Weihnachtsmarkt Charlottenburger Schloss

Mit kleiner Verspätung kommen heute die letzten Berichte über Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg.

Zum Charlottenburger Schloss gehe ich immer wieder gern. Die Silhouette des Schlosses verleiht diesem Weihnachtsmrkt ein besonderes Flair. Und so entschloss ich ich zum Besuch. Mit der S-Bahn ging es bis Jungfernheide und von dort durch den Schlosspark zum Markt. Gott sei Dank war er noch nicht bevölkert, da er üblicherweise ein beliebtes Touristenziel ist. So schlenderte ich gemütlich an den auch hier festlich geschmückten Ständen entlang, vorbei an Schmuck, Crêpes, Schals, Mützen, geräuchertem Lachs, Bigos, Honig und vielem anderen. Natürlich fehlen auch gegrilltes Fleisch und Bratwürste sowie die Heißgetränke nicht.

Nach zwei Glühwein mit Schuss und einem Nackensteak geht es mit dem 109er zu Fotomax am Los-Angelesen-Platz. Den Abschluss bildet der Breitscheidplatz mit einer Feuerzangenbowle.

Schloß Charlottenburg, benannt nach Sophie Charlotte von Hannover, Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III. und späteren König in Preußen Friedrich I., ist eine ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern; er- und ausgebaut zwischen 1695 und 1791.

Besinnlicher Weihnachtsmarkt auf Schloss & Gut Liebenberg

Nicht nur Berlin hat sehenswerte Weihnachtsmärkte. Ca. 70 km nördlich von Berlin liegt das Schloss & Gut Liebenberg im Löwenberger Land. „Es liegt ein besonderer Zauber auf dem einstigen Rittergut aus dem 16. Jahrhundert. Schon Theodor Fontane zählte die Zeit auf Schloss Liebenberg zu seinen „glücklichsten Wanderungs`-Tagen in der Mark Brandenburg““ schreibt die Berliner Woche über diesen herausragenden Platz.

Diesen Markt habe ich mir für den 4. Advent vorgenommen und mich schon darauf gefreut. Petrus hat seinen eigenen Kalender und hüllt die Landschaft in einen Novembernebel ein. Davon lass ich mich aber nicht abschrecken und starte gegen Mittag in Richtung Liebenberg. Nach gut einer Stunde komme ich in Begleitung vieler weiterer Besucher am Ziel an. Der Parkplatz am Rande des Schlossparks ist trotz der frühen Stunde schon gut gefüllt. Ich folge den anderen Besuchern, die sich offensichtlich besser auskennen als ich, und spaziere durch den Park zum Schloss.

Die weihnachtlich dekorierten Stände sind auf dem gesamten Gutsgelände aufgebaut und verbreiten weihnachtliche Gerüche. Feuerstellen laden zum Verweilen und zum Aufwärmen ein (was auch notwendig ist, kriecht doch die feuchte Kälte allmählich die Beine hoch). Neben den üblichen kulinarischen und flüssigen Köstlichkeiten werden Produkte aus dem Hofladen, Keramik und Porzellan, Textilien, Kunst, Filzartikel angeboten. Handwerkertreibende bieten ihre Erzeugnisse feil. Eine Märchenerzählerin zieht die Kinder in ihren Bann. Gespannt lauschen die Kleinen den Abenteuern von Hänsel und Gretel, Rumpelstilchen, Schneewittchen und Rosenrot usw. Die „Kaiserbahn“ entführt die kleinen Gäste in die Kaiserzeit.

Die Liebenberger Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert ist ein Besuch wert. Hier durfte ich weihnachtliche Chormusik genießen und ein wenig zur Ruhe kommen und ganz bei mir sein. So allmählich stellt sich Weihnachtsstimmung ein.

„An der Grenze der Grafschaft Ruppin, aber mit ihrem Hauptbesitzstande schon der Uckermark angehörig, liegt die große, mehr als 20.000 Morgen umfassende Herrschaft Liebenberg.“
So beschrieb Theodor Fontane diesen geschichtsträchtigen Ort. Fontane weilte wiederholt hier und berichtete über diesen Ort in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg.
Ich werde sicherlich im Frühjahr/Sommer 2020 wieder nach Liebenberg kommen, u.a. auch zum Besuch des leider an diesem Tag geschlossenen Museum.

Breitscheitplatz – Ort des Mahnens und Gedenkens aber auch der Lebensfreude

Dieser Ort wird bestimmt durch die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis -Kirche – kurz Gedächtniskirche genannt- , errichtet Ende des 19. Jahrhunderts und im Zweiten Weltkrieg zur Ruine gebombt. Sie gehört zu den wichtigsten Wahrzeichen des alten West-Berlins und den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Sie ist Mahnmahl für den Frieden und Symbol der Widerstandskraft der Berliner Bevölkerung während der Teilung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Am 19. Dezember 2016 zerriss ein verachtenswertes Attentat mit 12 sinnlos Getöteten und vielen Verletzten die ausgelassene, weihnachtliche Stimmung. Heute erinnert eine Genktafel, geschmückt mit unzähligen Blumen, an diese Tat.

Ein Berliner und seine Gäste läßt sich nicht unterkriegen, sie trotzen der Gefahr und genießen das Leben. Auch wenn die offensichtlich notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ein wenig bedrückend wirken. In welcher Welt leben wir?

Der Markt ist entgegen den bisher von mir besuchten eher kommerziell geprägt. Glüh- und Bratwurststände überwiegen. Mein Highlight und ein absolutes „must“ ist die Original Rühmann Feuerzangenbowle mit brennendem Zuckerhütchen. Es schmecken auch zwei! Ich sitze am Fenster, genieße das Heißgetränk und schaue dem Treiben draußen zu. Das Leben kann so schön sein. Um mich schwirrt ein Stimmengewirr unterschiedlicher Sprachen. Berlin ist weltoffen und tollerant.

WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt

Denke ich an Weihnachten denke ich auch an Weihnachtsmärkte. Hiervon hat Berlin eine ganze Reihe. Kleine und große, traditionelle und moderne und nicht zu vergessen, Rummel-Weihnachtsmärkte.

Etwas Besonderes für mich ist der WeihnachtsZauber am Gendarmenmarkt. Wohlbehütet durch einen Zaun, bewacht und mittels Eintrittspreis gesteuert trifft man auf ein gehobenes Klientel. Der besondere Reiz liegt in der Kombination gehobener Gastronomie, selektiver Produktangebote mit Kunstmarkt und kulturellen Darbietungen.

Die spezielle Atmosphäre entfaltet sich in der Dunkelheit mit den angestrahlten historischen Gebäuden Deutscher und Französischer Dom sowie Konzerthaus Berlin. Ohnehin ist die Weihnachtszeit in der Dunkelheit am stimmungsvollsten.

Der erste Gang führt mich zur Feuerzangenbowle. Ein absolutes Muß! Während ich mich genußvoll dem Heißgetränk hingebe erscheinen nach und nach Szenen des gleichnamigen Films mit Heinz Rühmann vor meinem geistigen Auge. Ich schaue den vorbei flanierenden Menschen aus nah und fern zu und überlege, was sie wohl in diesem Moment an diesem geschichtsträchtigen Ort empfinden.

So in Stimmung gebracht schlendere ich mit einem Becher Glühwein mit Schuss entlang der beleuchteten Verkaufsstände vorbei an handgemachter Kunst, Keramik, Skulpturen, Spezialitäten aus aller Welt, gebrannten Mandeln, Buchdruck. preisintensiver Gastronomie und kulinarischen Verführungen und lasse mich von den vielfältigen und farbenfrohen Angeboten inspirieren.

Es war wieder ein tolles Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Mal sehen, was die Stadt sonst noch zu bieten hat. Bis bald!