Die Ära der großen Segelschiffe mag längst vergangen sein, aber die Faszination für diese majestätischen Meisterwerke der Schiffbaukunst lebt weiter. Eines der beeindruckendsten Segelschiffe dieser Ära ist zweifelsohne der Flying P-Liner „Peking“. Mit einer reichen Geschichte und einer unvergleichlichen Schönheit ist die Peking ein Symbol für die goldene Ära der Windjammer und ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Seefahrt.
Gebaut wurde die Peking 1911 auf der renommierten Werft Blohm+Voss in Hamburg. Ihre Aufgabe war der lukrative Transport von Salpeter von Chile nach Deutschland. Sie war Teil einer Flotte von Windjammern, die für die Reederei F. Laeisz gebaut waren. Der Name „Flying P-Liner“ bezieht sich auf die Schiffe dieser Reederei, die in der Regel den Buchstaben „P“ trugen und für ihre Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bekannt waren. Beispielhaft genannt seien die Pamir (1957 in einem Hurrican gesunken), Passat (Museumsschiff in Travemünde), Padua (heute Kruzenshtern – Segelschulschiff der Fischereiflotte unter russicher Flagge, Heimathafen Kiliningrad). Weitere Informationen und eine umfangreiche Liste der P-Schiffe findet Ihr hier.
Nach 21 Jahren waren die Frachtsegler gegen die schnellen Dampfschiffe im Nachteil. Hinzu kam die Erfindung des Kunstdüngers nach dem Ersten Weltkrieg sowie der Bau des Panama-Kanals.
Die Peking wurde 1932 verkauft und anschließend als Schul- und Internatsschiff östlich von London eingesetzt. Danach ging es als Museumsschiff nach New York. 2020 kehrte die Peking nach Hamburg zurück und liegt derzeitig am Bremenkai im Hansahafen.
Mit einer Länge von 115 Metern und einer dreimastigen Barkentine-Rigg (bestimmte Form der Takelage eines Segelschiffes) war die Peking eine beeindruckende Erscheinung auf den Weltmeeren. Ihr Stahlrumpf und ihre hoch aufragenden 4 Masten waren Zeugnisse der damaligen Ingenieurskunst.
Dieses stolze Schiff wurde von 31 Mann Besatzung, davon annährend die Hälfte „Führungskräfte“ gefahren.
Bereits im November letzten Jahres berichtete ich über diese Legende sowie über das Hafenmuseum. Heute nehme ich an einer Führung teil. Lehnt Euch zurück und genießt die dabei entstandenen Fotos.
Bugspriet / KlüverbaumSteuerrad vor dem Steuerhaus, dahinter dem KreuzmastBrasswindeJarvis-Brasswinden – dahinter der GroßmastWerftschildSignal-GlockeGangspill für große Zugkräfte. An Holzstangen drehten Seeleute den Spill im KreisAnkerHiermit wurde der Anker bewegtTreppenhaus eingebaut in die LadelukenZwischendeckBlick vom Zwischendeck in den LaderaumFrachtraum im Unterdeck mit einer Ladekapazität von 5.300 t / Die Säcke wurden für die Stabilität pyramidenförmig gestapelt
Die kurzweilige und überaus interessante Führung hat mir und der Gruppe sehr gefallen. Ich empfehle die Teilnahme.
Mein Dank gilt ChatGPT und der Homepage des Deutschen Hafenmuseums für Anregungen zum Text. Hier findet Ihr auch weitere Informationen zum Hafenmuseum und der Peking.
Einst war Ottensen ein bedeutender Industriestandort. Heute ist es ein begehrter, lebendiger und multi-kultureller Stadtteil. Der Mix aus alter Industriearchtektur, Gründerzeithäusern, Elbe, Villen, viel Grün und nicht zu vergessen die zahlreichen gastronomischen Einrichtungen macht diesen Stadtteil anziehend und beliebt.
Ottensens Geschichte geht zurück bis zum Fränkischen Reich. Zeitgleich mit der Hammaburg siedelten sich im 9. Jahrhundert hier die ersten Menschen an.
„Unangepasst und kreativ“
so beschreibt die Journalistin und Schriftstellerin Dörte Hansen den Großstadtteil und seine Bewohner in ihrem verfilmten Roman „Altes Land“.
Das Alte Land kenne ich. In Ottensen, obwohl aus Hamburg stammend, war ich bisher noch nicht. Das muß sich ändern! Also steige ich in den ICE und werde nach zweistündiger Fahrt direkt ins quirlige Ottensener Leben gespült. Gleich gegenüber des Altonaer Bahnhofs beginnt die Ottensener Hauptstraße und meine Entdeckungstour.
Einkaufsmeile Ottensener HauptstraßeDie Bäume spenden Schatten. Hier läßt es sich aushalten.
In den Straßen-Cafès läßt sich das Leben an einem sonnigen Tag sehr gut genießen.
Nach wenigen Schritten treffe ich an der Ecke Ottensener Hauptstraße/Spritzenplatz auf Müllers über die Kiez-Grenzen hinaus bekannte Raucher-Kneipe selben Namens. Gleich gegenüber begrüßt der Ottensener Torbogen von Doris Waschk-Balz die Flanierenden.
Müllers Raucherkneipe, seit Jahrzehnten eine Kiez-Institution Eine Lokalität, die auch bei „Betriebsasusflügen“? beliebt ist.Ottensener Torbogen von Doris Waschk-Balz
Um die Ecke entdecke ich den Spritzenplatz. Zusammen mit dem Alma-Wartenberg-Platz und dem Kemal-Altun-Platz bildet der Spritzenplatz das Zentrum von Ottensen. 4 x wöchtenlich lädt hier der kleinste Marktplatz Altonas die Ottensener Hausfrauen und -männer zum Einkauf frischer Lebensmittel aus der Region ein. Das komplette Warenangebot eines traditionellen Wochenmarkts macht ihn zu einem der schönsten Märkte Hamburgs.
Ich schlendere die Bahrenfelder Straße entlang vorbei an Gründerzeithäusern bis zum Alma-Wartenberg-Platz. Alma Wartenberg, 1871 in Ottensen geboren, ist eine wichtige Person für die proletarische Frauenbewegung in Deutschland. Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Alma als einziges weibliches Mitglied in den Provinziallandtag Schleswig-Holstein gewählt (Zur Erinnerung: Erst mit dem Großhamburg-Gesetz 1937 wurde Altona und damit auch Ottensen mit Hamburg vereinigt).
Unter den Schatten spendenden Bäumen treffen sich die Kiezer zum Klönschnack.
Alma-Wartenberg-Platz. Im Schatten läßt es sich aushalten!
In den 1869 von Theodor Zeise errichteten Hallen wurden über mehr als 100 Jahre Schiffsschrauben hergestellt und in die ganze Welt exportiert. Seit 1993 sind in den Hallen die sogenannten Zeise-Kinos untergebracht. Ferner laden Restaurants, Buchverlage, Galerien sowie das Institut für Theater und Film der Uni Hamburg zum Verweilen ein.
Ich habe jedoch noch keine Zeit fürs Verweilen. Daher schlendere ich mit einem letzten Blick auf das Areal der Zeise Hallen die Bergiusstraße entlang und treffe auf den
Zur industriellen Hochzeit Ottensens wurden auf dem Areal unter anderem Kräne und Bagger hergestellt. Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts mußte die Firma aufgeben und die Gebäude wurden abgerissen. Über einen längeren Zeitraum lag diese Fläche brach. Dank des Engagements der Einwohner entstand ein Quartierspark, der von den unterschiedlichen Einwohnergruppen intensiv genutzt wird. Ich sehe dem begeisterten Treiben der Kinder und Jugendlichen bei der Nutzung der verschiedenen Spielmöglichkeiten zu. Hierzu zählen z. B. ein Spielplatz mit zahlreichen Geräten, ein Bolzplatz und ein Bauspielplatz. Im Sommer finden hier Open-Air-Veranstaltungen statt.
Kemal Altun war türkischer Asylbewerber. Leider wurde sein Asylantrag abgelehnt. 1983 beging Kemal Altun während seines Gerichtsprozeses Zuizid. Erst 2012 erhielt der Platz auf Druck der Bevölkerung seinen heutigen Namen.
Gleich anschließend öffnet sich auf dem Dreieck der Großen Brunnenstraße, Eulenstraße und Bei der Reitbahn ein weiterer Platz mit einem Eis-Pavilion, umgeben von hübschen Gründerzeithäusern. An der Ecke zur Eulenstraße befindet sich das Areal der St. Marienkirche.
Gleich hinter dem Kemal-Altun-Platz öffnet sich die nächste Oase mit einem Eis-PavilionBei der Rennbahn – GründerzeithäuserKirche St. MarienAuch Hamburg ist eine Fahrradfahrer-StadtPavilion
Ich biege ein in die Eulenstraße, die mich zur Motte führt. In die ehemalige Ottensener Schokoladenfabrik zog Mitte der 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts der „Verein für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit“ ein.
„Die MOTTE ist bunt und vielfältig. Leben und Inklusion, Unterstützung und Kreativität werden hier großgeschrieben.„
verbindet den Stadtteil Eißendorf mit dem Zentrum Harburgs.
Heute ist Berlin mal wieder in winterliches Grau gehüllt, Sonnenschein nicht in Sicht. Ein sonnige Oktobertag im Göhlbachtal erscheint vor meinem inneren Auge. Fotos ausgewählt sowie bearbeitet und schon beginne ich diesen Bericht.
Es ist ein schöner Herbsttag im Jahre 2020; zuerst bedeckt und dann zunehmender Sonnenschein, Ich entschließe mich nach dem traditionellen Besuch der elterlichen Grabstätte zu einem Spaziergang entlang des idyllischem Tals, dem Lohmühlengraben folgend.
Das Göhlbachtal ist Eißendorfs Wiege. Hier ließen sich die ersten Siedler nieder, da das Tal und die Umgebung ideale Lebensbedingungen für die Menschen und die Tiere bot. Die Haufensiedlung wurde erstmalig 1359 urkundlich erwähnt. Heute fühlen sich 282 Bewohner hier wohl. Der Hamburger Gartenarchitekt Friedrich Hölscher gestaltete Ende der 1920er Jahre die Parkanlage zu einer öffentlichen Grünanlage um.
Ich beginne meinen Spaziergang an der Friedhofstraße beim Neuen Friedhof.
Spielplatz Steinkestraße
Nach einem entspannten 45 minütigen Spaziergang entlang von Wiesen und unter schattigen, bunt belaubten Bäumen endet meine Tour am Hastedtplatz. Nach dem letzten Krieg standen hier bis in die 19550er Jahre die „berühmten“ Nissenhütten, benannt nach dem englischen Architekten P. Nissen. Die Wellblechhütten wurden von den Engländern als Behelfsunterkünfte aufgestellt. Beispielfotos findet Ihr hier.
Nach Abriss der Hütten wurden hier Wohnhäuser gebaut. In einem dieser Häuser wohnte mein Patenonkel (Onkel Otto).
Der Platz ist als Landschaftspark gesteltetIn einem dieser Häuser wohnte meine Tante mit ihrem Mann, meinem Patenonkel
Mit diesen Erinnerungen freue ich mich auf den kommenden Frühling.
Herbstlich frisch ist es, als ich mich auf den Weg in meine Geburtsstadt mache. Dort angekommen begrüßt mich die Hansestadt mit strahlendem Sonnenschein, der Hoffnung macht auf höhere Temperaturen.
Wie üblich sehe ich erst einmal beim Grab meiner Eltern nach dem Rechten. Alles in Ordnung, die Winterbepflanzung überzeugt.
Nun widme ich mich dem eigentlichen Ziel meines Ausflugs, dem Hafen Museum und der Peking bei den Schuppen 50-53 am Hansahafen,
Ich starte an der S-Bahnstation Veddel.
Seit vielen Jahren wird an der Eisenbahn-Überführung Zollkanal gearbeitet. Fertigstellung für 2024 geplant.Zolldienststelle NiedernfeldeDurch diesen Tunnel muss ich hindurch
Nach einem Fussweg von ca. 30 Minuten komme ich am Hansahafen an.
Bahnübergang vom Vedderler Damm zur Australiastraße
Gleich vorne rechts am Bremer Kai liegt das begehrte Ziel meines Ausflugs, die Viermastbark Peking. Sie gehört zu den legendären Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz, so genannt nach dem Anfangsbuchstaben der Frachtsegler. Zu den Schwestern zählen unter anderem die Pamir (1957 gesunken), Passat (Museumsschiff in Travemünde), Padua (fährt seit 1969 unter dem Namen Kruzenshtern als Schulschiff der russischen Fischereiflotte) und Pommern (seit 1954 Museumsschiff in Mariehamm, Finnland),
„Die schnellen Segler waren für ihre Robustheit und Geschwindigkeit unabhängig vom Wetter berühmt und ihre Zuverlässigkeit kam der eines Linienbetriebes nahe.“
Wikipedia
Die Frachtsegler transportierten Salpeter aus Chile, das vielfältige Anwendung als Stickstoffdünger fand.
Weitere interessante Informationen zur Peking und dem Salpeter-Anbau in Chile findet Ihr hier!
Der Hansahafen bietet weitere Sehenswürdigkeiten, zB. den Stückgutfrachter MS Bleichen. Sie repräsentiert eine ganze Generation von Frachtschiffen. Gebaut wurde sie 1958 von der Nobiskrug-Werft in Rendsburg. Ihr Einsatzgebiet war die Ostsee. Von Hamburg aus transportierte sie Stückgut nach Schweden und Finnland. Die Rückladung bestand aus Papierrollen und Holz. Siehe auch die Homepage des Vereins „Freunde des Stückgutfrachters MS Bleichen e.V.“
Die Hafenbahn gehörte seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Transportmittel vom Schiff ins Hinterland. Ausgestellt am Bremer Kai sind 29 historische Fahrzeuge. Nachfolgend eine kleine Auswahl.
Neben den großen „Pötten“ begeistern mich auch die kleineren Einheiten.
Hamburg, Staatsdampfer Schaarhörn und Fährmotorschiff Lühelinks Staatsdampfer Schaarhörn, im Vordegrund Fährmotorschiff LüheHamburgMuseumsschute H11347, 1913 in Dienst gestellt, bis 1979 im Stückgutumschlag eingesetztJörnSchutendampfsauger IV, 1909 gebautSchwimmkran „Saatsee“ von 1917
Interessant finde ich auch die 15 verschiedenen Hafenkrane am 2018 eingeweihten Anleger Bremer Kai.
Den Abschluss des Geländes bildet das Kopfgebäude mit dem Schaudepot. Leider war ich einige Tage zu spät vor Ort. Ende Oktober endete die Saison hier am Hansahafen und ich muss bis Anfang April des kommenden Jahres mit der Besichtigung des Depots warten.
Mit diesem phantastischen Blick vom Höft auf die Elbphilharmonie verabschiede ich mich für heute. Hamburg ist eine tolle Stadt.
Dank an Wikipedia, die Seiten des Hamburger Hafen Museums sowie der Seite der Stiftung Maritim Hamburg.
Anfang der 1980er Jahre fuhr ich täglich auf dem Weg zur Arbeit am Hofweg mit dem Bus durch die Lange Reihe. Immer wieder kam es zu zeitraubenden Staus. Ich erinnere mich an eine Bäckerei und Konditorei mit einem wahrhaftigen Bäckermeister. Hin und wieder wurden wir mit feinen Backerzeugnissen verwöhnt.
Die zweite Erinnerung ist die an das 1949 gegründete, in Familienbesitz befindliche Kult – Kaufhaus „1000 – Töpfe“. Der Name war Programm. Der Gründer begann mit dem Verkauf von Kochtöpfen, gepresst aus englischem Flugzeugblech. Später wurde das Sortiment auf andere Haushalts- und Fotoartikel erweitert. Die Filiale in der Langen Reihe war auf Fotoartikel spezialisiert und hier habe ich meine erste Spiegelreflexkamera von Canon gekauft. Im Januar 2013 musste die Filiale aufgrund steigender Gewerbemieten schließen. Heute ist das Gasthaus „Frau Müller“ hier untergebracht.
„Bunt, quirlig und manchmal etwas schräg, das ist die Lange Reihe. Auf der wichtigsten Einkaufsstraße des Hamburger Stadteils St. Georg ist meistens der Bär los.“ so steht es zumindest auf der Homepage der Stadt Hamburg. Nachdem ich diesen Teil Hamburgs jahrelang nicht auf dem Schirm hatte, entscheide ich mich während eines meiner letzten Besuche in Hamburg, die Straße für mich neu zu entdecken.
Dort, wo sich das ehemalige Gängeviertel Hamburgs zwischen dem Messberg und der Steinsraße erstreckte entstand in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts das Kontorhausviertel. Als Gängeviertel wurden die ehemaligen, eng bebauten Wohnquartiere in der Nähe des Hafens der Alt- und Neustadt Hamburgs bezeichnet. Hier wohnten, nein hausten die Hafenarbeiter mit ihren Familien in alten Fachwerkhäusern, die häufig nur über enge, verwinkelte Gänge zu erreichen waren. Hier herrschte bittere Armut. Die hygienischen Verhältnisse waren kastatrophal. Nach der Choleraepedemie 1892 entschied der Hamburger Senat den Abriss der Häuser und die Neubebauung. Ursprünglich war der Bau von Wohnungen geplant. Daraus entstanden dann die reinen Kontorhäuser. Das Wort Kontor ist die Hamburgische Bezeichnung für Büro. Das Kontorhausviertel ist einer der beeindruckensten Stadtquartiere Deutschlands der 20er Jahre des voriegen Jahrhunderts .
Lage des Kontorhausviertels
Das bekannteste Gebäude ist das Chilehaus
Errichtet im Stil des Backsteinexpressionismus in den Jahren 1922 – 1924. Charakteristisch ist die an eine Schiffsform erinnernde Spitze an der Ostseite des Gebäudes. Das Gebäude beweist, das Backsteinarchitektur nicht langweilig sein muss. Mit seinen bis zu 10 Stockwerken ist das Chilehaus eines der ersten Hochhäuser Hamburgs.
Gleich gegenüber liegt der Sprinkenhof
Errichtet in drei Bauabschnitten in den Jahren 1927 bis 1942 war er zu der Zeit der größte Komplex der Stadt. Das Gebäude war Namensgeber der Immobilienverwaltungsgesellschaft der Stadt Hamburg.
Das dritte Gebäude am Burchardplatz, gegenüber des Sprinkenhofs, ist der Mohlenhof
In den Jahren 1927 und 1928 errichtet, überzeugt der Mohlenhof mit seiner einfachen Backsteinkunst und dokumentiert den Übergang vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit. Die glatte Klinkerfassade verzichtet auf die Ausschmückungen der anderen Gebäude und präsentiert sich mit einfach geschnittenen Fenstern. Die überlebensgroße Figur stellt Merkur mit einer Kogge auf der Schulter und einer Hammonia in Form einer Frauengestalt in der Hand dar. Die Hammonia personifiziert die Stadt Hamburg. Rechts und links der Figur befinden sich fünf Reliefs, die die fünf Kontinente symbolisieren.
Herkules mit Kogge und Hammonia
Südlich des Chilehauses liegt der Messberghof, bis 1938 Ballinhaus genannt
Das nach dem damals bedeutendsten Reeder Albert Ballin benannte Gebäude wurde 1924 am Messberg errichtet. 1938 erfolgte die Umwidmung in Messberghaus, da Albert Ballin nach damals herrschender Meinung die falsche Religion hatte. Das 10stöckige Gebäude ist zurückhaltend dekoriert. Ende der 90er Jahre wurden die historischen Figuren durch moderne Werke ersetzt.
Messberghof
Polizeiwache am Klingeberg
An der süd-westlichen Ecke des Chilehauses wurde 1906-1908 die Polizeiwache errichtet und später vollständig in den Komplex des Chilehauses eingebunden. Das Gebäude war als Polizeiwache und Dienstgebäude der Landherrenschaft erbaut. Der Skulpturenschmuck, die Portalfiguren mit Früchten, Getreide und Fischen weisen auf diese Bestimmung hin. Der Architekt Albert Elbe folgt dem Vorbild Alt-Hamburger Bürgerhäusern des Barock.
Und
Hinweis: Bei der Beschreibung des Viertels und der Gebäude habe ich auf Formulierungen aus Wikipedia und der Homepage der Stadt Hamburg zurückgegriffen. Treffender hätte ich es nicht ausdrücken können. Ich hoffe, beide Quellen sehen es mir nach.
Angeregt von einem Roman über eine Hamburger Reederfamilie Ende des 19. Jahrhunderts begab ich mich mit einer Freundin auf die Spuren der handelnden Figuren. Gott sei Dank wurde das Gängeviertel Anfang des 20. Jahrhunderts nach der Choleraepedemie 1892 abgerissen und saniert. Das letzte größere Gängeviertel wurde in den 1960er Jahren abgerissen. Heute finden sich noch einige wenige Zeugnisse der damaligen Zeit.
Als Gängeviertel wurden die besonders eng bebauten Wohnquartiere in der Altstadt und Neustadt innerhalb des Wallrings bezeichnet. In den Fachwerkhäusern wohnten Hafenarbeiter, Kleinhandwerker und Kleinhändler. Die Wohnungen waren nur durch schmale Straßen, durch verwinkelte und labyrinthartige Hinterhöfe, Torwege und namensgebende Gänge zu erreichen. Die Versorgung mit Wasser erfolgte entweder durch Wasserträger oder die Bewohner schöpften ihren täglichen Bedarf aus den Fleeten. In diese innerstädtischen Kanäle ergossen sich auch die Abwässer und der Unrat. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal und es grassierten Krankheiten und Epedemien, zuletzt 1892.
Das bekannteste Überbleibsel des Gängeviertels sind die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Krameramtsstuben am Fuße des Michels. Das Krameramt war eine Gruppe von Kleinhändlern, die vornehmlich mit Gewürzen, Seidenstoffen und Eisenwaren handelten. Die Wohnungen dienten der Altersversorgung der Krämer – Witwen.
Ein weiterer Komplex des Gängeviertels liegt am Valentinskamp und umfasst das Gelände Valentinskamp, Caffamacherreihe und Speckstraße. Anfang des 20. Jahrhunderts sollten die Gebäude abgerissen und das Gelände neu bebaut werden. Eine Volksinitiative setzte sich für den Erhalt und eine sinnvolle Nutzung, unter anderem durch künstlerische und kreative Aktivitäten, ein. Im Herbst 2013 wurde eine umfangreiche Grundsanierung eingeleitet.
Bahnhöfe sind Schmelztiegel. Ankommende und Abreisende treffen sich ohne sich wirklich zu begegnen. Sie treffen auf Menschen dieser Stadt, die aus verschiedenen Gründen zum Bahnhof kommen ohne Reiseabsichten zu haben.
So auch am zweiten Weihnachtstag 2020. Nur ist es diesmal anders. Eine schreckliche Krankheit hat die Menschheit unerwartet und unvorbereitet getroffen. Folge ist die Einschränkung des persönlichen Lebens mit Kontaktreduzierung und Vermeidung von Reisen.
Ich nutze die verbleibende Zeit bevor mein Zug zurück nach Berlin fährt, mir das Treiben anzuschauen und die Menschen zu beobachten.
Zum Abschluss gibt es noch Franzbrötchen, ein typisch hamburgisches Gebäck. Köstlich!
Immer häufiger zieht es mich nach Hamburg und zu den Wohngegenden meiner Jugendzeit. So schnappte ich mir vor Kurzem meinen Fotorucksack, fuhr mit dem ICE, vorschriftsmäßig mit Mund-und Nasenschutz, nach Hamburg-Harburg zu einem Rundgang durch Rönneburg.
Der kleine Stadtteil, an der Grenze zu Niedersachsen gelegen, überzeugt mit viel Natur und ländlicher Ruhe. Dieses besondere Ambiente genießen rund 3.000 Einwohner.
Vor rund 60 Jahren lebten meine Eltern mit mir in dieser Idylle. Hier ging ich zur Grundschule, rodelte den Burgberg hinunter und versuchte mich im Schlittschuh laufen auf dem zugefrorenen Teich im Brinckmannschen Park.
Die Burg Runneborge wurde erstmalig 1233 urkundlich erwähnt. Der Name stammt von einem kleinen Bach am Fuße der Burg, genannt Rönne, mit der Bedeutung Rinnsal. Die Rönneburg diente der Kontrolle der Elbmarsch und um einfallende Wikingerhorden frühzeitig zu entdecken.
Der Burgberg, 45 m hoch, ist noch heute inmitten des Ortes erkennbar (siehe Bild oben). Die Kuppe ist zu einer 80 m langen und 34 m breiten Plattform geebnet worden.
Als kleiner Steppke zog ich im Winter mit meinen Freunden zum Burgberg und wir sind den Hang des Burgberges hinunter gerodelt. Damals lag noch Schnee, das ist diese weiße Masse aus gefrorenem Wasser.
Am Fuße des prägenden Burgbergs findet man historische Fachwerkhäuser, teilweise Reet gedeckt. Die verschlungenen Straßen sind kopfsteingepflastert. In dieser dörflichen Idylle lässt sich sehr gut leben.
Hanna-Darboven-Stiftung /
Hanna Darvoven war eine bekannte Künstlerin. Ihre Stiftung unterstützt junge Künstler
Am Fuße des Burgbergs befindet sich auch die historische Gaststätte „Rönneburger Park“, in der meine Eltern so manche Familienfeier gehabt haben.
Unweit des Burgberges erstreckt sich entlang des Wildheckgrabens ein kleines Wäldchen.
Voller aufgefrischter Erinnerung beende ich meinen Rundgang in die Vergangenheit. Ein Wehrmutstropfen bleibt. Meine alte Grundschule in einem Fachwerkhaus habe ich nicht mehr finden können.
Zu meinen alljährlichen weihnachtlichen Ritualen gehört die Fahrt mit dem Zug nach Hamburg. Da heißt es dann um 4:15 Uhr aufstehen. Der aus Prag kommende EuroCity war sogar pünktlich und die Reise konnte um kurz nach 7:00 Uhr beginnen. Zu so früher Stunde war der Zug überschaubar besetzt. Die Platzreservierung hätte sich erübrigt; aber sicher ist sicher.
In Hamburg angekommen stand als erstes der Besuch meiner 1979 bzw. 1988 verstorbenen Eltern auf dem Programm. Beiden geht es gut und alles war in Ordnung. Dem weiteren Programm steht nichts mehr im Wege und es geht mit der S-Bahn zum neuen Bahnhof Elbrücken, wo ich, nachdem ich die neuen Bauwerke digital festgehalten habe, in die neue U-Bahnlinie 4 umstieg mit dem Ziel zum HafenCity Weihnachtsmarkt.
U- und S-Bahnstation Elbbrücken
Aber wo ist er denn? Als ich an der richtigen U-Bahnstation aussteige ist weit und breit nichts von einem Weihnachtsmarkt zu sehen. Ich gehe in die Richtung, die ich meine – aber nichts. Später stelle ich fest, dass es die falsche Richtung war. Gute Vorbereitung hilft.
Apropos U4: Es ist die jüngste und kürzeste Linie Hamburgs. Sie verbindet die HafenCity mit dem Stadtteil Billstedt. Zwischen Jungfernstieg und Billstedt nutzt sie vorhandene Bauwerke. Neugebaut wurde die Stecke vom Jungfernstieg in die HafenCity bis zur Haltestelle Elbbrücken Hier ist auch der Übergang zur S-Bahn möglich. Die Bahnhöfe HafenCity Universität und Überseequartier sind mit einer Höhe von 20 Metern ungewöhnlich großzügig und schlicht gestaltet.
U-Bahnstation Überseequartier
Allmählich meldet sich mein Magen und ich fahre zur Weißen Weihnacht am Jungfernstieg. Weiße Weihnacht deshalb, weil die Zelte weiß sind. Es ist ein Markt des gehobenen Niveaus. Dies gilt sowohl für das Produktangebot als auch für die Besucher – Jungfernstieg eben.
Weiße Weihnacht auf dem Jungfernstieg
Gestärkt verlasse ich die Innenstadt und mache einen Abstecher in die Walddörfer, genauer gesagt nach Wandsbek-Gartenstadt. Hier hatte meine Schwester mit ihrem Mann und den Töchtern in einer Gartenkollonie gewohnt. Nach dem Krieg war dies mit Blick auf den Wohnungsmangel erlaubt bzw. es wurde geduldert. Dies wurde spätestens in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geändert und meine Schwester zog mit ihrem Mann in eine Wohnung. Überraschender Weise existiert die Gartenanlage in unmittelbarer Nähe zum Bundeswehrkrankenhaus unverändert.
U-Bahn Station
Kleingartenverein Volkspark
Wandsbek-Gartenstadt
Für die Rückfahrt nach Berlin ist es noch zu früh. Was also jetzt machen? Warum nicht einen Schnellbus für einen Ausflug entlang der Elbchaussee nach Blankenese nehmen? Gedacht – gemacht. Im kommenden Frühjahr/Sommer werde ich bestimmt einen längeren Ausflug an die Elbhänge machen.
Blick auf den Süllberg, Foto von iKlicK auf Pixabay
Ins Zentrum zurückgekehrt geht ist zum Weihnachtsmarkt am Gerhard-Hauptmannplatz und dann die Spitalerstraße hoch Richtung Hauptbahnhof, wo der ICE auf mich wartet.
Damit enden meine „Ausflüge“ zu den Weihnachtsmärkten. In 11 Monaten geht es weiter.