Weihnachten in meiner alten Heimat Hamburg

Zu meinen alljährlichen weihnachtlichen Ritualen gehört die Fahrt mit dem Zug nach Hamburg. Da heißt es dann um 4:15 Uhr aufstehen. Der aus Prag kommende EuroCity war sogar pünktlich und die Reise konnte um kurz nach 7:00 Uhr beginnen. Zu so früher Stunde war der Zug überschaubar besetzt. Die Platzreservierung hätte sich erübrigt; aber sicher ist sicher.

In Hamburg angekommen stand als erstes der Besuch meiner 1979 bzw. 1988 verstorbenen Eltern auf dem Programm. Beiden geht es gut und alles war in Ordnung.
Dem weiteren Programm steht nichts mehr im Wege und es geht mit der S-Bahn zum neuen Bahnhof Elbrücken, wo ich, nachdem ich die neuen Bauwerke digital festgehalten habe, in die neue U-Bahnlinie 4 umstieg mit dem Ziel zum HafenCity Weihnachtsmarkt.

Aber wo ist er denn? Als ich an der richtigen U-Bahnstation aussteige ist weit und breit nichts von einem Weihnachtsmarkt zu sehen. Ich gehe in die Richtung, die ich meine – aber nichts. Später stelle ich fest, dass es die falsche Richtung war. Gute Vorbereitung hilft.

Apropos U4: Es ist die jüngste und kürzeste Linie Hamburgs. Sie verbindet die HafenCity mit dem Stadtteil Billstedt. Zwischen Jungfernstieg und Billstedt nutzt sie vorhandene Bauwerke. Neugebaut wurde die Stecke vom Jungfernstieg in die HafenCity bis zur Haltestelle Elbbrücken Hier ist auch der Übergang zur S-Bahn möglich. Die Bahnhöfe HafenCity Universität und Überseequartier sind mit einer Höhe von 20 Metern ungewöhnlich großzügig und schlicht gestaltet.

Allmählich meldet sich mein Magen und ich fahre zur Weißen Weihnacht am Jungfernstieg. Weiße Weihnacht deshalb, weil die Zelte weiß sind. Es ist ein Markt des gehobenen Niveaus. Dies gilt sowohl für das Produktangebot als auch für die Besucher – Jungfernstieg eben.

Gestärkt verlasse ich die Innenstadt und mache einen Abstecher in die Walddörfer, genauer gesagt nach Wandsbek-Gartenstadt. Hier hatte meine Schwester mit ihrem Mann und den Töchtern in einer Gartenkollonie gewohnt. Nach dem Krieg war dies mit Blick auf den Wohnungsmangel erlaubt bzw. es wurde geduldert. Dies wurde spätestens in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geändert und meine Schwester zog mit ihrem Mann in eine Wohnung. Überraschender Weise existiert die Gartenanlage in unmittelbarer Nähe zum Bundeswehrkrankenhaus unverändert.

Für die Rückfahrt nach Berlin ist es noch zu früh. Was also jetzt machen? Warum nicht einen Schnellbus für einen Ausflug entlang der Elbchaussee nach Blankenese nehmen? Gedacht – gemacht. Im kommenden Frühjahr/Sommer werde ich bestimmt einen längeren Ausflug an die Elbhänge machen.

Ins Zentrum zurückgekehrt geht ist zum Weihnachtsmarkt am Gerhard-Hauptmannplatz und dann die Spitalerstraße hoch Richtung Hauptbahnhof, wo der ICE auf mich wartet.

Damit enden meine „Ausflüge“ zu den Weihnachtsmärkten. In 11 Monaten geht es weiter.

Fotos: Karsten Bergmann auf Instagram und ROG