





"Erst das Fremde lehrt uns was wir an der Heimat besitzen" – Theodor Fontane






Anfang der 1980er Jahre fuhr ich täglich auf dem Weg zur Arbeit am Hofweg mit dem Bus durch die Lange Reihe. Immer wieder kam es zu zeitraubenden Staus. Ich erinnere mich an eine Bäckerei und Konditorei mit einem wahrhaftigen Bäckermeister. Hin und wieder wurden wir mit feinen Backerzeugnissen verwöhnt.
Die zweite Erinnerung ist die an das 1949 gegründete, in Familienbesitz befindliche Kult – Kaufhaus „1000 – Töpfe“. Der Name war Programm. Der Gründer begann mit dem Verkauf von Kochtöpfen, gepresst aus englischem Flugzeugblech. Später wurde das Sortiment auf andere Haushalts- und Fotoartikel erweitert. Die Filiale in der Langen Reihe war auf Fotoartikel spezialisiert und hier habe ich meine erste Spiegelreflexkamera von Canon gekauft. Im Januar 2013 musste die Filiale aufgrund steigender Gewerbemieten schließen. Heute ist das Gasthaus „Frau Müller“ hier untergebracht.
„Bunt, quirlig und manchmal etwas schräg, das ist die Lange Reihe. Auf der wichtigsten Einkaufsstraße des Hamburger Stadteils St. Georg ist meistens der Bär los.“ so steht es zumindest auf der Homepage der Stadt Hamburg. Nachdem ich diesen Teil Hamburgs jahrelang nicht auf dem Schirm hatte, entscheide ich mich während eines meiner letzten Besuche in Hamburg, die Straße für mich neu zu entdecken.



























Für den nächsten Besuch in Hamburg auf jeden Fall einen Ausflug in die Lange Reihe einplanen. Es lohnt sich!
Knapp 30 Jahre ist es her, dass ich das erste Mal in Angermünde war. In meiner Erinnerung war es eine graue Stadt, nicht am Meer, sondern in der Uckermark. Ich bin jetzt freudig überrascht, eine blitzsaubere Stadt mit restaurierten Fachwerkhäusern vorzufinden.
Angermünde liegt ca. 80 km nordöstlich von Berlin. Wie viele andere Ortschaften Brandenburgs ist auch Angermünde im 12. Jahrhundert im Zuge der Christianisierung der slawischen Gebiete am Kreuzungspunkt von Handelsstraßen entstanden. Über die Jahrtausende hat sie viel durchgemacht und Veränderung erlebt. Einmal jedoch hatte sie viel Glück. Am 27. April 1945 machten sich der Bäckermeister Miers und der Juwelier Nölte auf den Weg zu den Stellungen der heranrückenden Roten Armee und übergaben die Stadt. Dadurch wurde die Zerstörung der Stadt verhindert und von dieser „Heldentat“ profitiert sie noch heute.

Bei strahlendem Sonnenschein mache ich mich auf den Weg, diese Stadt zu erorbern. Nach der Ankunft am Bahnhof gehe ich zunächst zur Tourist-Info und lasse mir von der freundlichen Angestellten den Flyer für den „stillen Rundgang“ geben. Auf dem Weg dorthin, fotografiere ich schon mal das eine oder andere Motiv.







Begeistert bin ich von der Rosenstraße mit ihren Fachwerkhäuser. An besonderen Objekten hängen rote Emaile-Schilder mit Erläuterungen. Das Schild an der Bäckerei Schreiber erinnert an Bäckermeister Miers. Ein freundlicher Herr im fortgeschrittenen Alter macht mich auf die Historie aufmerksam und erzählt aus seinem Leben. Ein wichtiger Teil war sein Einsatz in den 1970er und 80er Jahren an der Druschba-Trasse in der Sowjetunion. Mein leider schon verstorbener Freund hatte detailliert von seinen Erfahrungen an der Trasse erzählt.



















Mit dem Flyer des „stillen Stadtrundgangs“ in der Hand komme ich zum 1699 auf den Fundamenten eines gotischen Vorgängers errichtete Rathaus mit Barocker Fassade. Es innert mich ein wenig an Templins Rathaus.




Ratlos stehe ich vor dem hölzernen Pferd auf der rechten Seite vor dem Rathaus. Was will mir der Künstler hiermit sagen? Ein Blick in den Flyer bringt Erleuchtung. Es handelt sich um die Nachbildung des Prangeresels, geschaffen vom Holzkünstler Karl Rätsch. 1713 ließ der Magistrat einen Pranger aufstellen, auf den sich Betrüger und Fälscher zur Strafe setzen mussten. Der Prangeresel war letztmalig am 07. April 1851 im Einsatz.

Auf dem Marktplatz springt mir ein mehrteiliges Kunstwerk des Künstlers Christian Uhlig ins Auge. Das Zentrum der Installation bildet ein Boot, aus dessen löchrigen Seitenwänden Wasser fließt. Es soll an die wasserreiche Umgebung erinnern. Das zweite Element ist ein Mann und eine Frau, „Die Figuren“ genannt, die sich staunend auf dem Markt umschauen. Ergänzt wird die Installation durch einen Stuhl, belegt mit Dingen des täglichen Lebens; durch einen vergessenen Werkzeugkasten, eine in der Ofenecke liegende Katze sowie ein Fischbrett.



An der Ecke steht das angeblich am meisten fotografierte Gebäude der Stadt, das Stadtcafé „Hilde & Heins“ mit traditionellem Flair und lädt zum Verweilen ein. Zusammen mit dem Rathaus und dem Brunnen schließt es imposant den einen der zwei Marktplätze. Bevor ich wieder in den Zug nach Hause steige kehre ich auf einen Kaffee und eine Erdbeerschnitte hier ein.

Hinter dem Rathaus finde ich das von Wegebaumeister Grubitz im romanischen Stil errichtete ehemalige Gerichtsgebäude. In den Seitenflügeln befand sich bis 1964 das Gefängnis. Im Januar 1887 wurde Wilhelm Voigt auf der Poststelle Angemünde wegen Urkundenfälschung verhaftet und für einen Tag in eine der Zellen gesperrt. Wilhelm Voigt erlangte als „Hauptmann von Köpenick“ weltruhm. Seit 2001 ist hier die Polizeiwache untergebracht.



Mein Blick fällt auf einen imposanten Kirchenbau in einiger Entfernung.





Also nichts wie hin. Nach einigen Wegminuten stehe ich vor der mittelalterlichen Stadtpfarrkirche St. Marien, erbaut im 13. Jahrhundert aus Feldsteinquadern. Im 15. und 16. Jahrhundert erhielt sie durch backsteingotische An- und Umbauten ihr heutiges Aussehen. Sie zählt zu den bedeutensten Kirchen der Uckermark und zu den ältesten Gebäuden der Stadt.
Leider, wie so häufig, ist auch diese Kirche verschlossen. Aber was steht da? „Für eine Besichtigung oder eine stille Andacht melden Sie sich bitte im Pfarrhaus“. Natürlich möchte ich diese Kirche besichtigen und treffe auf einen freundlichen, Zigarette rauchenden Herren vor dem Pfarrhaus, der mir bereitwillig das Heiligtum öffnet.
Ich bin von der Wuchtigkeit des Kirchenraums, insbesondere von der Decke begeistert. Überzeugt Euch selbst.
Weitere Informationen erhaltet Ihr hier!








Weiter gehts die Berliner Straße in Richtung Mündesee hinunter. Bereits von Weitem fällt mir die bestimmende ehemalige Mälzerei ins Auge. „Die ehemalige Mälzerei verkörpert an einem herausstehenden Standort in seiner schlichten jedoch opulenten Bauart das dynamische Streben der gründerzeitlichen Lebensmittelindustrie in Angermünde.“ heißt es auf dere Homepage der Stadt Angermünde.
1899-1900 entstand auf dem ehemaligen Burggelände die ehemalige Brauerei mit der Mälzerei. Sie gehörte ursprünglich zur Schultheis-Brauerei und war bis zum 2. Weltkrieg noch in Betrieb. In den Jahren 2016-2017 wurde das Gebäude saniert und zum Wohnhaus umgestaltet.



Die ehemalige Grenzburg am Mündesee. In ihrem Schutze entstand die heutige Altstadt. Im 16. Jahrhundert verfiel die Burganlage und wurde 1576 verlassen. Die Bürger bedienten sich an den Steinen für den eigenen Hausbau. Heute sind nur noch Fragmente von der Burg vorhanden.



Wenn schon mal am See nehme ich auch gleich den Weg entlang des Wassers und besichtige die Findlingsskulpuren.







Am Seetor, dem kleinsten der 4 Stadttore, verlasse ich den Park am See. Es diente hauptsächlich den Bürgern als Durchgang zu den Wiesen und Weiden oder zum Fischen. Das Seetor ist im Stadtwappen verewigt.
Ich gehe entlang der Jägerstraße zum Scharfrichterhaus und St. Marienkirche im Osten der Stadt.



Das Scharfrichterhaus entstand vermutlich 1624 und ist somit das älteste Gebäude. Zu den eigentlichen Aufgaben des Scharfrichters gehörten die Folter, das an den Pranger stellen, das Steupen (das Schlagen am Pranger) und die Hinrichtung. Heute dient es als „normales“ Wohnhaus.

Gleich anschließend steht die im 16. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Martinskirche. Hier gibt es leider keinen Hinweis auf Besichtigungsmöglichkeiten, also gehe ich weiter.


Über den Marktplatz geht es weiter zur Klosterkirche.
Die ehemalige Franziskaner Kloster-Kirche wurde im 13. Jahrhundert als Backsteinhallenkirche erbaut. Vom Kloster an der Stadtmauer ist leider nichts mehr zu sehen. Die Kirche wird heute als Kulturzentrum genutzt. Leider ist sie geschlossen.







Die Stadtmauer, erstmalig 1292 erwähnt, begleitet mich auf dem letzten Abschnitt meines Stadtrundgangs. Sie hatte eine ursprüngliche Höhe von 7 und eine Breite von 1 Meter. 4 Stadttore verbanden die Stadt mit dem Umland.
Zahlreiche kleine Befestigungstürme und Wieckhäuser dienten der Verteidigung. Von den ehemaligen Wehranlagen ist nicht mehr viel zu sehen.
Am Schluss gehe ich am Pulverturm im Friedenspark vorbei. Wie der Name schon sagt, diente er der Lagerung von Pulver. Aber auch als Kerker und Notquartier der Ärmsten diente der Turm. Heute beherbergt er eine Ausstellung zur Stadtgeschichte.



Mit diesen Fotos vom Bahnhof und voller neuer Eindrücke trete ich meine Heimreise an. Angermünde war eine Reise wert und ich werde sicherlich mal wieder kommen.



Die Bilder können durch anklicken vergrößert werden.
Ich bedanke mich bei den diversen Quellen für meine Texte. Hierzu zählen Wikipedia und die offiziellen Seiten der Stadt Angermünde. Ich hoffe, man sieht es mir nach.
Kalt war es in der Uckermark während meiner Fotosafari im Februar 2021 durch die Perle der Uckermark. Der versprochene Sonnenschein bei strahlend blaubem Himmel fiel leider aus. Es war grau und diesig, machte dem Spass aber keinen Abbruch.
Am Schnittpunkt zweier wichtiger Handelsstraßen wurde Templin im Jahre 1270 gegründet. Die Stadt hat über die Jahrhunderte viel erlebt und wurde, wie die meisten Städte in Brandenburg und Mecklenburg, im 2. Weltkrieg zu 60 % zerstört. Auch viele Fachwerkhäuser fielen den Bomben und Bränden zum Opfer. Vieles ist wieder mit viel Liebe aufgebaut und restauriert. Heute ist Templin mit seinen rund 16.000 Einwohnern eine schnuckelige kleine Stadt, die an diesem kalten Wintersonntag eine Gemütlichkeit ausstrahl.
Meine Safari beginne ich im Zentrum am Marktplatz mit dem historischen Rathaus aus dem Jahre 1751. Alte Kellergewölbe weisen auf das Vorhandensein älterer Rathäuser an dieser Stelle. Der quadratische Marktplatz ist mit einer Lindenallee umgeben. Mitten auf dem Platz steht die Friedenseiche, die 1871 als Erinnerung an den Sieg über die Franzosen hier gepflanzt wurde. Das Kriegerdenkmal zum Gedenken an die in den Kriegen gefallenen Soldaten stammt von 1885.
In normalen Zeiten ist der Platz durch Wochenmärkte und Stadtfeste belebt.




An den angrenzenden Straße erfreue ich mich an schöner Architektur.








Vom Marktplatz biege ich in die Rühlstraße ein. Hier stehen die ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Ich schlendere die Straße entlang und genieße den Anblick der restaurierten Gebäude. In diesen Häusern zu wohnen muss ein besonderes Erlebnis sein.



Am Ende treffe ich auf den Eulenturm, ehemals Hungerturm genannt. Aber was ist das? In ca. 6 Meter Höhe befindet sich eine Tür. Ist der Turm gewachsen oder handelt es sich um einen Schildbürgerstreich? Weder noch! Der Turm diente als Gefängnis. Die Insassen wurden durch die Tür in den Teil des Turms ohne Fenster und Tür hinunter gelassen. Es kam auch schon mal vor, dass der Inhaftierte vergessen wurde. Gleichzeitig diente der Turm als Beobachtungsposten.


Ich folge der Stadtmauer und komme zum Akzisehaus, auch bekannt als Torschreiberhäuschen. Hier mußten die Händler Steuern und Zölle auf die mitgebrachten Waren bezahlen. Man stelle sich vor, heutzutage würde jede Stadt und jede Gemeinde so verfahren.


Weiter geht es entlang der Stadtmauer zum Pulverturm. Wie der Name schon sagt, wurde hier Schießpulver aufbewahrt. Er entstand im 15. Jahrhundert aus einem in die Stadmauer eingelassenen Wieckhaus.




Die nächste Station auf meinem Rundgang ist das Prenzlauer Tor. Es ist das jüngste Tor. Zur Anlage gehören die Röhnisch-Anlage sowie das Vortor.









Teil des Gebäudekompleses des Prenzlauer Tors mit dem Museum ist der Röhnisch-Platz, benannt nach dem Ehepaar Röhnisch. Erna Taege-Röhnisch war eine anerkannte Heimatschriftstellerin und Mundartautorin. Zuammen mit ihrem Ehemann Fritz Röhnisch (Buchhalter und Kreistagsausschussangestellter) baute sie das Templiner Heimatmuseum auf.

Auf dem Weg zum Eichwerder Tor treffe ich auf alte Holzhäuser. Hintergrundinformationen waren leider nicht zu recherchieren.

Das Eichwerder Tor entstand 1909 als Stadtmauerdurchbruch, um einen kürzeren Weg zum Stadtsee und einen bequemeren Weg zur 1910 eröffneten Bürgerschule zu schaffen. .





Die nächste Station ist das im 14. Jahrhundert errichtete Mühlentor. Es ist das älteste und zugleich kleinste der drei Stadttore.





Der Rundgang entlang der Stadtmauer endet am Berliner Tor.


In der Berliner Staße, der ehemaligen Königsstraße, nahe des Berliner Tors, steht die St. Georgen Kapelle. Sie ist im 14. Jahrhundert erbaut, wurde niemals zerstört und ist so das älteste Gebäude der Stadt Templin.



Die Berliner Straße überzeugt mit schönen Fachwerkhäusern.





Den Abschluss meines Spaziergangs durch die Perle der Uckermark bildet die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Sankt-Marien-Magdalenen-Kirche. Leider konnte ich die Kirche wegen der besonderen Umstände nicht besichtigen. Vielleicht ein anderes mal.



Fotos von mir. Auch hier gilt, dass ich mich von den Auswührungen bei Wikipedia und den offiziellen Seiten der Stadt Templin habe inspieren lassen.
Ein strahlender Herbsttag motiviert mich zu einem Foto-Ausflug in die Kastenienalle im Prenzlauer Berg (der südliche Teil befindet sich in Berlin – Mitte).
Die Kastanienalle ist eine Szene-Straße mit besonderem Flair; angelegt 1826 und benannt nach der Erstbepflanzung mit Rostkastanien. Sie ist die Verlängerung des Weinbergswegs und endet nach knapp einem Kilometer in die Schönhauser Allee / Ecke Danziger Straße.
Neben dem Kollwitzplatz ist sie ein Symbol der Veränderungen im Kiez. War sie einst Teil eines leicht maroden Arbeiterviertels, in dem sich in den 1980er-Jahren Künstler ansiedelten und sich die DDR-Umweltbewegung in der Zionskirche engagierte, treffen wir heute sowohl ehemalige HausbesetzerInnen als auch gutbetuchte Akademikerfamilien. Von den Berlinern wird sie liebevoll auch „Castingallee“ genannt. Das Bild wird geprägt von Restaurants, Boutiquen, Cafes und kleinen Geschäften. Sie ist bei Touristen beliebt und bei Einheimischen umstritten
Ich beginne meine Foto-Safarie am Rosenthaler Platz


und biege in den Weinbergsweg ein





und durchquere den Volkspark am Weinberg. Der 4,3 ha große Park wurde 1958 nach den Plänen des Gartenarchitekten Helmut Kruse als Erholungspark angelegt.











Ab der Fehrbellinstraße beginnt dann die Kastanienallee. Von hier aus ist es nur einen Katzensprung entfernt zum Zionskirchplatz und damit zur bekannten Zionskirche. Die 1873 eingeweihte Kirche erlangte Bedeutung als Wirkungsstätte von Dietrich Bonhöfer, der hier als Pastor tätig war. Seit 1986 stellte die Kirche oppositionellen Gruppen die Kellerräume zur Verfügung, die als Bibliotheks-, Veranstaltungs- und Druckerrei genutzt wurden. Weitere Informationen zur Kirche findet Ihr hier und hier zur in den Kellerräumen der Zionskirche angesiedelten Umweltbibliothek.











Zurück gekehrt zur Kastanienalle treffe ich auf ein Urgestein dieser Straße, das Hotel Kastanienhof, das es sogar ins Fernsehen schaffte.

Die Kastanienallee und Umgebung gehörte und gehört immer noch zu den begehrtesten Wohngegenden der Stadt. In den 50er Jahren des vorherigen Jahrhunderts entstanden eine Reihe von Neubauten, wie z.B. das Haus Ecke Schwedter Straße als Beispiel für den sozialistischen Wohnungsbau.

Ich schlendere an diversen interesssanten Häusern und den dahinterstehenden Geschichten vorbei. Welches, der vielen Motive soll ich hier abbilden? Es fällt mir schwer, mich zu entscheiden.



Kastanienallee 77, erbaut 1852/1853. Nach vielen Jahren des Leerstandes wurde das Gebäude Anfang der 90er Jahre umfangreich saniert. In dem Gebäude befindet sich das Lichtblick-Theater, das bis 1965 im Prater untergebracht war.



Durch die Toreinfahrt des Hauses Nr. 78 gelange ich in die Hinterhofbebauung und zum Theater „Dock 11“. Das Dock 11 präsentiert seit 1994 in einem alten Fabrikgebäude von 1895 internationale Produktionen in den Bereichen Tanz, Theater, Film, Performance, Literatur, bildende Kunst und Design.
Dieses Areal ist ein gutes Beispiel für die in Berlin übliche Hinterhofbebauung. In den Höfen siedelten sich Handwerker und Klein-Gewerbetreibende an.










Von hier aus sind es wenige Schritte bis zum sogenannten „Tuntenhaus“. Es ist ein Wohnprojekt von Homosexuellen und Teil des ehemals besetzten Hauses Nr. 86. Das Haus gilt als eine der letzten Einrichtungen, die bisher nicht von der Gentrifizierung betroffen waren.

Als nächstes kreuze ich die Odenberger Straße. Im Straßenblock zwischen Kastanienallee, Oderberger Straße und Eberswalder Straße befand sich eine weiteres Zentrum der altenativen DDR-Kultur, aber dazu in einem weiteren Bericht.

1993 eröffnete im Haus Nr. 13, inmitten der grauen Altbauten, das Café Scharzsauer. Großer Tresen, ein paar Stühle und Tische – und fertig war wohl der wichtigste Treffpunkt für die Kiez-Boheme. Immer noch kann man im Café morgens frühstücken, mittags einen Kaffee trinken und „am Abend gepflegt abstürzen“. Aus meiner Sicht leider ein Raucherlokal. Da das Wetter bis auf Weiteres nicht dazu einlädt, draußen zu sitzen werde ich wohl bis nächstes Jahr warten müssen.


Nicht nur Wien hat einen Prater. Auch in Berlin kann man (zu normalen Zeiten) im Prater, dienstältester Biergarten Berlins, ein zünftiges Bier trinken und Berliner Spezialitäten genießen. Schon im frühen 20. Jahrhundert strömten die durstigen Berliner auf das Vergnügungsgelände mit Biergarten. Bis 1965 befand sich auch ein Kino auf dem Gelände.


Es ist geschafft. Das nördliche Ende der Allee mündet in die Schönhauser Allee. Auf dem Fußgängerweg erinnert ein Mosaik des Künstlers Manfred Butzmann, eingelassen 1999, an die Brüder Skladakowsky. Hier hatten die Pioniere der Kinematographie auf dem Dachboden des Eckhauses ihr Atellier. Interessierte finden bei Wikipedia weitere Informationen über die Gebrüder.



An der Schönhauser Allee, normalerweise unterhalb der U-Bahn (hier eher Hochbahn) befindet sich der Konnopke Imbiss, das über die Stadtgrenze hinaus bekannte Curry-Wurst Original seit 1930. Mit 29 Jahren machte sich Max Konnopke in Cottbus auf den Weg nach Berlin, um ein Wurstmaxe zu werden.
Damit endet meine heutige Storry von der Kastanienallee.

Hinweis: Bei der Beschreibung der Straße und der Gebäude habe ich auf Formulierungen aus Wikipedia und der Homepage von tipBerlin zurückgegriffen. Treffender hätte ich es nicht ausdrücken können. Ich hoffe, beide Quellen sehen es mir nach.
Dort, wo sich das ehemalige Gängeviertel Hamburgs zwischen dem Messberg und der Steinsraße erstreckte entstand in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts das Kontorhausviertel.
Als Gängeviertel wurden die ehemaligen, eng bebauten Wohnquartiere in der Nähe des Hafens der Alt- und Neustadt Hamburgs bezeichnet. Hier wohnten, nein hausten die Hafenarbeiter mit ihren Familien in alten Fachwerkhäusern, die häufig nur über enge, verwinkelte Gänge zu erreichen waren. Hier herrschte bittere Armut. Die hygienischen Verhältnisse waren kastatrophal. Nach der Choleraepedemie 1892 entschied der Hamburger Senat den Abriss der Häuser und die Neubebauung. Ursprünglich war der Bau von Wohnungen geplant. Daraus entstanden dann die reinen Kontorhäuser. Das Wort Kontor ist die Hamburgische Bezeichnung für Büro.
Das Kontorhausviertel ist einer der beeindruckensten Stadtquartiere Deutschlands der 20er Jahre des voriegen Jahrhunderts .

Errichtet im Stil des Backsteinexpressionismus in den Jahren 1922 – 1924. Charakteristisch ist die an eine Schiffsform erinnernde Spitze an der Ostseite des Gebäudes. Das Gebäude beweist, das Backsteinarchitektur nicht langweilig sein muss. Mit seinen bis zu 10 Stockwerken ist das Chilehaus eines der ersten Hochhäuser Hamburgs.






Errichtet in drei Bauabschnitten in den Jahren 1927 bis 1942 war er zu der Zeit der größte Komplex der Stadt. Das Gebäude war Namensgeber der Immobilienverwaltungsgesellschaft der Stadt Hamburg.














In den Jahren 1927 und 1928 errichtet, überzeugt der Mohlenhof mit seiner einfachen Backsteinkunst und dokumentiert den Übergang vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit. Die glatte Klinkerfassade verzichtet auf die Ausschmückungen der anderen Gebäude und präsentiert sich mit einfach geschnittenen Fenstern.
Die überlebensgroße Figur stellt Merkur mit einer Kogge auf der Schulter und einer Hammonia in Form einer Frauengestalt in der Hand dar. Die Hammonia personifiziert die Stadt Hamburg. Rechts und links der Figur befinden sich fünf Reliefs, die die fünf Kontinente symbolisieren.



Das nach dem damals bedeutendsten Reeder Albert Ballin benannte Gebäude wurde 1924 am Messberg errichtet. 1938 erfolgte die Umwidmung in Messberghaus, da Albert Ballin nach damals herrschender Meinung die falsche Religion hatte.
Das 10stöckige Gebäude ist zurückhaltend dekoriert. Ende der 90er Jahre wurden die historischen Figuren durch moderne Werke ersetzt.







An der süd-westlichen Ecke des Chilehauses wurde 1906-1908 die Polizeiwache errichtet und später vollständig in den Komplex des Chilehauses eingebunden. Das Gebäude war als Polizeiwache und Dienstgebäude der Landherrenschaft erbaut. Der Skulpturenschmuck, die Portalfiguren mit Früchten, Getreide und Fischen weisen auf diese Bestimmung hin. Der Architekt Albert Elbe folgt dem Vorbild Alt-Hamburger Bürgerhäusern des Barock.










Und
Hinweis: Bei der Beschreibung des Viertels und der Gebäude habe ich auf Formulierungen aus Wikipedia und der Homepage der Stadt Hamburg zurückgegriffen. Treffender hätte ich es nicht ausdrücken können. Ich hoffe, beide Quellen sehen es mir nach.
Angeregt von einem Roman über eine Hamburger Reederfamilie Ende des 19. Jahrhunderts begab ich mich mit einer Freundin auf die Spuren der handelnden Figuren. Gott sei Dank wurde das Gängeviertel Anfang des 20. Jahrhunderts nach der Choleraepedemie 1892 abgerissen und saniert. Das letzte größere Gängeviertel wurde in den 1960er Jahren abgerissen. Heute finden sich noch einige wenige Zeugnisse der damaligen Zeit.
Als Gängeviertel wurden die besonders eng bebauten Wohnquartiere in der Altstadt und Neustadt innerhalb des Wallrings bezeichnet. In den Fachwerkhäusern wohnten Hafenarbeiter, Kleinhandwerker und Kleinhändler. Die Wohnungen waren nur durch schmale Straßen, durch verwinkelte und labyrinthartige Hinterhöfe, Torwege und namensgebende Gänge zu erreichen. Die Versorgung mit Wasser erfolgte entweder durch Wasserträger oder die Bewohner schöpften ihren täglichen Bedarf aus den Fleeten. In diese innerstädtischen Kanäle ergossen sich auch die Abwässer und der Unrat. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal und es grassierten Krankheiten und Epedemien, zuletzt 1892.
Das bekannteste Überbleibsel des Gängeviertels sind die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Krameramtsstuben am Fuße des Michels. Das Krameramt war eine Gruppe von Kleinhändlern, die vornehmlich mit Gewürzen, Seidenstoffen und Eisenwaren handelten. Die Wohnungen dienten der Altersversorgung der Krämer – Witwen.





Ein weiterer Komplex des Gängeviertels liegt am Valentinskamp und umfasst das Gelände Valentinskamp, Caffamacherreihe und Speckstraße. Anfang des 20. Jahrhunderts sollten die Gebäude abgerissen und das Gelände neu bebaut werden. Eine Volksinitiative setzte sich für den Erhalt und eine sinnvolle Nutzung, unter anderem durch künstlerische und kreative Aktivitäten, ein. Im Herbst 2013 wurde eine umfangreiche Grundsanierung eingeleitet.










Nachfolgend noch einige Impressionen aus dem ehemaligen Gängeviertel




Gleich neben den Krameramtsstuben steht das weltbekannte Wahrzeichen der Stadt Hamburg, der Michel.





Fotos: ROG, Für die Texte inspirierte mich Wikipedia.
Am Sonntag meinte es Petrus gut mit uns Berlinern. Nach trüben und nasskalten Tagen schien die Sonne und animierte mich zu einer Wanderung entlang der Gleise der Heidekrautbahn.
Gestartet bin ich an der Bushaltestelle Teschendorfer Weg der Buslinie 221 in der Nähe des Märkischen Viertels. Wenige Schritte entfernt verläuft die seit 1961 stillgelegte Stammstrecke der Heidekrautbahn von Berlin-Wilhelmsruh bis Basdorf. Derzeitig wird an der Reaktivierung der Strecke gearbeitet.
Bis es so weit ist bietet die Strecke entlang des Mauerwegs ein tolles Ambiente für ausgedehnte Spaziergänge/Wanderungen.






Der ehemalige Bahnhof Rosenthal befand sich seit der Inbetriebnahme 1901 an der Quickborner Straße und damit an der Grenze zwischen den Stadtteilen Pankow und Reinickendorf. Nachdem 1961 der Betrieb eingestellt wurde erfolgte der Abriss des Bahnhofs. Eisenbahnfreunde retteten einige Exponate:


In Höhe des Evangelischen Friedhofs Rosenthal verlasse ich die Strecke und wende mich Lübars zu.

Ende Oktober begann ich diese Berichtsreihe über meine kleine Rundreise durch Vorpommern, gestartet in Pasewalk.
Meine nächste Station liegt Rund 20 km nördlich von Pasewalk, hätte ich die direkte Verbindung nehmen können. Wie das Leben so spielt, war diese wegen Straßenbauarbeiten gesperrt und ich musste mein Navi dazu überreden, einen Umweg über die wenig reizvolle B 109 nach Torgelow zu fahren.
Torgelow, 1281 erstmals erwähnt, ist eine Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern inmitten der Uckermärker Heide umgeben von dichtem Mischwald. Torgelow hat sich den Charme eines gemütlichen Dorfes erhalten. Überregionale Bekanntheit erreichte Torgelow in der Vergangenheit durch seine 250jährige Gießereigeschichte und als Militärstandort. Noch heute findet man in der Umgebung von Torgelow militärische Einrichtungen.
Wahrzeichen der Stadt ist die 1884 im Stil der Neugotik erbaute evangelische Christuskirche. Bedeutsam sind die großen farbigen Altarraumfenster sowie die Mehmel-Orgel. Leider war die Kirche geschlossen, so dass ich mir diese Schmückstücke nicht anschauen konnte.

Gegenüber der Kirche liegt das moderne Rathausgebäude in dem sich auch eine Filiale meines ehemaligen Arbeitsgebers befindet.

Im Jahre 1753 ordnete Friedrich II in einer Kabinettsorder die Errichtung eines „Königlich-Preußischen Eisenhüttenwerks“ an. Damit begann die industrielle Entwicklung. In der Ueckerniederung fand man Raseneisenerz, das als Grundstoff für die Waffenproduktion von Interesse war. In der Folgezeit entstanden weitere Eisengießereien und Sägewerke. Die Regison erlebte einen rasanten Aufschwung.
Kurz vor der Wende waren über 2.300 Menschen im damaligen VEB Gießerei und Maschinenbau „Max Matern“ Togelow tätig. Die heutige Eisengießerei Torgelow GmbH bezeichnet sich als zu den führenden Handformgießereien Europas gehörend.




Weitere Impressionen:











Gestern genoss ich noch herrlichen Sonnenschein bei einer ausgedehnten Wanderung entlang des Seddinsees sowie des Oder-Spree-Kanals in Schmöckwitz und heute verzaubert die weiße Pracht die Landschaft. Wenn Niederschlag im Winter ist mir Schnee allemal lieber als Regen.
