Jesuskirche in Alt-Kaulsdorf

Es gibt in den  heutigen Tagen nichts langweiligeres und nervigeres als zu Hause zu bleiben. Also mache ich mich auf Schusters Rappen auf den Weg zum Dorfanger in Alt-Kaulsdorf mit der Evangelischen Dorfkirche, seit  1912 mit dem Zusatz „Jesuskirche“.

Die Anfänge gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Sie gehört damit im Kern zu den ältesten Dorfkirchen auf dem Gebiet des heutigen Berlins. In den letzten Jahrhunderten wurde sie mehrfach umgebaut, erweitert und erneuert.  

Dreiteilige Backstein-Turmanlage im neugotischen Stil, 1876 eingeweiht
Westportal

Der Kircheninnenraum ist reichlich ausgestattet. Der Altar wurde 1656 nach dem Dreißigjährigen Krieg neu errichtet.  

Die barocke Kanzel wurde 1688 angeschafft. Das hölzerne Kunstwerk eines Schreinermeisters aus Köpenick ersetzte die im Dreißigjährigen Krieg untergegangene Kanzel. Ein Berliner Kunstmaler gestaltete die Kanzel dann farblich. 1716 erhielt sie ihren heutigen Platz. Sie wurde im 20. Jahrhundert noch zweimal überarbeitet und farblich erneuert. Die Inschriften weisen sie als eine typische evangelische Kirche aus.

Die erste Orgel wurde 1827 in die Kirche eingebaut. Sie stammte aus der Werkstatt von Carl August Buchholz.
1912 wurde diese Orgel durch einen Neubau der Gebrüder Dinse abgelöst 1958 wurde die Dinse-Orgel durch die Orgelbauer der Firma Sauer aus Frankfurt (Oder) im barocken Stil umgebaut.

Diese auf der Westempore installierte Dinse-Orgel genügte den gestiegenen Ansprüchen nach fast 100-jährigem Gebrauch nicht mehr. Daher beschloss der Gemeindekirchenrat den Neubau der Orgel, mit dem die Firma Orgelbau Sandtner aus Dillingen a.d. Donau beauftragt. Erhaltenwerte Teile der Dinse-Orgel wurden aus ästhetischen und denkmalpflegerischen Gründen in dem neuen Instrument wieder verwendet. Die Orgel wurde mit einem festlichen Konzert am 10. Oktober 2010 eingeweiht.

Sandtner Orgel, eingeweiht 2010

Auf zwei Seiten ziehen sich Emporen entlang. Sie wurden zu verschiedenen Zeiten errichtet und dienten unter anderem auch der Platzerweiterung. Als erstes entstand an der Westseite ein Chor für die Knechte, der 1827 zur Orgelempore umgebaut wurde. Um 1640 entstand die Süd-Empore als Chor der Jugend.
Die aktuelle Fassung der Emporen stammt aus den Jahren 1979/1980.

Textquelle: Wikipedia

Alt – Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt

Heute ging es auf den heimatlichen Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt. In dörflicher Ruhe stehen die festlich iluminierten Verkaufsstände rund um die aus dem 13. Jahrhundert stammende Dorfkirche auf dem Dorfanger sowie der Dorfstraße. Auch das Gelände Spiritousenfabrik Schilkin und das Gelände der Johannischen Kirche beherrbergt Stände.

Während ich mich, die vorweihnachtliche Stimmung genießend, mit dem Besucherstrom entlang der Stände mit Keramik, Holzschnitzereien, Wollmützen, Glas und Porzellan und vielen weiteren kunsthandwerklichen Gegenständen treiben lasse umweht mich der Duft von Gebratenem sowie von Glühwein mit und ohne Schuss. Natürlich bleibt es nicht nur beim riechen, es wird auch gegessen und getrunken.

Ein absolutes Highlight ist das Innere der Dorfkirche mit ihrem Altar und der Kanzel aus dem 17. Jahrhundert sowie der Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Ganztägig fanden verschiedene Veranstaltungen und Konzerte in der Kirche statt. Auch in dem Augenblick meines Besuches war ein Konzert in Vorbereitung, so dass leider keine Gelegenheit bestand zur intensiven Besichtigung.