Immer häufiger zieht es mich nach Hamburg und zu den Wohngegenden meiner Jugendzeit. So schnappte ich mir vor Kurzem meinen Fotorucksack, fuhr mit dem ICE, vorschriftsmäßig mit Mund-und Nasenschutz, nach Hamburg-Harburg zu einem Rundgang durch Rönneburg.
Der kleine Stadtteil, an der Grenze zu Niedersachsen gelegen, überzeugt mit viel Natur und ländlicher Ruhe. Dieses besondere Ambiente genießen rund 3.000 Einwohner.
Vor rund 60 Jahren lebten meine Eltern mit mir in dieser Idylle. Hier ging ich zur Grundschule, rodelte den Burgberg hinunter und versuchte mich im Schlittschuh laufen auf dem zugefrorenen Teich im Brinckmannschen Park.
Die Burg Runneborge wurde erstmalig 1233 urkundlich erwähnt. Der Name stammt von einem kleinen Bach am Fuße der Burg, genannt Rönne, mit der Bedeutung Rinnsal. Die Rönneburg diente der Kontrolle der Elbmarsch und um einfallende Wikingerhorden frühzeitig zu entdecken.
Der Burgberg, 45 m hoch, ist noch heute inmitten des Ortes erkennbar (siehe Bild oben). Die Kuppe ist zu einer 80 m langen und 34 m breiten Plattform geebnet worden.
Als kleiner Steppke zog ich im Winter mit meinen Freunden zum Burgberg und wir sind den Hang des Burgberges hinunter gerodelt. Damals lag noch Schnee, das ist diese weiße Masse aus gefrorenem Wasser.
Am Fuße des prägenden Burgbergs findet man historische Fachwerkhäuser, teilweise Reet gedeckt. Die verschlungenen Straßen sind kopfsteingepflastert. In dieser dörflichen Idylle lässt sich sehr gut leben.


Hanna-Darboven-Stiftung / 
Hanna Darvoven war eine bekannte Künstlerin. Ihre Stiftung unterstützt junge Künstler 




Am Fuße des Burgbergs befindet sich auch die historische Gaststätte „Rönneburger Park“, in der meine Eltern so manche Familienfeier gehabt haben.

Unweit des Burgberges erstreckt sich entlang des Wildheckgrabens ein kleines Wäldchen.
Voller aufgefrischter Erinnerung beende ich meinen Rundgang in die Vergangenheit. Ein Wehrmutstropfen bleibt. Meine alte Grundschule in einem Fachwerkhaus habe ich nicht mehr finden können.

Fotos: ROG







