Ein guter Freund weilt gerade zur Reha in einer Klinik in Plau am See. Kurzentschlossen begebe ich mich bei strömenden Regen auf den Weg und werde nach rund 2 1/2-stündiger Fahrt mit weißen Schäfchenwolken vor strahlend blauem Himmel belohnt. So ist Meck.-Pom. und so liebe ich es.
Nach dieser Strapaze geht es erst einmal ins Café Antik mit einem Küstenfrühstück – Rührei mit Krabben, Lachs sowie einem Brotkorb.
Für mich ist es eine geniale Idee, den Handel mit Trödel/Antik mit einem Café zu kombinieren. Direkt neben den „vollgepfropften“ Verkaufsräumen befindet sich das Café. Zwischen beiden besteht eine enge Verbindung. Gehe ich durch alle Verkaufsräume komme ich automatisch ins Café. Muß ich mal das Örtchen aufsuchen geht es vorbei an altem Geschirr, Gläsern und vielen anderen antiken Artikeln; eine ideale Symbiose.
Weiter geht es in die Altstadt. „Das reizvolle Städtchen mit knapp 6.000 Einwohnern – mit seiner malerischen Altstadt – befindet sich direkt am Westufer des Plauer Sees sowie der Müritz-Elde-Wasserstraße und ist das westliche Tor zur Müritzregion bzw. Mecklenburgischen Seensplatte.“ – so steht es auf der Homepage.
Plau am See ist im 13. Jahrhundert aus der slawischen Siedlung der Fischer und Flößer Plawe entstanden.
„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ ließ bereits Friedrich Schiller seinen Wilhelm Tell sagen. So erging es auch den hier lebende Slawen, die sich stets den christlichen Raubrittern erwehren mußten bis sie sich schließlich der rohen Gewalt ergaben.
Konsequenterweise wurden Wehranlagen gebaut. Der noch erhaltene Burgturm mit seinen 3 m starken Mauern entstand 1448/1449 und ist unversehrt erhalten. Das 11 m tiefe Verlies diente so manchem Unhold als unfreiwillige Behausung. Der enge Turmaufstieg ist eine Herausforderung. Man sollte auf sein Idealgewicht achten.

Burg Plau 
Burturm 
Intakte Turmuhr
Das Rathaus wurde 1888/1889 im Stil der niederländischen Renaissance erbaut. Besonders reizvoll ist die Berankung.
Die Evangelische Stadtkirche wurde Mitte des 13. Jahrhunderts im Stil einer westfälischen Hallenkirche errichtet und präsentiert den Übergangsstil von der Romanik zur Gotik. Leider war die Kirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Ein Grund, um wiederzukommen.

Pfarrkirche St. Marien mit Denkmal an die Gefallenen 
Glasfesnter über dem Eingang 
Brunnen am Markt
Der Rundgang geht weiter!
Im Stadthafen treffen sich die Hobby-Kapitäne mit ihren Booten.
Die Hubbrücke im Herzen der Stadt wurde 1916 errichtet, 1945 vor der Sprengung bewahrt und 1991/92 rekonstruiert. Für Freizeitkapitäne, die zur Schleuse bzw. zum Plauer See wollen, wird die Brücke ca. 1,60 m „angehoben“.
Den krönenden Abschluss eines wunderbaren Tages bildet das Abendessen in einem empfehlenswerten Fischrestaurant am Hafen. Während wir dem Anlegen der Freizeitboote zuschauen genießen wir die bunte Vielfalt der an uns vorbei flanierenden Menschen und erfreuen uns an dem einen oder anderen unvergessenen Eindruck.


Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück im Hotel bei mal wieder strömenden Regen über Neubrandenburg nach Hause, aber das ist eine andere Geschichte.




















