieb Aristoteles. Hans Albers und Heinz Rühmann sangen: „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.“
Freunde tun gut. Freunde steigern das Wohlbefinden. Wer funktionierende soziale Bindungen hat verringert gesundheitliche Risiken.
Wer gute Freunde hat, scheint auch einen anderen Blick auf das Leben zu haben.
Während zu meiner Kind- und Jugendzeit Freundschaft etwas ganz persönliches und von freier Entscheidung bestimmt war, hat sich der Bergriff inzwischen inflationär entwickelt. Mitglieder von Service-Clubs bezeichnen sich untereinander als Freunde, wir kennen Sportsfreunde, in den sozialen Netzwerken werden Follower als „virtuelle“ Freunde bezeichnet und last but not least bezeichnen wir unsere engsten Vertrauten als Freunde. Sind das alles wirklich Freunde.
Der Duden definiert Freundschaft „als eine auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, dass sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet“.
Maiers großes Konversationslexikon von 1907 bezeichnet Freundschaft als „ das auf gegenseitiger Wertschätzung beruhende und von gegenseitigem Vertrauen getragene freigewählte gesellige Verhältnis zwischen Gleichstehenden.“
Der Soziologe Ferdinand Tönnies weist auf den Punkt der Gleichheit als Basis für Freundschaft hin. Der beste Ort für Freundschaft ist die Arbeitswelt. Freundschaft ist laut Tönnies „mentaler Natur und beruht auf Zufall oder freier Wahl. Freundschaft sei als „Gemeinschaft des Geistes“ kategorisiert.
Bis ins 16. und 17. Jahrhundert wurde sprachlich nicht zwischen Freundschaft und Verwandtschaft unterschieden. Das Wort „Freund“ steht für „Vertrauter – jemandem innerlich verbundenem Menschen“.
Diese Definitionen zeigen, dass Freundschaft sehr weit gefasst ist und sogar auf soziale Medien angewandt werden kann.
Für mich ist Freundschaft etwas ganz besonderes. Freundschaft bedeutet für mich absolutes Vertrauen durch Offenheit und Ehrlichkeit, gegenseitiger Respekt und Zuneigung, sich auf einander verlassen können, sich in allen Lebenslagen auf einander verlassen können, Freundschaft basiert auf dem Prinzip der Reziprozität oder wie es in der Bibel heißt „wer gibt dem wird gegeben“
Wahre Freunde gibt es wenige.