Heute ging es auf den heimatlichen Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt. In dörflicher Ruhe stehen die festlich iluminierten Verkaufsstände rund um die aus dem 13. Jahrhundert stammende Dorfkirche auf dem Dorfanger sowie der Dorfstraße. Auch das Gelände Spiritousenfabrik Schilkin und das Gelände der Johannischen Kirche beherrbergt Stände.
Während ich mich, die vorweihnachtliche Stimmung genießend, mit dem Besucherstrom entlang der Stände mit Keramik, Holzschnitzereien, Wollmützen, Glas und Porzellan und vielen weiteren kunsthandwerklichen Gegenständen treiben lasse umweht mich der Duft von Gebratenem sowie von Glühwein mit und ohne Schuss. Natürlich bleibt es nicht nur beim riechen, es wird auch gegessen und getrunken.
Ein absolutes Highlight ist das Innere der Dorfkirche mit ihrem Altar und der Kanzel aus dem 17. Jahrhundert sowie der Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Ganztägig fanden verschiedene Veranstaltungen und Konzerte in der Kirche statt. Auch in dem Augenblick meines Besuches war ein Konzert in Vorbereitung, so dass leider keine Gelegenheit bestand zur intensiven Besichtigung.
Unter dem Motto „Kinder helfen Kindern – Musik schafft Zukunft“ veranstaltete der Kiwanis Club Berlin e. V. zum dritten Mal das Benefiz-Adventskonzert im Atrium der Reinhardtstraßenhöfe in Berlin.
Der Kinderchor der Staatlichen Musikschule Stettin sowie der Kammerchor der Akademie der Künste verzauberte die Besucher mit einem Potpouri weihnachtlicher Weisen. Solisten der Akademie der Künste komplementierten den Kunstgenuss mit bekannten Stücken wie „Baby it’s cold Outside“ und „ Rock around the Christmas Tree“.
Die bekannte Sopranistin Friederike Meinel führte durch den Abend und verlieh dem Event durch Zitate rund um Weihnachten einen besonders feierlichen Rahmen.
Auch in diesem Jahr hatte der Polnische Botschafter, SE Prof. Dr. Andrzej Przylebski die Schirmherrschaft für das Konzert übernommen.
Der Erlös des Abends fließt in soziale Projekte für bedürftige Kinder und Jugendliche.
Die Zuschauer bedankten sich bei den Künstlern für den wunderbaren Musikgenuss mit standing Ovation.
Die Planungen für das nächste Konzert Ende November 2020 laufen bereits und ich freue mich schon darauf.
(Vor-)Lesen ist neben dem gesprochenen Wort ein sehr wichtiger Bestandteil der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Durch lesen erschließen sie sich die Feinheiten und die Vielfalt der Sprache. Lesen beflügelt die Phantasie. Kinder, denen vorgelesen wird sind besser in der Schule, sozialer und phantasievoller. Oder wie es die Stiftung Lesen ausdrückt: „Lesen ist die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung“.
Anläßlich des diesjährigen bundesweiten Vorlesetags am 15. November haben wir in der Kinderbibliothek Frankfurt (Oder) unsere Lieblingsmärchen vorgelesen. Es gibt nichts schöneres als in strahlende Kinderaugen zu blicken. Und Spaß macht es auch!
Seit 2004 findet der bundesweite Vorlesetag statt und ist das größte Vorlesefest und eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung lesen und Deutsche Bahn Stiftung. Knapp 700.000 Vorleser und Vorleserinnen haben bisher am diesjährigen Tag beteiligt.
Endlich mal wieder Urlaub machen! Mal wieder am Strand spazieren gehen, sich von der Herbssonne wärmen lassen, ein Buch lesen – mit anderen Worten: einfach einmal die Seele baumeln lassen. Aber wohin? Von Berlin aus ist die Ostsee am schnellsten zu erreichen. In Frage kommt Usedom. Gute Idee – warum dann nicht nach dem mir noch unbekannten Swinemünde?
Swinemünde, oder wie es auf polnisch heißt, Swineoujscie, ist eine der bekanntesten polnischen Ostseeorte und war jahrlang einer der größten Ostseebäder der deutschen Ostseeküste. Seit 1945 gehört es zu Polen. In der Stadt leben heute rund 40.000 Einwohner.
Strand von Swinemünde
Mein erster Weg führt mich zum wunderschönen Strand mit feinem, weißen Sand. Die Herbstsonne lockt die Touristen – überraschender Weise viele aus Deutschland – an den Strand zum Spaziergang. Die Kinder toben im Sand, jagen die Möwen und versuchen die Schwäne zu streicheln. Leider ist es schon zu kühl für ein erfrischendes Bad in der Ostsee. Dafür setze ich mich in der Sonne auf eine Bank in den Dünen und lese die ersten Seiten meines mitgebrachten Buches.
Promenade, mit 12 km von Swinemünde bis Bansin die längste in Europa
Es geht zurück zur Promenade. Mit 12 km von Swinemünde bis Bansin ist sie die längste Promenade Europas. Mit Freude sehe ich die Modernisierungsarbeiten. Die Promenade ist breit mit stellenweise separaten Bereichen für Fahrradfahrer, Skater und Fußgänger. Sogar Fitnessgeräte werden angeboten. Es macht Spaß, hier zu flanieren, auf einer Bank zu sitzen und den vorbeigehenden Menschen zuzuschauen. Polnisch mischt sich mit Deutsch. Brauche ich mehr Beweise für den Vorteil eines geeinten Europas?
Hotel Radisson Blue
Kurbereich mit hochpreisigen Hotels und Appartements sowie einem Aquapark
Es wird viel gebaut in Swinemünde. Ich bin überrascht und beeindruckt von den modernen und hochpreisigen Hotels und Apartments im Kurviertel. Gleich nebenan lädt der Aquarpark „Baltic Park Molo“ zur Enspannung und Erholung ein.
Für das leibliche Wohl ist hier auch gesorgt. Restaurants und Geschäfte reihen sich aneinander. In einem kleinen Restaurant mit dem Namen „Kutter“ habe ich die beste Fischsuppe und wunderbaren Bratfisch gegessen. Natürlich habe ich auch typisches Polnisches gegessen: Żurek (Saure Mehlsuppe) und Bigos (Sauerkrauteintopf).
Hafen von Swinemünde
Als sehr positiv empfunden habe ich, dass Swinemünde mehr als ist Strand und Kurviertel. Es handelt sich um eine lebenige Stadt, die eng mit ihrem Hafen und der Seewirtschaft verbunden ist. Der Seehafen ist einer der bedeutendsten Umschlagplätze Polens und wichtiger Arbeitgeber. Er teilt sich in vier Bereiche, den Handelshafen, den Fährhafen, den Stadthafen sowie den Militärhafen. Sehr beliebt bei Anglern ist die Pier am Yachthafen. Täglich stehen sie hier bei Sonne, Wind und Wetter und angeln sich ihr Mittagessen.
Hydrant
Mein Hotel lag (und befindet sich immer noch dort) an der Einfallstraße von Ahlbeck kommend. Der Gang zum Strand, zum Hafen und zum Kurviertel dauerte ca. 15 Minuten. Genügend Zeit, sich mit der Stadt und seiner Architektur sowie den Sehenswürdigkeiten zu befassen.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Swinemünde größtenteils zerstört. Der Wiederaufbau bestand nicht nur aus Neubauten. Wie die Fotos zeigen, konnten auch historische Gebäude erhalten und restauriert werden. Ich genieße es, durch die Straßen zu schlendern und sich an den schönen Fassaden zu erfreuen, die Kinder spielen zu sehen und sich der Gelassenheit hinzugeben.
King’s Christ Church Kościół Rzymskokatolicki pw. Chrystusa Króla
Für mich gehört die Besichtigung von Kirchen zum Pflichtprogramm. Die Christ-König-Kirche ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Sie wurde 1788 bis 1792 nach einem Entwurf von Davin Gilly als lutherische Stadtkirche gebaut. 1881 wurde sie nach einem Entwurf von Carl Schäfer vollständig neugotisch umgebaut und ein Turm angebaut. Auch das Innere wurde neu gestaltet. 1906 wurde die Stadtkirche in Christuskirche umbenannt. 1951 durch die römisch-katholische Kirche übernommen und umgebaut sowie erneut umbenannt.
Kirche Maris Stella
Nicht weit enfernt liegt die kleine historische Katholische Kirche Maris Stella. Sie wurde von 1885 bis 1986 nach den Plänen des Berliner Architekten Engelberg Seibert als erste katholische Kirche gebaut. Obwohl Preußen protestantisch war bestand Bedarf einer katholischen Kirche für die polnischen Wanderarbeiter. Auch der österreichische Kaiser Franz-Josef I ging hier während seiner Aufenthalte in den Ostseebädern regelmäßig zum Gottesdienst. Leider war auch diese Kirche, wie so viele, außerhalb der Gottesdienste sehr dunkel.
Museum für Hochseefischerei
Altes Rathaus und heute Museum für die Hochseefischerei
Was macht man an einem regnerischen Tag. Zum Beispiel ins Museum gehen. Also ging es nach dem reichhaltigen Frühstück zu Fuß zum Hafen, wo das Museum liegt.
Das historische Rathaus, in dem sich das Museum befindet, wurde 1805/1806 nach Plänen von Maner erbaut. Nachträglich wurde der Turm mit der Uhr aufgesetzt. In dem Gebäude waren später das Regionalmuseum und die Sparkasse untergebracht. Heute dient es als Museum für die Hochseefischerei.
Ehrlich gesagt interessierten mich die verschiedenen Fisch-Exponate weniger. Spannender waren die maritimen Ausrüstungsgegenstände, die Schiffsmodelle und vor allem die historischen Fotos der Kaiserbäder und die Ausstellung über die Geschichte Swinemündes.
Übersicht der Verteigungsanlagen, erbaut um 1855
Fährt man nach Swinemünde kommt man nicht um die militärischen Hinterlassenschaften herum. Also machte ich mich auf den Weg zum Hafen und zur Mündung der Swine.
Zum Schutz der wichtigen Mündung der Swine und der Oder in die Ostsee wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Preußen eine Festungsanlage, bestehend aus 4 Forts beidseitig der Swine, errichtet. Die Festungsanlagen erfüllten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Aufgabe. Danach wurden sie teilweise bis zu ihrem Abzug im Jahre 1992 durch die Rote Arme genutzt. Seit einigen Jahren werden die stark verfallenen Anlagen wiederhergestellt und sind ein touristischer Anziehungspunkt.
Die erste Station ist das noch sehr gut erhaltene Fort III „Engelsburg“ Das Turmfort wurde 1854 bis 1858 als Widerlage gebaut, die vom linken Ufer die Mündung der Swine blockieren und den Hafen beschützen sollte. Diese Aufgabe hat sie zu den verschiedenen Zeiten gut gemeistert. Heute beherbigt sie ein privat betriebenes Museum mit militärischen Ausrüstungsgegenständen und Waffen sowie käuflich zu erwerbenden Bernsteinschmuck und Bildern.
Riegelbau zwischen der Engelsburg und der Batterie Hennigsen
In unmittelbarer Nähe liegt das Fort IV Zachodni, von dem leider nicht mehr viel erhalten ist. Einzelne Teile wurden wiederhergestellt. Zum Fort Zachodni gehört die Batterie Hennigsen wenige Schritte in Richtung der Swinemündung.
Batterie Hennigsen
Das Fort „Redoute“, wie die Batterie Hennigsen auch genannt wird, wurde in der Zeit von 1856 bis 1863 errichtet bzw. ausgebaut. Die Geschützstellungen waren gegen die See gerichtet und dienten der Sicherung der Küstenregion. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Rote Armee diese Einrichtung. Heute ist es ein viel besuchtes Museum mit zahlreichen militärischen Exponaten aus verschiedenen Epochen.
Park Chopina
Park Chopina
Stadtverwaltung, früher Kaserne
Ich habe Swinemünde als eine sehr grüne Stadt erlebt. Zahlreiche Parks und Plätze laden zum Spaziergang und zum verweilen ein. Auf der einen oder anderen Parkbank habe ich gesessen und gelesen.
Übrigens lesen. Seit gefühlten 1.000 Jahren hatte ich erstmalig wieder ein gedrucktes Buch in den Händen und ich habe es genossen. Ich habe mir in den letzten Jahren angewöhnt, Bücher nur noch auf meinem iPad zu lesen. Der Vorteil ist, dass die Bücher zu Hause keinen Platz wegnehmen. Der Nachteil ist, wenn das iPad getauscht werden muss, so wie gerade geschehen, und die Bücher dann nicht mehr lesbar sind. Vielleicht sollte ich meine Entscheidung nochmals überdenken.
Es war eine entspannte und erholsame Zeit ohne Internet und ohne Handy, die ich sehr genossen habe. Ich könnte mir eine Wiederholung im Frühjahr nächsten Jahres vorstellen.
Freunde sind wichtig. Man kann sogar sagen, es ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Bei der Maslowschen Bedürfnispyramide stehen soziale Bedürfnisse wie Zugehörigkeitsgefühl, Freundschaft an dritter Stelle. Bereits im Kindesalter beginnt die Suche nach Freunden.
„Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern“ schrieb Aristoteles. Hans Albers und Heinz Rühmann sangen: „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.“
Freunde tun gut. Freunde steigern das Wohlbefinden. Wer funktionierende soziale Bindungen hat verringert gesundheitliche Risiken.
Wer gute Freunde hat, scheint auch einen anderen Blick auf das Leben zu haben.
Während zu meiner Kind- und Jugendzeit Freundschaft etwas ganz persönliches und von freier Entscheidung bestimmt war, hat sich der Bergriff inzwischen inflationär entwickelt. Mitglieder von Service-Clubs bezeichnen sich untereinander als Freunde, wir kennen Sportsfreunde, in den sozialen Netzwerken werden Follower als „virtuelle“ Freunde bezeichnet und last but not least bezeichnen wir unsere engsten Vertrauten als Freunde. Sind das alles wirklich Freunde.
Der Duden definiert Freundschaft „als eine auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, dass sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet“.
Maiers großes Konversationslexikon von 1907 bezeichnet Freundschaft als „ das auf gegenseitiger Wertschätzung beruhende und von gegenseitigem Vertrauen getragene freigewählte gesellige Verhältnis zwischen Gleichstehenden.“
Der Soziologe Ferdinand Tönnies weist auf den Punkt der Gleichheit als Basis für Freundschaft hin. Der beste Ort für Freundschaft ist die Arbeitswelt. Freundschaft ist laut Tönnies „mentaler Natur und beruht auf Zufall oder freier Wahl. Freundschaft sei als „Gemeinschaft des Geistes“ kategorisiert.
Bis ins 16. und 17. Jahrhundert wurde sprachlich nicht zwischen Freundschaft und Verwandtschaft unterschieden. Das Wort „Freund“ steht für „Vertrauter – jemandem innerlich verbundenem Menschen“.
Diese Definitionen zeigen, dass Freundschaft sehr weit gefasst ist und sogar auf soziale Medien angewandt werden kann.
Für mich ist Freundschaft etwas ganz besonderes. Freundschaft bedeutet für mich absolutes Vertrauen durch Offenheit und Ehrlichkeit, gegenseitiger Respekt und Zuneigung, sich auf einander verlassen können, sich in allen Lebenslagen auf einander verlassen können, Freundschaft basiert auf dem Prinzip der Reziprozität oder wie es in der Bibel heißt „wer gibt dem wird gegeben“