Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg

Vor rund 30 Jahren verschlug es mich aus beruflichen Gründen in die damalige DDR-Bezirkshauptstadt. Seit dem ist viel passiert und ich machte mich dieser Tage auf die Schiene zu meiner ehemaligen Wirkungsstätte.

1248 gründete Markgraf Johann l von Brandenburg im Rahmen der strategischen Christianisierung des bis dahin slawisch besiedelten Ostens die Stadt am Nordrand des Tollensesees. Neubrandenburg ist mit seinen rund 63.000 Einwohnern (Stand 2020) das „wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Ost-Mecklenburgs“ und verbindet die Zentren Stettin und Berlin.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Altstadt, wie andere Städte Mecklenburgs auch, durch Brandstiftung der Roten Armee ( woran erinnert uns dies im Angesicht des derzeitigen Vernichtungskriegs Russlands?) zu 80 % zerstört. Anfänglich orientierte man sich beim Wiederaufbau am historischen Grundriss und an der historischen Bauweise. Mitte der 50er Jahre entschied man sich für die moderne Bebauung.

Meine Erkundungstour beginne ich auf der Aussichtplattform des HKB (Haus der Kultur). Von hier habe ich eine guter Übersicht über die Stadt und die verschiedenen Wohngegenden. Leider stört das notwendige Sicherheitsgitter beim Fotografieren.

Friedländer Tor

Erichtet in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ist das Friedländer Tor die älteste und die am besten erhaltene Toranlage.

Toranlage mit Zwinger und dem Zingel im Hintergrund

Innenstadt

Das Neue Tor

Als östlichstes und jüngste der vier Tore, nach 1450 erbaut.

St. Marienkirche – Konzertkirche Neubrandenburg.

Die Marienkirche gilt seit über sieben Jahrhunderten als das größte und bedeutendste Baudenkmal der Stadt Neubrandenburg. Ihr Ostgiebel zählt zu den kunstvollsten Schöpfungen der Backsteingotik in Norddeutschland. Errichtung der Kirche im 13. Jahrhundert zunächst als Feldsteinquaderbau. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder Opfer von Stadtbränden und wieder aufgebaut. Ende des Zweiten Weltkrieges versank die Kirche in Schutt und Asche. Nur einige Außenmauern und Teile des Turms blieben stehen. Ab Mitte der 70er Jahre erfolgte der Wiederaufbau. 2001 dann die feierliche Eröffnung der „aufregendsten Konzertkirche Deutschlands“.
Leider konnte ich die Konzertkirche nicht besichtigen. War einen Tag zu früh da. Wird auf jeden fall unter Beachtung der entsprechenden Termine nachgeholt.

Stargarder Tor

Zweitältestes Tor am südlichen Zugang zur Stadt, errichtet im 14. Jahrhundert.

Stargarder Tor

Pfaffen- und Große Wollweber Straße

In diesen Staßen im Süden der Altstadt sind mehrheitlich historische Gebäude erhalten geblieben und restauriert worden.

Treptower Tor

ist das höchste und repräsentativste der vier Stadttore.

Treptower Tor

Vierademühle

Direkt gegenüber dem Treptower Tor steht die älteste Getreidemühle der Stadt, deren Geschichte sich bis ins 13. Jahrhundert verfolgen lässt.

Stadtbefestigung mit Wiekhäusern

Klosterkirche St. Johannis

„Wie die Marienkirche wurde die Johanniskirche in den ersten Jahren nach der Stadtgründung in Verbindung mit dem Franziskanerkloster errichtet. Sie diente vor allem den Mönchen für ihre Gebete, die mehrfach täglich gemeinsam gehalten wurden. Nach einem Brand vergrößerte man die Kirche Mitte des 14. Jahrhunderts und baute das jetzige Hauptschiff dazu. Die Reformation im 16. Jahrhundert wirkte sich auch auf das Leben in der Johanniskirche aus.“

Klosterkirche St. Johannis

Heimatmuseum

Untergebracht ist das Museum mit der Dauerausstellung zur Stadt und Regionalgeschichte im ehemaligen Franziskanerkloster. Das Museum ist erfreulich überschaubar und die Exponate ausgewählt. Gut gefallen hat mir, dass auf langatmige Texte an den Wänden und Exponaten verzichtet wird. Vielmehr kann sich der Besucher zielgerichtet und interaktiv informieren. Auf jeden Fall ein Besuch wert.

Wallanlagen

Mit dem Bild des bekanntem niederdeutschen Dichters verabschiede ich mich für heute von dieser abwechslungsreichen und interessanten Mecklenburgischen Metropole.

Das Titelbild zeigt die Bäckersfrau Mudder Schulten, die Dörchläuchting Adolf Friedrich IV von Mecklenburg-Strelitz die Brötchenrechnung präsentiert (so schrieb es jedenfalls Fritz Reuter in dichterischer Freiheit in seiner „Humoreske Dorchläuchting“)

Die Texte sind teilweise öffentlich zugänglichen Quellen (Wikipedia und Stadt Neubrandenburg) entnommen.

Nostalgischer Adventsmarkt in St. Marien Frankfurt (Oder)

Zum 21. Mal findet der traditionelle Adventsmarkt in der Marienkirche statt und zieht Gäste aus Nah und Fern an. Ca. 9.000 Frankfurter und Gäste besuchen den Markt jedes Jahr. Die Kirche beeindruckt durch seine Einmaligkeit in einem mächtigen Sakralbau.

Die St.-Marien-Kirche in Frankfurt (Oder) ist die ehemalige Hauptpfarrkirche der Stadt und wurde in mehr als 250 Jahren mittelalterlicher Bautätigkeit errichtet. Das Kirchengebäude gehört zu den größten Gebäuden der norddeutschen Backsteingotik; es ist 77 Meter lang und 45 Meter breit. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg in großen Teilen zerstört, konnte in der Folgezeit aber in ihren Grundzügen rekonstruiert werden. Heute ist die St.-Marien-Kirche ein soziokulturelles Zentrum und Wahrzeichen der Stadt. (Quelle: Wikipedia).

Mehr als 60 Aussteller bieten Kunsthandwerk, Weihnachtsgeschenke, Christbaumschmuck, Waren aus Leder, Holz, Steinen und Metall. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Genau hier setzt der Kiwanis Club Frankfurt (Oder), bei dem ich seit knapp 20 Jahren Mitglied bin, an und verkauft Crépes und Eierpunsch. Viele unsere Gäste kommen schon seit Jahren extra nur wegen des Eierpunschs.

Ist nicht schon die Mächtigkeit des Sakralbaus beeindruckend zaubert die gekonnt inszenierte Illumination für ein ganz besonderes Erlebnis. Ich liebe diese Atmospäre und kann mich an dem Bild des Marktes nicht satt sehen, während ich den Klängen der Blaskapelle oder dem Gesang des Chores lausche und ein wenig träume. All dies ist eine gute Gelegenheit, dem Weihnachtsstress zu entfliehen und ganz bei sich zu sein.