Angeregt durch einen Bericht im RBB schnappte ich mir vor einigen Wochen meinen Fotorucksack und machte ich mich auf den Weg nach Friedenau. Der verhältnismäßig zentral gelegene Ortsteil Friedenau ist der jüngste und kleinste Ortsteil Berlins und zugleich der dichtbesiedeltste. Zur Zeit der Reichsgründung wurde hier „auf der berühmten grünen Wiese“ ein neuer Stadtteil geplant und errichtet. Die Grundbesitzer waren verpflichtet, Stadtvillen als bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Ein Teil dieser Stadtvillen sind erhalten geblieben. Ende des 19. Jahrhunderts gab es aufgrund der rasch wachsenden Einwohnerzahl Wohnungsnot (wie sich die Zeiten ähneln). Die Stadtvillen wurden teilweise abgerissen und ersetzt durch 5-geschossige Wohnhäuser.
Noch heute prägt die Mischung von einfachen Landhäusern und mehrgeschossigen Mietshäusern das Bild dieses Ortsteils und verleiht ihm ein ganz besonderes Flair.
Friedenau entwickelte sich aufgrund der zentrumsnahen Lage schnell zu einem bevorzugten Wohnort von Künstlern, Schriftstellern, Schauspielern, Musikern aber auch von Politikern.

S-Bahn-Station Bundesplatz 
Varziner Platz 
Varziner Platz 
Varziner Platz
Ich starte meinen Rundgang am Varziner Platz auf der Südseite der S-Bahn-Station. Dieser Platz wurde nach dem Ort Varzin in Ostpreußen benannt, in dem der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck ein Rittergut besaß.
Ich konzentriere mich auf das Dreieck mit der S-Bahn im Norden, der Bundesallee im Westen und der Haupt- bzw. Rheinstraße im Osten.
Durch das Wagnerviertel (daher auch der Name „Brünnhildstraße) schlendere ich zum Cosimaplatz, benannt nach der Ehefrau von Richard Wagner. Auf dem umliegenden Gelände befand sich bis 1904 eine 500 m lange Radrennbahn aus Zement.

Das Corps Teutonia, gegründet 1870, war eine Berliner Studentenverbindung im Weinheimer Senioren-Convent. Im Corps Teutonia konnte jeder immatrikulierte Student einer Berliner Hochschule aktiv werden, unabhängig von seiner Herkunft, Religion, Weltanschauung oder Staatsangehörigkeit.
Die Prinzipien des pflichtschlagenden Corps Teutonia waren das Toleranzprinzip, Leistungsprinzip und Gesellschaftsprinzip. Der Wahlspruch des Corps war „amico pectus, hosti frontem“ (dem Freund die Brust, dem Feind die Stirn).

Albestraße 
Albestraße 

„Villa Anna“ in der Albestraße 24 beherrbigte bis 2001 einen Kindergarten gleichen Namens, der dann in die Schmargendorfer Str. umzuog. 
Albestraße Ecke Handjerystraße 


Handjerystraße Ecke Perelsplatz 
Griechisches Restaurant Medusa
In der Albestraße, benannt nach dem Nebenfluss der Saar, lebten unter anderem der Komponist und Dirgent Max Bruch sowie der Schauspieler Max Schreck (Nosferatu).
Die Handjerystraße, benannt nach Nicolaus Prinz Handjery (Preußischer Politiker) bildet zusammen mit der Stubenrauchstraße die für Friedenaus Staßenstruktur typische U-Form der Carstenn-Figur. In der Handjerystraße 2 stürzte während der Luftbrücke ein „Rosinenbomber“ ab.

Friedrich-Bergius-Schule 


Kriegerdenkmal am Perelsplatz 
Parkcafé am Perelsplatz – war leider noch geschlossen 
Sintflutbrunnen am Perelsplatz 
So läßt sich der Sommer genießen 
Lauterstraße
Die Friedich-Bergius-Schule am Perelsplatz, benannt nach dem Chemiker Friedrich-Bergius, ist heute eine integrierte Sekundarschule. Der repräsentative und historisierende Bau (Grundsteinlegung 1901, Einweihung 1903) weist sowohl Anklänge an die beginnende Moderne wie auch Reminiszenzen an die Renaissance auf und ist reich mit Skulpturen versehen. Trotz einiger Schäden im Zweiten Weltkrieg sind wesentliche Ausstattungsdetails erhalten geblieben. Die Schule ist die älteste Lehranstalt Friedenaus und wird als Denkmal geführt.
Der Perelsplatz ist benannt nach Justus Julius Perels, Justiziar der Bekennenden Kirche, der im April 1945 von der Gestapo erschossen wurde.

Renèe-Sintenes-Platz 
Grasendes Fohlen von Renée-Sintenes 
Reich gedeckter Frühstückstisch 
Alte Post am Renèe-Sintenes-Platz
Der Renée-Sintenis-Platz liegt mitten in Friedenau und erinnert seit 1967 an die gleichnamige Bildhauerin, Medailleurin und Grafikerin (1888 – 1965), die in Berlin lebte und wirkte. Sie schuf vor allem kleinformatige Tierplastiken, weibliche Aktfiguren, Porträts (Zeichnungen und Skulpturen) sowie Sportstatuetten. Von ihr stammt auch das bronzene „Grasende Fohlen“, seit 1929 auf „ihrem“ Platz aufgestellt. Das Folen braucht sich um sein Futter keine Gedanken zu machen. Regelmäßig kommen die Kinder der Umgebung und sorgen für ausreichend frisches Gras.

Schmargendorfer Straße 
Schmargendorfer Straße 
Kindergarten Villa – Anna in Schmargendorfer Str. 
So kann man leere Flaschen auch verwenden! 
Kinder- und Jugendzentrum Burg

Die evangelische Kirche „Zum Guten Hirten“ wurde zwischen 1891 und 1893 im neugotischen Stil errichtet und bietet 940 Personen Platz. Der Friedrich-Wilhelm-Platz bildet das topographische Zentrum Friedenaus und wurde nach dem Deutschen Kaiser Friedrich II beannnt.
Dankbar bin ich dem Internet und insbes. Wikipedia für all die hier verarbeiteten klugen Informationen.























