Auf den Spuren Martin Luthers

„Die Wittenberger leben am Rande der Zivilisation; wenn sie etwas weiterhin sich angesiedelt hätten, wären sie mitten in die Barbarei gekommen“

Widipedia

Derartig abfällig äußerte sich Martin Luther als er von Erfurt nach Wittenberg umzog, um sein Theologiestudium fortzusetzten.

Aus eigener Inaugenscheinnahme kann ich bestätigen, dass diese Aussage heute in keinster Weise mehr gültig ist. Wittenberg liegt mitten in der Zivilisation und macht auf mich einen lebendigen Eindruck mit Menschen, die sich der Bedeutung dieser Stadt bewußt und stolz darauf sind.

Mein Rundgang führt mich zunächst zur Tourist-Information am Schlossplatz. Ausgerüst mit einem Stadtplan und einem Audiogerät begebe ich auf Luthers Spuren, die überall sichtbar sind.

Schlosskirche „Allerheiligen“

Gleich gegenüber der Tourist-Info steht die 1503 geweihte Schlosskirche, auch Kirche der Reformation genannt. Mit den von Luther am 31. Oktober 1517 an die Kirchentür angeschlagenen 95 Thesen nahm die Reformation ihren Anfang.

Baulich ist die Kirche mit dem Schloss verbunden und bildet den nördlichen Seitenflügel.

Auf dem Weg zum Marktplatz mit Rathaus und Denkmälern von Luther und Melanchthon komme ich an verschiedenen sehenswerten historischen Gebäuden vorbei.

Cranach-Haus

Am Ende der Schloss-Straße treffe ich auf der rechten Seite auf das Cranach-Haus. Hier lebte und wirkte Lucas Cranach der Ältere. Zusammen mit Christian Döring betrieb er eine Druckerei, in der unter anderem Luthers Bibelübersetzung gedruckt wurde. Im Vorderhaus, das ehemalige Wohnhaus der Familie Cranach, laden 21 individuell ausgestattete Zimmer der Cranach-Herberge zum Verweilen ein.

Markt und Rathaus

Der Marktplatz, bebaut um 1535, mit seinem Kofpsteinpflaster und den restaurierten Renaissance-Häusern begeistert mich. Dies gilt insbesondere für das 1534 im spätgotischen Stil festiggestellte Rathaus.

Auf dem Weg zum Lutherhaus lass ich verschiedene Gebäude und deren Geschichten auf mich wirken.

Lutherhaus

Das Lutherhaus wurde 1504 als Augustinerkloster erbaut. Auch Luther lebte hier ab 1508 als Mönch. Im Rahmen der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und Luther erhielt das Haus übereignet. Das 1580 errichtete Vorderhaus wurde in Erinnerung an August I von Sachsen als Augusteum bezeichnet.

Die Dauerausstellung „Martin Luther – Leben, Werk, Wirkung“ ist meines Eindrucks nach ein absolutes Muss. Normalerweise verliere ich relativ schnell das Interesse an Ausstellungen. Dies war in diesem Fall jedoch nicht der Fall.

Das nachfolgende Zitat beschreibt die Ausstellung voll umfänglich.

„Die Dauerausstellung „Martin Luther – Leben, Werk & Wirkung“ stellt anschaulich dar, wie Luther lebte und wie sein Wirken die Welt veränderte. Zu den Exponaten gehören Luthers Mönchskutte, die 10-Gebote-Tafel von Lucas Cranach, Luthers Bibel sowie Handschriften und Medaillen. Die original erhaltene Lutherstube erinnert an die berühmten Tischgespräche des Reformators, die er mit seinen Weggefährten sowie seiner Frau Katharina von Bora hier hielt. Im beeindruckenden Großen Hörsaal finden Sie spannende zeitgenössische Exponate aus der Reformationszeit. „

https://lutherstadt-wittenberg.de/sehen-entdecken/sehenswuerdigkeiten/lutherhaus

An dieser Stelle seien mir einige Ausführungen zu Martin Luther und seiner Familie gestattet. Luther wurde 1483 in Eisleben geboren und starb 1546 ebenda. 1525 heiratete er 42 jährig die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Das Paar hatte 6 Kinder. Ferner lebten im Haushalt einige Studenten und wurden von Katharina versorgt. Um dies zu bewerkstelligen baute sie in ihrem Garten Obst und Gemüse an.
In dem Zusammenhang ist eine Textpassage des Museums interessant:

„Nach biblischem Vorbild ist für ihn (Martin Luther) das Haus der unbestreitbare Herrschaftsbereich der Frau. Dahinter steht eine Vorstellung von der Gleichberechtigung der Eheparnter, die sich grundsätzlich von modernen Auffassungen unterscheidet: Jeder hat in seinem Bereich die gleichen Rechte. Die Frau verantwortet die Familie und den Haushalt nach innen, der Mann nach außen. Katharinas Wirken öffnet Luther aber die Augen für viele Altagsprobleme, die in ähnlicher Weise auch seine Wittenberger Gemeinde betreffen. Durch sie wird Luther gefordert, seine theologischen Erkenntnisse auf alltägliche Erfahrungen anzuwenden“

Erläuterungstafel in der Dauerausstellung „Martin Luther – Leben, Werk & Wirkung“

Nach diesem kurzen Ausflug in das Leben der Familie Luther zurück zu einigen Impressionen des Hauses und der Ausstellung.

Stadtkirche St. Marien – Mutterkirche der Reformation

1187 erstmals erwähnt ist es das älteste Gebäude Wittenbergs. Hier predigten Martin Luther und Johannes Bugenhagen. 1521 fand hier die erste in deutscher Sprache gehaltene Heilige Messe sowie das erste Abendmahl mit Brot und Wein statt. Hier gaben sich Katharina von Bora und Martin Luther das Ja-Wort.

In der mir zur Verfügung stehenden Zeit habe ich eine Menge gesehen und gelernt. Trotzdem ist noch Einiges für einen nächsten Besuch übrig geblieben.

Ich bitte um Nachsicht dafür, dass dieser Reisebericht etwas länger als bisher ausgsefallen ist. Es gab halt viel zu fotografieren.
Wie immer lassen sich die Fotos durch anklicken vergrößern. Für meine Texte wurde ich durch offizielle Seiten der verschieden Einrichtungen und der Stadt sowie Wikipedia inspiriert

Spaziergang am 1. Advent

Der Tag begann wie die vorgehenden. Grau in Grau, so richtig auf die Stimmung drückend. Die richtige Atmoshpäre für so schwere Herausforderungen wie juristische Fragen. Offensichtlich war ich sehr fleißig denn gegen Mittag belohnte mich Klara die sich durch die grauen Wolken kämpfte und die Welt farbig anmalte.

Ich entschied mich, die Sachen wegzuräumen, mich winterfest anzuziehen und hinaus in das Leben zu gehen. Entlang ging es an der U-Bahnlinie 5 vom Kienberg bis nach Hönow und wieder zurück (auf einem anderen Weg).

Nachfolgend einige Schnappschüsse von der Tour:

Rönneburg – dörfliche Idylle im Süden Hamburgs

Immer häufiger zieht es mich nach Hamburg und zu den Wohngegenden meiner Jugendzeit. So schnappte ich mir vor Kurzem meinen Fotorucksack, fuhr mit dem ICE, vorschriftsmäßig mit Mund-und Nasenschutz, nach Hamburg-Harburg zu einem Rundgang durch Rönneburg.

Der kleine Stadtteil, an der Grenze zu Niedersachsen gelegen, überzeugt mit viel Natur und ländlicher Ruhe. Dieses besondere Ambiente genießen rund 3.000 Einwohner.

Vor rund 60 Jahren lebten meine Eltern mit mir in dieser Idylle. Hier ging ich zur Grundschule, rodelte den Burgberg hinunter und versuchte mich im Schlittschuh laufen auf dem zugefrorenen Teich im Brinckmannschen Park.

Die Burg Runneborge wurde erstmalig 1233 urkundlich erwähnt. Der Name stammt von einem kleinen Bach am Fuße der Burg, genannt Rönne, mit der Bedeutung Rinnsal. Die Rönneburg diente der Kontrolle der Elbmarsch und um einfallende Wikingerhorden frühzeitig zu entdecken.

Der Burgberg, 45 m hoch, ist noch heute inmitten des Ortes erkennbar (siehe Bild oben). Die Kuppe ist zu einer 80 m langen und 34 m breiten Plattform geebnet worden.

Als kleiner Steppke zog ich im Winter mit meinen Freunden zum Burgberg und wir sind den Hang des Burgberges hinunter gerodelt. Damals lag noch Schnee, das ist diese weiße Masse aus gefrorenem Wasser.

Am Fuße des prägenden Burgbergs findet man historische Fachwerkhäuser, teilweise Reet gedeckt. Die verschlungenen Straßen sind kopfsteingepflastert. In dieser dörflichen Idylle lässt sich sehr gut leben.

Am Fuße des Burgbergs befindet sich auch die historische Gaststätte „Rönneburger Park“, in der meine Eltern so manche Familienfeier gehabt haben.

Unweit des Burgberges erstreckt sich entlang des Wildheckgrabens ein kleines Wäldchen.

Voller aufgefrischter Erinnerung beende ich meinen Rundgang in die Vergangenheit. Ein Wehrmutstropfen bleibt. Meine alte Grundschule in einem Fachwerkhaus habe ich nicht mehr finden können.

Fotos: ROG

Auf der Suche nach dem Frohnauer Waldsee

Was macht man als gestresster Berliner bei wunderschönem Wetter? Man fährt ins Grüne – und so mache ich mich Ende Mai auf zur Gartenstadt Frohnau. Frohnau wurde zwischen 1908 und 1910 von der Berliner Terrain-Centrale, die vom oberschlesischen Fürsten Guido Henckel von Donnersmark initiiert wurde, rund um das neue Bahnhofsgebäude der Berliner Vorortbahn angelegt.

Ich starte am besagten Bahnhofsgebäude zwischen dem Ludolflinger und Zeltinger Platz mit dem Ziel des 1908 angelegten Ludwig-Lesser-Parks.

Weiter geht es vorbei am Sportplatz an der Schönfließer Straße und der Reit- und Springschule entlang der S-Bahn-Strecke zum Mauerweg.

Kurz vor der Landesgrenze zu Brandenburg überquere ich die Oranienburger Chausssee und folge der Utestraße und damit dem ehemaligen Mauerweg. vorbei an einer Gedenktafel für die Opfer der Mauer und dem ehemaligen Grenzzentrum Hohen-Neuendorf.

Bevor ich dann fast im märkischen Sand versinke.

Nach gut zwei Stunden und 8 km kehre ich im Restaurant „Rabenhorst“ am Frohnauer Pilz zur wohlverdienten Rast ein. Es war eine schöne, durch das Wetter begünstigte Tour. Nur den Frohnauer Waldsee habe ich verpasst. Anlass genug, es nochmal zu versuchen.

Friedenau – Ein Spaziergang durch einen verträumten Ortsteil

Angeregt durch einen Bericht im RBB schnappte ich mir vor einigen Wochen meinen Fotorucksack und machte ich mich auf den Weg nach Friedenau. Der verhältnismäßig zentral gelegene Ortsteil Friedenau ist der jüngste und kleinste Ortsteil Berlins und zugleich der dichtbesiedeltste. Zur Zeit der Reichsgründung wurde hier „auf der berühmten grünen Wiese“ ein neuer Stadtteil geplant und errichtet. Die Grundbesitzer waren verpflichtet, Stadtvillen als bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Ein Teil dieser Stadtvillen sind erhalten geblieben. Ende des 19. Jahrhunderts gab es aufgrund der rasch wachsenden Einwohnerzahl Wohnungsnot (wie sich die Zeiten ähneln). Die Stadtvillen wurden teilweise abgerissen und ersetzt durch 5-geschossige Wohnhäuser.

Noch heute prägt die Mischung von einfachen Landhäusern und mehrgeschossigen Mietshäusern das Bild dieses Ortsteils und verleiht ihm ein ganz besonderes Flair.

Friedenau entwickelte sich aufgrund der zentrumsnahen Lage schnell zu einem bevorzugten Wohnort von Künstlern, Schriftstellern, Schauspielern, Musikern aber auch von Politikern.

Ich starte meinen Rundgang am Varziner Platz auf der Südseite der S-Bahn-Station. Dieser Platz wurde nach dem Ort Varzin in Ostpreußen benannt, in dem der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck ein Rittergut besaß.

Ich konzentriere mich auf das Dreieck mit der S-Bahn im Norden, der Bundesallee im Westen und der Haupt- bzw. Rheinstraße im Osten.

Durch das Wagnerviertel (daher auch der Name „Brünnhildstraße) schlendere ich zum Cosimaplatz, benannt nach der Ehefrau von Richard Wagner. Auf dem umliegenden Gelände befand sich bis 1904 eine 500 m lange Radrennbahn aus Zement.

Sarazinstraße

Das Corps Teutonia, gegründet 1870, war eine Berliner Studentenverbindung im Weinheimer Senioren-Convent. Im Corps Teutonia konnte jeder immatrikulierte Student einer Berliner Hochschule aktiv werden, unabhängig von seiner Herkunft, Religion, Weltanschauung oder Staatsangehörigkeit.
Die Prinzipien des pflichtschlagenden Corps Teutonia waren das Toleranzprinzip, Leistungsprinzip und Gesellschaftsprinzip. Der Wahlspruch des Corps war „amico pectus, hosti frontem“ (dem Freund die Brust, dem Feind die Stirn).

In der Albestraße, benannt nach dem Nebenfluss der Saar, lebten unter anderem der Komponist und Dirgent Max Bruch sowie der Schauspieler Max Schreck (Nosferatu).

Die Handjerystraße, benannt nach Nicolaus Prinz Handjery (Preußischer Politiker) bildet zusammen mit der Stubenrauchstraße die für Friedenaus Staßenstruktur typische U-Form der Carstenn-Figur. In der Handjerystraße 2 stürzte während der Luftbrücke ein „Rosinenbomber“ ab.

Die Friedich-Bergius-Schule am Perelsplatz, benannt nach dem Chemiker Friedrich-Bergius, ist heute eine integrierte Sekundarschule. Der repräsentative und historisierende Bau (Grundsteinlegung 1901, Einweihung 1903) weist sowohl Anklänge an die beginnende Moderne wie auch Reminiszenzen an die Renaissance auf und ist reich mit Skulpturen versehen. Trotz einiger Schäden im Zweiten Weltkrieg sind wesentliche Ausstattungsdetails erhalten geblieben. Die Schule ist die älteste Lehranstalt Friedenaus und wird als Denkmal geführt.

Der Perelsplatz ist benannt nach Justus Julius Perels, Justiziar der Bekennenden Kirche, der im April 1945 von der Gestapo erschossen wurde.

Der Renée-Sintenis-Platz liegt mitten in Friedenau und erinnert seit 1967 an die gleichnamige Bildhauerin, Medailleurin und Grafikerin (1888 – 1965), die in Berlin lebte und wirkte. Sie schuf vor allem kleinformatige Tierplastiken, weibliche Aktfiguren, Porträts (Zeichnungen und Skulpturen) sowie Sportstatuetten. Von ihr stammt auch das bronzene „Grasende Fohlen“, seit 1929 auf „ihrem“ Platz aufgestellt. Das Folen braucht sich um sein Futter keine Gedanken zu machen. Regelmäßig kommen die Kinder der Umgebung und sorgen für ausreichend frisches Gras.

Kirche zum Guten Hirten auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz

Die evangelische Kirche „Zum Guten Hirten“ wurde zwischen 1891 und 1893 im neugotischen Stil errichtet und bietet 940 Personen Platz. Der Friedrich-Wilhelm-Platz bildet das topographische Zentrum Friedenaus und wurde nach dem Deutschen Kaiser Friedrich II beannnt.

Dankbar bin ich dem Internet und insbes. Wikipedia für all die hier verarbeiteten klugen Informationen.

Strahlende Kinderaugen

Anlässlich des diesjährigen Weltkindertages luden wir, d.h. der Kiwanis Club Frankfurt (Oder) und der Kiwanis Club „Adsum“ aus Zielona Gora jeweils 20 Kinder aus deutschen und polnischen Familien in den MitMachPark IRRLANDIA bei Storkow ein.

Kaum angekommen waren die Jungs und Deerns nach einem schnellen Frühstück und einem Informationsrundgang auf nicht so baldiges Wiedersehen entschwunden. Erst als der Hunger sich bemerkbar machte tauchten sie für schnelle Spagetti mit Tomatensauce kurz auf.

Der MitMachPark mit hohem Attraktionswert begann sein Wachstum in 1999 und hat sich mit großen und kleinen Attraktionen zu einem ansehnlichen Erlebnispark mit Hopsburg, Schiffsschaukel und Rollenrutsche, Wasserballett aus Rasensprengern, Schläuchen und Gießkannen, Murmelbahn mit Tücken, Fallen und Klappen sowie vielem anderem gemausert.

Seit über 10 Jahren organisieren wir vom Kiwanisclub in Frankfurt ( Oder) zuammen mit unserem polnischen Partnerclub zweimal jährlich den Deutsch-Polnischen Kinder-Kulturtag, bei dem Kinder aus deutschen und polnischen Familien sich gegenseitig und die jeweils andere Kultur kennenlernen.

Ach ja. Als es Zeit für die Heimreise war waren alle wieder glücklich und voller neuer Eindrücke zurück. Mit einem Geschenk der jeweils anderen Seite ging zurück nach Hause.

Foto: ROG

Der morgendliche Horror

Im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr in Berlin zu fahren ist ein besonderes Erlebnis. Die Bahnen sind per se voll. Ausfallende Bahnen potenzieren die Fülle und dann gibt es noch die Fahrradfahrer. Egal wie voll der Waggon  bereits ist, das Fahrrad muß ohne Rücksicht auf Verluste noch rein.

Wir stehen wie die Ölsardinen im Waggon. Von hinten presst sich ein übergroßer Busen einer fülligen Dame in meinen Rücken. Von vorn schmiegt sich ein dicker Bauch eines etwas unschön riechenden Mannes an mich. Neben mir wird noch schnell ein wenig appetitlich riechender Döner verspeist. Die Sauce kleckert auf meinen Ärmel. Auf der anderen Seite versucht eine junge Dame eine Tageszeitung zu lesen und presst mir ihren Ellenbogen in die Seite.

In solcher Situation vergeht einem schon mal die Lust am öffentlichen Personen-nahverker.

Was ist die Alternative?

Mit dem Auto oder dem Fahrrad? Vielleicht auch keine so gute Idee. Im Auto stehe ich im Stau und brauche endlos lange, mein Ziel zu erreichen. Mit dem Fahrrad ist ebenfalls keine Alternative. Viel zu gefährlich im berliner Straßenverkehr.

Was dann?

Am besten zu Hause bleiben und sich einmal genüßlich im Bett umdrehen.

In dem Sinne wünsche ich eine stressfreie Wochen.

Macht Hitze aggressiv?

Dieser Tage war ich mal wieder mit dem Auto unterwegs. Ich genoss die Kühle der Klimaanlage und erfreute mich an stürmischen Autofahrern, die mich und andere Verkehrsteilnehmer sportlich überholten, um dann an der nächsten roten Ampel brav auf den nachfolgenden Verkehr zu warten. Ungeduldig machten sie durch langgezogenes hupen auf sich aufmerksam und bedeuteten den vor ihnen stehenden Fahrzeugen klar, dass sie sich gefälligst zu beeilen hätten.

In diesen Momenten ging mir die Frage durch den Kopf, ob Hitze aggressiv machen kann. Ein Blick ins Internet hilft.

Ein Artikel der Apotheken Umschau vom 24. Juli 2015 ging tatsächlich dieser Frage nach (https://www.apotheken-umschau.de/Psyche/Macht-Hitze-aggressiv-494575.html). Gemäß Prof. Andreas Zick vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld „Erhöht Hitze das Erregungsniveau“. Hitze kann verschiede Gefühle auslösen. Der ein freut sich über die Wärme und die Möglichkeit, sich im Freibad oder an einem Badesee abzukühlen und den Sommer zu genießen. Für andere sind hohe Temperaturen belastbar und sie bleiben lieber zu Hause in den eigenen vier Wänden. Der Dritte reagiert tatsächlich gereizter als sonst und kann auch zur Aggressivität neigen.

Anderen Studien zufolge, so die Apotheken Umschau, sinkt das Erregungsniveau wieder bei Temperaturen deutlich über 30 Grad.

Spannend finde ich auch die Frage, wie sich die allgemeine Erwärmung auf unser Erregungsniveau auswirken wird. Wird sich dieses erhöhen oder gewöhnen wir uns allmählich an die veränderten Temperatuten und übernehmen mehr und mehr das Lebensgefühl der Südländer.