Ottensen – Das kleine Paris an der Elbe

So steht es auf der Hamburg Homepage geschrieben.

Einst war Ottensen ein bedeutender Industriestandort. Heute ist es ein begehrter, lebendiger und multi-kultureller Stadtteil. Der Mix aus alter Industriearchtektur, Gründerzeithäusern, Elbe, Villen, viel Grün und nicht zu vergessen die zahlreichen gastronomischen Einrichtungen macht diesen Stadtteil anziehend und beliebt.

Ottensens Geschichte geht zurück bis zum Fränkischen Reich. Zeitgleich mit der Hammaburg siedelten sich im 9. Jahrhundert hier die ersten Menschen an.

„Unangepasst und kreativ“

so beschreibt die Journalistin und Schriftstellerin Dörte Hansen den Großstadtteil und seine Bewohner in ihrem verfilmten Roman „Altes Land“.

Das Alte Land kenne ich. In Ottensen, obwohl aus Hamburg stammend, war ich bisher noch nicht. Das muß sich ändern! Also steige ich in den ICE und werde nach zweistündiger Fahrt direkt ins quirlige Ottensener Leben gespült. Gleich gegenüber des Altonaer Bahnhofs beginnt die Ottensener Hauptstraße und meine Entdeckungstour.

In den Straßen-Cafès läßt sich das Leben an einem sonnigen Tag sehr gut genießen.

Nach wenigen Schritten treffe ich an der Ecke Ottensener Hauptstraße/Spritzenplatz auf Müllers über die Kiez-Grenzen hinaus bekannte Raucher-Kneipe selben Namens. Gleich gegenüber begrüßt der Ottensener Torbogen von Doris Waschk-Balz die Flanierenden.

Um die Ecke entdecke ich den Spritzenplatz. Zusammen mit dem Alma-Wartenberg-Platz und dem Kemal-Altun-Platz bildet der Spritzenplatz das Zentrum von Ottensen. 4 x wöchtenlich lädt hier der kleinste Marktplatz Altonas die Ottensener Hausfrauen und -männer zum Einkauf frischer Lebensmittel aus der Region ein. Das komplette Warenangebot eines traditionellen Wochenmarkts macht ihn zu einem der schönsten Märkte Hamburgs.

Ich schlendere die Bahrenfelder Straße entlang vorbei an Gründerzeithäusern bis zum Alma-Wartenberg-Platz. Alma Wartenberg, 1871 in Ottensen geboren, ist eine wichtige Person für die proletarische Frauenbewegung in Deutschland. Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Alma als einziges weibliches Mitglied in den Provinziallandtag Schleswig-Holstein gewählt (Zur Erinnerung: Erst mit dem Großhamburg-Gesetz 1937 wurde Altona und damit auch Ottensen mit Hamburg vereinigt).

Unter den Schatten spendenden Bäumen treffen sich die Kiezer zum Klönschnack.

Schräg gegenüber grüßen die Zeise Hallen.

Zeise Hallen

In den 1869 von Theodor Zeise errichteten Hallen wurden über mehr als 100 Jahre Schiffsschrauben hergestellt und in die ganze Welt exportiert. Seit 1993 sind in den Hallen die sogenannten Zeise-Kinos untergebracht. Ferner laden Restaurants, Buchverlage, Galerien sowie das Institut für Theater und Film der Uni Hamburg zum Verweilen ein.

Ich habe jedoch noch keine Zeit fürs Verweilen. Daher schlendere ich mit einem letzten Blick auf das Areal der Zeise Hallen die Bergiusstraße entlang und treffe auf den

Zur industriellen Hochzeit Ottensens wurden auf dem Areal unter anderem Kräne und Bagger hergestellt. Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts mußte die Firma aufgeben und die Gebäude wurden abgerissen. Über einen längeren Zeitraum lag diese Fläche brach. Dank des Engagements der Einwohner entstand ein Quartierspark, der von den unterschiedlichen Einwohnergruppen intensiv genutzt wird. Ich sehe dem begeisterten Treiben der Kinder und Jugendlichen bei der Nutzung der verschiedenen Spielmöglichkeiten zu. Hierzu zählen z. B. ein Spielplatz mit zahlreichen Geräten, ein Bolzplatz und ein Bauspielplatz. Im Sommer finden hier Open-Air-Veranstaltungen statt.

Kemal Altun war türkischer Asylbewerber. Leider wurde sein Asylantrag abgelehnt. 1983 beging Kemal Altun während seines Gerichtsprozeses Zuizid. Erst 2012 erhielt der Platz auf Druck der Bevölkerung seinen heutigen Namen.

Gleich anschließend öffnet sich auf dem Dreieck der Großen Brunnenstraße, Eulenstraße und Bei der Reitbahn ein weiterer Platz mit einem Eis-Pavilion, umgeben von hübschen Gründerzeithäusern. An der Ecke zur Eulenstraße befindet sich das Areal der St. Marienkirche.

Ich biege ein in die Eulenstraße, die mich zur Motte führt. In die ehemalige Ottensener Schokoladenfabrik zog Mitte der 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts der „Verein für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit“ ein.

Die MOTTE ist bunt und vielfältig. Leben und Inklusion, Unterstützung und Kreativität werden hier großgeschrieben.

so steht es auf der Homepage des Vereins geschrieben.

Weiter geht es entlang der Eulenstraße.

Damit schließe ich für heute und empfehle einen Besuch im Ottensener Kiez.

Weitere Informationen über Ottensen findet ihr hier!

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Die Informationen in diesem Bericht stammen von der Homepage der Stadt Hamburg sowie den Seiten der beschriebenen Einrichtungen.