Es dampft wieder in Berlin-Schöneweide

Die Mitglieder des DampflokfreundeBerlin e.V. veranstalten seit Jahren zweimal jährlich ein Dampflok-Fest. Junge und alte Dampfbegeisterte von Nah und Fern lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, Dampf zu schnuppern und Dampffahrten mitzumachen .

Auch ich konnte wieder mal nicht widerstehen und war am gestrigen Samstag bei schönem spätsommerlichen Wetter dabei.

Baureihe 52 der Deutschen Reichsbahn ist die bekannteste Kriegslok

Ich freue mich schon auf das Frühlingsfest im kommenden Jahr.

© Ralf-Otto Gogolinski

Warum in die Ferne schweifen?

dachte ich mir an einem spätsommerlichen Sonntag und unternehme einen Streifzug durch das

Mercedes-Benz-Quartier.

In den letzten 15 Jahren entstand zwischen dem Ostbahnhof im Westen, der East-Side-Galerie im Süden und der Warschauer Straße im Osten ein neues Quartier. Zentrum bildet die Mercedes-Benz-Arena am Mercedes-Benz-Platz.

Das Mercedes-Benz Quartier ist weit mehr als nur ein Ort zum Arbeiten und Wohnen. Es ist ein Mikrokosmos, der die Vision einer umweltfreundlichen und vernetzten Stadt zum Leben erweckt. Das Quartier wurde von Grund auf so gestaltet, dass es die Bedürfnisse seiner Bewohner und Besucher erfüllt, ohne die Umwelt zu belasten. Dies spiegelt sich in der Architektur und den nachhaltigen Bauweisen wider, die für das Projekt gewählt wurden.

Ehemaliger Postbahnhof

Im westlichen Teil des Areals befinden sich restliche Gebäude des ehemaligen Postbahnhofs. Von 1907 bis Ende des Zweiten Weltkriegs war der Postbahnhof am Ostbahnhof ein wichtiger Knotenpunkt des preußischen Bahnpostverkehrs. In den letzten Jahren wurde er zu einem vielfältigen Veranstaltungsort umgebaut.

Auf dem historischen Bahngelände wird in den denkmalgeschützten Gebäuden ein Unternehmenscampus realisiert.

Dank an Wikipedia sowie an ChatGPT für die „Mitwirkung“ meiner Texte.

Ruhiges Wohnen an einem historischen Ort!

Es ist Pfingsten. Die Sonne strahlt von einem kaiserblauen Himmel herab. Viel zu schade, zu Hause zu hocken. Aber wohin? Da fällt mir ein, von einem besonderen Ort im Südwesten Berlins gelesen zu haben. Diesen schau ich mir mal an.

Ende der 1930er Jahre beschließt der Chef der Uniformierten mit dem Totenkopf an der Mütze sein Führungspersonal mit einer geschlossenen Siedlung im Grunewald in der Nähe des Sees Krumme Lanke zu versorgen. Gedacht – getan. Zwischen 1938 und 1940 wurde eine SS-Kameradschaft-Siedlung errichtet.

„Ziel der SS war es, den Gedanken von „Blut und Boden“ durch die Sesshaftmachung wertvoller SS- Familien“ und die Ideologie der elitären Gemeinschaft architektonisch zu verwirklichen.“

Historische Information am Eingang zu Siedlung an der Ecke Argentinische Straße / Teschener Weg.

An der Größe des Hauses sowie der Ausstattung war der Dienstgrad des Bewohners abzulesen. Je größer und konfortabler desto höher der Dienstgrad.

Die Bewohner hatten jedoch nicht lange etwas von ihrer elitären Behausung. Mit Kriegsende waren die Häuser komplett leer gezogen und die „wertvollen Familien“in alle Richtungen verweht. Die verlassenen Häuser wurden danach bevorzugt Verfolgten, Widerstandskämpfern- und kämpferinnen sowie Flüchtlingen angeboten.

1992 hat das Land Berlin die Siedlung wegen des „historischen Zeugniswertes“ unter Denkmalschutz gestellt.

Eingangstor zur Siedlung
Informationstafel

Die hier verwendeten Zitate entstammen der Info-Tafel am Eingang zur Siedlung.

Flughafen Tempelhof

Wer kennt ihn nicht? Hier landeten und starteten 1948 / 1949 die berühmten Rosinenbomber und sicherten so die Versorgung der rund 2 Mio. Einwohner West-Berlins (Luftbrücke).

Das graue Winterwetter ist nicht sehr motivierend. Was tun? Ich entscheide mich für eine Führung durch die Gemäuer des Flughafens und mache mich auf den Weg.

Das Tempelhofer Feld verfügt über eine lange militärische Tradition. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ hier Friedrich-Wilhelm I, der Soldatenkönig, seine Truppen paradieren. Im 19. Jahrhundert diente das Feld als Exerzierplatz. Um die Jahrhundertwende begannen hier die ersten Flugversuche bzw. Flugübungen. 1923 eröffnete der Flughafen Tempelhof, zunächst „Flughafen Tempelhofer Feld“ genannt.

Dieser überschaubare provinzielle Feldfughafen entsprach in den 30er Jahren nicht mehr den Ansprüchen der Herrscher. Es mußte ein bedeutenderes und wuchtigeres Bauwerk her. Dieses wurde in „Weltrekord verdächtiger“ Zeit von 5 Jahren zwischen 1936 und 1941 unvollendet errichtet. Die gesamte Anlage des Flughafen ist auf Karl Wilhelm Schinkels Kreuzbergdenkmal von 1821 ausgerichtet.

Erläuterungen zur Architektur findet Ihr hier.

Dies bedeutete jedoch nicht, dass dann Passagiere im Gebäude abgefertigt wurden und Flugzeuge abhoben. Dafür begann in den Hangars ab 1941 die Herstellung von Sturzkampf-Flugzeugen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten die Amerikanern, die hier stationiert waren, den Flughafen weitgehend fertig.

Der reguläre zivile Flugbetrieb wurde erstmals 1951 aufgenommen.

Empfangshalle mit Vorplatz als Parkplatz genutzt.
Alter Reichsadlerkopf vom Dach des Empfangsgebäudes. Die Amerikaner entführten den Kopf in die Staaten. Heute steht er auf dem „Eagle Square“ genannten Teil des Vorplatzes vor dem Empfangsgebäude.

Soldaten haben während des Dienstes viel ungenutzte Zeit. also bauten die Amerikaner kurzerhand eine Bowlingbahn, eine Bar sowie ein Basketballplatz.

Bei Temperaturen nahe des Gefrierpunktes geht es nach draußen.

In der Unterwelt befinden sich Luftschutzräume und auch die Gepäckabfertigung.

Luftbrückendenkmal (im Volksmund „Hungerharke“ genannt) von 1951. Die drei Zacken stehen für die drei Luftkorridore.

Es war ein sehr interesssanter und kurzweiliger Sonntagnachmittag. Es wird nicht der letzte Besuch bleiben.

Vielen Dank an die Homepages des THF sowie des Alliertenmuseums für die hier verarbeiteten Informationen.

Ungeplante Stadionführung

Mit herrlichem Sonnenschein und frostigen Temperaturen verwöhnt uns das Berliner Wetter. Viel zu schade; um am Schreitisch zu hocken und Zahlenkolonnen auszuhaken. Also rein in die Winterkleidung und ins Abenteuer gestürzt. In der S5 ist es warm und ich lasse mich entspannt westwärts treiben. Die Stadt mit ihren Häusern und Menschen ziehen am Fenster vorbei. Ein Ziel habe ich nicht. Lasse mich überraschen.

Am Olympiastadion ist Endstation. Und nun? Wenn ich schon mal hier bin kann ich ja mal rüber gehen und ein wenig fotografieren. Gedacht – getan. Und nun hat der Ausflug ein Ziel und bekommt einen Sinn. Just bei meiner Ankunft am Besucherzentrum startet eine Führung durch das Olympiastadion. Meine fotografische Ausbeute seht Ihr nachfolgend!

Zum Abschluss noch etwas Geschichtliches:
An dieser Stelle wurde bereits ab Ende des 19. Jh. Sport betrieben. Nachdem Berlin den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1916 erhielt wurde das „Deutsche Stadion“ errichtet. Die Spiele fiehlen aus bekannten Gründen aus. Anläßlich der Spiele 1936 entschied sich die Reichsführung zum Abriss des „Deutschen Stadions“ und für einen Neubau. Mit Blick auf die Fussball-Weltmeisterschaft 1994 erfolgte die Teil-Überdachung des Stadions. Grundlegender Umbau und Modernisierung erfolgte bei laufendem Sportbetrieb in den Jahren 2004-2006. Fassungsvermögen nach Umbau: 74.475 – ausschließlich Sitzplätze. Damit ist es das drittgrößte Stadion nach München und Dortmund.

Wie wohnten die Berliner in der Gründerzeit?

Nun lebe ich schon knapp 20 Jahre in Berlin und entdecke erst jetzt diese Stadt so richtig. Angeregt durch den Besuch des Pankower Museums in der Prenzlauer Allee stoße ich auf zwei Zeugnisse des häuslichen Lebens im Prenzlauer Berg um 1900, die gegensätzlicher kaum sein können. In der Dunckerstraße 77 unweit des Helmholtzplatzes liegt im ersten Stock die Museumswohnung mit der Dauerausstellung „Zimmermeister Brunzel baut ein Haus“, die Lebensverhältnisse der weniger begüterten Einwohner Berlins zeigt. Damit kontrastierend überrascht die Museumswohnung in der Heynstraße, ebenfalls im ersten Stockwerk gelegen, mit dem Prunk der begüterten Schichten.

Der wirtschaftliche Aufschwung und die Industrialisierung Berlins beförderte den Zuzug Hunderttausender aus den ländlichen Gebieten in Brandenburg, Pommern, Schlesien, Sachsen sowie aus der Region Posen (es gab also bereits damals Migration). Innerhalb der Stadtmauern Berlins reichte der Raum seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr aus, den Wohnungsbedarf zu decken und man wich in die umliegenden Gemeinden aus. Um den ständig steigenden Bedarf zu decken entwickelte sich eine standardisierte Bauweise. Gehe ich durch den Prenzlauer Berg sehe ich einen hohen Anteil von sich ähnelnden Fassaden. Um den vorhandenen Baugrund effektiv zu nutzen entstand die berühmte/berüchtigte Hinterhofbebauung. So ein Wohnkomplex bestand und besteht unverändert aus dem Vorder- und Seitenhaus sowie mindestens einem Hinterhaus. Im Vorderhaus wohnte die Mittelschicht. Je weiter nach hinten desto geringer wurden die finanziellen Mittel der Mieter.

Zimmermann Brunzel baut ein Haus

Ende des 19. Jahrhunderts herrschte ein Bauboom in Berlin. Überall wurden Wohnungen für die ständig steigende Bevölkerung gebaut. Dieser Boom motivierte den Zimmermeister Brunzel, in der Dunckerstraße 77, in der Nähe des Helmholzplates, ein Grundstück zu erwerben und ein Mietshaus zu bauen. Zwei Zimmer, Küche war die Standardgröße der Wohnung, in der Eltern mit im Durchschnitt drei und mehr Kindern lebten.

Museumswohnung Heynstraße

Im Jahre 1863 errichtete der Stuhlrohrfabrikant Fritz Heyn das Wohnhaus in der Heynstraße 8. Im ersten Stock im Vorder- und Seitenhaus wohnte der Unternehmer mit seiner Frau und seinen Kindern auf über 200 qm. Über die Jahre wuchsen hier insgesamt 16 Kinder auf. Zwei Töchter lebten bis zu ihrem Tod im Jahre 1972 in dieser Wohnung, ohne dass es zu wesentlichen Veränderungen kam. Das Haus fiel nach dem Tod der Töchter an die Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV). Diese beauftragte ihre Maler-Brigade, die Wohnung zu renovieren. So wie es bei Mieterwechsel üblich ist. Nach betreten der Wohnung weigerten sie sich aus gutem Grund, den Auftrag auszuführen. Das Haus wurde anschließend unter Denkmalschutz gestellt und seit 1984 steht die Wohnung in der Beletage der Öffentlichkeit als Museum zur Verfügung.

Herrenzimmer

Gleich zu Beginn meines Rundgangs durch die Wohnung bin ich über den Prunk der einzelnen Zimmer dieser Wohnung beeindruckt. Es beginnt mit dem Herrenzimmer, in dem sich die Herren der Schöpfung zu weltbewegenden Gesprächen über Gott und die Welt zurückzogen.

Salon

Der Salon diente, wie das Herrenzimmer, reinen repräsentativen Zwecken. Gewohnt wurde im sogenannten Berliner Zimmer.

Berliner Zimmer

Das Berliner Zimmer ist eine Besonderheit des Berliner Wohnungsbaus. Es verbindet das Vorder- mit dem Nebenhaus. Trotz der Größe verfügt es nur über 1 Fenster zum Innenhof. Hier spielte sich das tägliche Leben der Bewohner ab.

Küche

Badezimmer

Diese Wohnung hatte ein sehr luxeriöses Badezimmer mit einer fest eingebauten Badewanne und einer Wassertoilette.

Gartenlaube im Hinterhof, hier spielten die Kinder der Familie Heyn. Heute nutzen die Mieter den Garten.

Dank den netten Damen in beiden Museen für deren indiviuelle Führung und die Hintergrundinformationen.

Weiteres Weihnachtsmarkt-Feeling

Am vergangenen Samstag meinte es der Wettergott sehr gut mit uns Berlinern. Ein bleuer Himmel und strahlender Sonnenschein lockte mich trotz Kälte nach draußen und auf zwei weitere Weihnachtsmärkte.

Zunächst ging es zum WeihnachtsZauber auf dem Gendarmenmarkt, für mich einer der schönsten Märkte. Ich war sehr früh vor Ort und daher war es angenehm überschaubar. Der Markt ist bekannt dafür, dass er schon immer eingezäunt ist mit Einlasskontrolle. So auch an diesem Dienstag. Der 2G-Check ging zügig und der Feuerzangenbowle stand nun nichts mehr im Wege.

Weiter geht es vorbei am Humboldt-Forum (Berliner Schloß) zum Weihnachtsmarkt vor dem Roten Rathaus.

Diese Weihnachtsmärkte könnten auch von Interesse sein:
Gedächtniskirche
Charlottenburger Schloß
Schloss & Gut Liebenberg
Nordische Märchenweihnacht Gutshof Britz
Alt-Kaulsdorf
Hamburg

Kastanienallee

Ein strahlender Herbsttag motiviert mich zu einem Foto-Ausflug in die Kastenienalle im Prenzlauer Berg (der südliche Teil befindet sich in Berlin – Mitte).

Die Kastanienalle ist eine Szene-Straße mit besonderem Flair; angelegt 1826 und benannt nach der Erstbepflanzung mit Rostkastanien. Sie ist die Verlängerung des Weinbergswegs und endet nach knapp einem Kilometer in die Schönhauser Allee / Ecke Danziger Straße.

Neben dem Kollwitzplatz ist sie ein Symbol der Veränderungen im Kiez. War sie einst Teil eines leicht maroden Arbeiterviertels, in dem sich in den 1980er-Jahren Künstler ansiedelten und sich die DDR-Umweltbewegung in der Zionskirche engagierte, treffen wir heute sowohl ehemalige HausbesetzerInnen als auch gutbetuchte Akademikerfamilien. Von den Berlinern wird sie liebevoll auch „Castingallee“ genannt. Das Bild wird geprägt von Restaurants, Boutiquen, Cafes und kleinen Geschäften. Sie ist bei Touristen beliebt und bei Einheimischen umstritten

Ich beginne meine Foto-Safarie am Rosenthaler Platz

und biege in den Weinbergsweg ein

und durchquere den Volkspark am Weinberg. Der 4,3 ha große Park wurde 1958 nach den Plänen des Gartenarchitekten Helmut Kruse als Erholungspark angelegt.

Ab der Fehrbellinstraße beginnt dann die Kastanienallee. Von hier aus ist es nur einen Katzensprung entfernt zum Zionskirchplatz und damit zur bekannten Zionskirche. Die 1873 eingeweihte Kirche erlangte Bedeutung als Wirkungsstätte von Dietrich Bonhöfer, der hier als Pastor tätig war. Seit 1986 stellte die Kirche oppositionellen Gruppen die Kellerräume zur Verfügung, die als Bibliotheks-, Veranstaltungs- und Druckerrei genutzt wurden. Weitere Informationen zur Kirche findet Ihr hier und hier zur in den Kellerräumen der Zionskirche angesiedelten Umweltbibliothek.

Zurück gekehrt zur Kastanienalle treffe ich auf ein Urgestein dieser Straße, das Hotel Kastanienhof, das es sogar ins Fernsehen schaffte.

Die Kastanienallee und Umgebung gehörte und gehört immer noch zu den begehrtesten Wohngegenden der Stadt. In den 50er Jahren des vorherigen Jahrhunderts entstanden eine Reihe von Neubauten, wie z.B. das Haus Ecke Schwedter Straße als Beispiel für den sozialistischen Wohnungsbau.

Kastanienweg Ecke Schwedter Straße

Ich schlendere an diversen interesssanten Häusern und den dahinterstehenden Geschichten vorbei. Welches, der vielen Motive soll ich hier abbilden? Es fällt mir schwer, mich zu entscheiden.

Kastanienallee 77, erbaut 1852/1853. Nach vielen Jahren des Leerstandes wurde das Gebäude Anfang der 90er Jahre umfangreich saniert. In dem Gebäude befindet sich das Lichtblick-Theater, das bis 1965 im Prater untergebracht war.

Durch die Toreinfahrt des Hauses Nr. 78 gelange ich in die Hinterhofbebauung und zum Theater „Dock 11“. Das Dock 11 präsentiert seit 1994 in einem alten Fabrikgebäude von 1895 internationale Produktionen in den Bereichen Tanz, Theater, Film, Performance, Literatur, bildende Kunst und Design.
Dieses Areal ist ein gutes Beispiel für die in Berlin übliche Hinterhofbebauung. In den Höfen siedelten sich Handwerker und Klein-Gewerbetreibende an.

Von hier aus sind es wenige Schritte bis zum sogenannten „Tuntenhaus“. Es ist ein Wohnprojekt von Homosexuellen und Teil des ehemals besetzten Hauses Nr. 86. Das Haus gilt als eine der letzten Einrichtungen, die bisher nicht von der Gentrifizierung betroffen waren.

Als nächstes kreuze ich die Odenberger Straße. Im Straßenblock zwischen Kastanienallee, Oderberger Straße und Eberswalder Straße befand sich eine weiteres Zentrum der altenativen DDR-Kultur, aber dazu in einem weiteren Bericht.

Kastanienallee Ecke Oderberger Straße

1993 eröffnete im Haus Nr. 13, inmitten der grauen Altbauten, das Café Scharzsauer. Großer Tresen, ein paar Stühle und Tische – und fertig war wohl der wichtigste Treffpunkt für die Kiez-Boheme. Immer noch kann man im Café morgens frühstücken, mittags einen Kaffee trinken und „am Abend gepflegt abstürzen“. Aus meiner Sicht leider ein Raucherlokal. Da das Wetter bis auf Weiteres nicht dazu einlädt, draußen zu sitzen werde ich wohl bis nächstes Jahr warten müssen.

Nicht nur Wien hat einen Prater. Auch in Berlin kann man (zu normalen Zeiten) im Prater, dienstältester Biergarten Berlins, ein zünftiges Bier trinken und Berliner Spezialitäten genießen. Schon im frühen 20. Jahrhundert strömten die durstigen Berliner auf das Vergnügungsgelände mit Biergarten. Bis 1965 befand sich auch ein Kino auf dem Gelände.

Es ist geschafft. Das nördliche Ende der Allee mündet in die Schönhauser Allee. Auf dem Fußgängerweg erinnert ein Mosaik des Künstlers Manfred Butzmann, eingelassen 1999, an die Brüder Skladakowsky. Hier hatten die Pioniere der Kinematographie auf dem Dachboden des Eckhauses ihr Atellier. Interessierte finden bei Wikipedia weitere Informationen über die Gebrüder.

An der Schönhauser Allee, normalerweise unterhalb der U-Bahn (hier eher Hochbahn) befindet sich der Konnopke Imbiss, das über die Stadtgrenze hinaus bekannte Curry-Wurst Original seit 1930. Mit 29 Jahren machte sich Max Konnopke in Cottbus auf den Weg nach Berlin, um ein Wurstmaxe zu werden.
Damit endet meine heutige Storry von der Kastanienallee.

Hinweis: Bei der Beschreibung der Straße und der Gebäude habe ich auf Formulierungen aus Wikipedia und der Homepage von tipBerlin zurückgegriffen. Treffender hätte ich es nicht ausdrücken können. Ich hoffe, beide Quellen sehen es mir nach.