Herbstlich frisch ist es, als ich mich auf den Weg in meine Geburtsstadt mache. Dort angekommen begrüßt mich die Hansestadt mit strahlendem Sonnenschein, der Hoffnung macht auf höhere Temperaturen.
Wie üblich sehe ich erst einmal beim Grab meiner Eltern nach dem Rechten. Alles in Ordnung, die Winterbepflanzung überzeugt.
Nun widme ich mich dem eigentlichen Ziel meines Ausflugs, dem Hafen Museum und der Peking bei den Schuppen 50-53 am Hansahafen,
Ich starte an der S-Bahnstation Veddel.
Seit vielen Jahren wird an der Eisenbahn-Überführung Zollkanal gearbeitet. Fertigstellung für 2024 geplant.Zolldienststelle NiedernfeldeDurch diesen Tunnel muss ich hindurch
Nach einem Fussweg von ca. 30 Minuten komme ich am Hansahafen an.
Bahnübergang vom Vedderler Damm zur Australiastraße
Gleich vorne rechts am Bremer Kai liegt das begehrte Ziel meines Ausflugs, die Viermastbark Peking. Sie gehört zu den legendären Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz, so genannt nach dem Anfangsbuchstaben der Frachtsegler. Zu den Schwestern zählen unter anderem die Pamir (1957 gesunken), Passat (Museumsschiff in Travemünde), Padua (fährt seit 1969 unter dem Namen Kruzenshtern als Schulschiff der russischen Fischereiflotte) und Pommern (seit 1954 Museumsschiff in Mariehamm, Finnland),
„Die schnellen Segler waren für ihre Robustheit und Geschwindigkeit unabhängig vom Wetter berühmt und ihre Zuverlässigkeit kam der eines Linienbetriebes nahe.“
Wikipedia
Die Frachtsegler transportierten Salpeter aus Chile, das vielfältige Anwendung als Stickstoffdünger fand.
Weitere interessante Informationen zur Peking und dem Salpeter-Anbau in Chile findet Ihr hier!
Der Hansahafen bietet weitere Sehenswürdigkeiten, zB. den Stückgutfrachter MS Bleichen. Sie repräsentiert eine ganze Generation von Frachtschiffen. Gebaut wurde sie 1958 von der Nobiskrug-Werft in Rendsburg. Ihr Einsatzgebiet war die Ostsee. Von Hamburg aus transportierte sie Stückgut nach Schweden und Finnland. Die Rückladung bestand aus Papierrollen und Holz. Siehe auch die Homepage des Vereins „Freunde des Stückgutfrachters MS Bleichen e.V.“
Die Hafenbahn gehörte seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Transportmittel vom Schiff ins Hinterland. Ausgestellt am Bremer Kai sind 29 historische Fahrzeuge. Nachfolgend eine kleine Auswahl.
Neben den großen „Pötten“ begeistern mich auch die kleineren Einheiten.
Hamburg, Staatsdampfer Schaarhörn und Fährmotorschiff Lühelinks Staatsdampfer Schaarhörn, im Vordegrund Fährmotorschiff LüheHamburgMuseumsschute H11347, 1913 in Dienst gestellt, bis 1979 im Stückgutumschlag eingesetztJörnSchutendampfsauger IV, 1909 gebautSchwimmkran „Saatsee“ von 1917
Interessant finde ich auch die 15 verschiedenen Hafenkrane am 2018 eingeweihten Anleger Bremer Kai.
Den Abschluss des Geländes bildet das Kopfgebäude mit dem Schaudepot. Leider war ich einige Tage zu spät vor Ort. Ende Oktober endete die Saison hier am Hansahafen und ich muss bis Anfang April des kommenden Jahres mit der Besichtigung des Depots warten.
Mit diesem phantastischen Blick vom Höft auf die Elbphilharmonie verabschiede ich mich für heute. Hamburg ist eine tolle Stadt.
Dank an Wikipedia, die Seiten des Hamburger Hafen Museums sowie der Seite der Stiftung Maritim Hamburg.
Die 9 € – Regelung nutzend mache ich mich Ende Juni auf den Weg in die Bauhausstadt Dessau. Sie heißt mich bei herrlichem Kaiserwetter willkommen und ich begebe mich vom Bahnhof auf den Weg in die Innenstadt.
Ich gehe die Antoinettenstraße am Friedensplatzes entlang. Rechter Hand grüßt der Bau des Anhaltinischen Theaters, 1938 gebaut als damals größte Bühne nördlich der Alpen mit 1250 Sitzplätzen. Nach Zerstörung im Zweiten Welkrieg erfolgte die Wiedereröffnung im Jahre 1949. Heute verfügt das Theater über 1100 Plätze und ist mit einer der größten Drehbühnen Deutschlands ausgestattet.
Passend dazu steht im Friedenspark direkt an der Antoinettenstraße die 1964 vom Berliner Künstler Prof. Fritz Kühn geschaffene Wasserharfe. Der Brunnen ist nur zeitweilig in Betrieb.
Brunnen „Wasserharfe“
Wenige Schritte weiter trägt am Friedensplatz der „Frieden das Leben“. Eine Statue von Bernd Göbel. Diese Statue steht ich in Rostock-Lichtenhagen.
Frieden trägt das Leben von Gerd Fröbel
Die Architektur der Gebäude weiter südlich auf der Antoinettenstraße erinnert mich ein wenig an den Stil der Frankfurter Alle (ehemals Stalin Allee) in Berlin.
An der Ecke Kavalier- und Friedrichstraße beeindruckt das in der Zeit von 1899 bis 1901 im Stil des Historismus erbaut Gebäude der Alten Post.
Von hier aus schlendere ich zum historischen Zentrum der Stadt.
Das 1898 bis 1901 erbaute Wahrzeichen der Stadt Dessau dominiert den rechteckigen Markt. Der 73 m hohe Turm überragt alle anderen Türme der Stadt. Über 159 Stufen führen auf eine Aussichtsplattform in 41,24 m Höhe. Dieses „Vergnügen“ habe ich mir trotz des Reizes einer umwerfenden Aussicht ersparrt.
Östlich des Rathauses steht auf dem Platz der Deutschen Einheit seit 2002 die Friedensglocke, Denkmal für die politische Wende 1989. Auf der Glocke befinden sich die Inschriften „Keine Gewalt“, „Ich läute für Frieden und Freiheit + Ohne Freiheit keinen Frieden + Ohne Frieden keine Freiheit“. Aussagen, die im Angesicht des Russischen Überfalls auf die Ukraine eine ganz besondere Bedeutung haben.
Die Glocke ist Treffpunkt für Friedensgebete und andere Aktionen.
Friedensglocke auf dem Platz der Deutschen Einheit, rechts im Bild das Gorbatschow-Denkmal
Marktplatz
Der Marktplatz hat sich extra für mich prächtig herausgeputzt und bietet Gelegenheit zur Entschleunigung. Ich genieße den Anblick der in vielfältigen Farben blühenden Pflanzen und versuche zu ergründen, was mir die Skulpturen sagen wollen.
Bei der Randbebauung in den 50er Jahren hat man sich viel Mühe mit der Ausgestaltung gegeben. Die östliche Seite beherrbergt einige gastronomische Einrichtungen, deren Besuch sich lohnt.
Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche aus Backstein schaut auf eine über 500jährige, zusammen mit dem romanischen Vorgängerbau sogar auf eine über 800 jährige Geschichte zurück und ist damit die älteste Kirche Dessaus. Zusammen mit dem Rathaus und dem Schloss ist sie stadtbildprägend. Erst 1990 erfolgte der Wiederaufbau der im März 1945 zerstörten Kirche und dient seit dem als öffentlicher Veranstaltungsraum.
Die neugotische dreischiffige katholische Probsteikirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrunderts. Seit 2017 finden grundlegende Renovierungsarbeiten statt, die in diesem Jahr beendet sein sollen. Ob das gelingt? Bis auf einen Schnappschuss der Kirchenfenster gab es nur Baugerüste zu sehen.
Im Mittelalter wurde an dieser Stelle ein Hospital vor den Mauern errichtet, das Siechenhaus. in der Zeit von 1712 bis 1717 ließ Fürst Leopold den zwischenzeitlich verfallenen Kirchenbau durch einen barocken Neubau ersetzen.
Ihr ahnt es schon. Auch die Besichtigung dieser Kirche muss ich in die Zukunft verschieb.
Diese 1702 in Dienst genommene, im schlichten spätbarocken Stil mit klassiszistischen Stil erbaute Kirche überrascht mich in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist sie geöffnet und zum anderen begeistert mich das Interieur. Eine nette Dame nimmt sich meiner an und führt mich durch das Kircheninnere.
Für mich überraschend ist die Anordnung der Orgel im Altarraum. Ein ganz besonderer Schatz sind drei Tafelgemälde aus der Cranachfamilie. Ursprünglich hingen sie in der Schloss- und Stadtkirche St. Marien und wurden im Zweiten Weltkrieg hierher ausgelagert.
Blick auf die Eule-Orgel im Altarraum Einbau der Orgel 1990Blick von der westliche Empre auf den Altarraum mit OrgelLinks und rechts des Altarraums sowie an der rechten Wand hängen die Cranach-BilderKanzel und Kruzifix (Jugendstil aus dem Mausoleum Desssau)„Keine Gewalt“ von Fridolin M. Kraska zur Erinnerung an 20 Jahre – Gebete um ErneuerungBronzeglocke aus der MarienkircheAuf der Empore und im Kirchenschiff befindet sich eine Interesssante Dauerausstellung Leopold III, Friedrich Franz, Fürst und Herzog von Anhalt-Dessau
Johannbau
Das impossante ehemalige Residenzschloss (oder Stadtschloss) Dessau wurde im März 1945 schwer beschädigt. Allein der Johannbau blieb als schwer beschädigte Ruine erhalten und wurde 1990 in seiner usprünglichen Gestalt wieder hergestellt. Heute ist hier das Museum für Stadtgeschichte Dessau untergebracht.
Johannbau
Ganz in der Nähe komme ich am historischen Gebäude der ehemaligen Handelsschule vorbei. Heute ist hier das Gymnasium Philantropinum untergebracht.
Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet als Leopolddank-Stift. Der Turmbau entstand 1847 nach dem Vorbild des Hospitals St. Spiritus bei Rom. Seit 1927 ist hier das Museum untergebracht.
Ehemaliger Sitz der örtlichen Filiale der Staatsbank der DDR. Heute als Gesundheitszentrum genutzt.
Zum Abschluss noch ein wenig Kunst im öffentlichen Raum.
Stadtbrunnen „Stadtgespräch“Völkerfreundschaft von Martin HadelichLiebespaar von Martin HadelichLiebespaar
Das war es wieder für heute. Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu berichten. Dies gilt insbesondere für das Bauhaus-Viertel, das ich mir für das nächste Mal reserviere. Interessenten finden hier detailierte Informationen über die Bauhausbauten sowie die Geschichte des Bauhaus-Stils.
Dank an Wikipedia, der Stadt Dessau und anderen für die Anregungen für meinen Text. Fotos können durch anklicken vergrößert werden.
Eigentlich war ein Ausflug nach Dessau geplant. Rechtzeitig sah ich, dass eine Teilstrecke wegen der Waldbrände gesperrt ist. Kurzentschlossen plane ich um und entschließe ich mich für Senftenberg in der Niederlausitz.
Die ersten Zeichen menschlichen Lebens reichen rund 3.000 Jahre zurück. Erste urkundliche Erwähnung dann im 13. Jh. Vielleicht kann sich ja der ein oder andere hieran erinnern. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts „fristete“ die Stadt ein Dasein als Fischer- und Bauernstadt und war höchstens in der näheren Umgebung bekannt. Zumindest kannten wir Hamburger diesen Flecken nicht.
Mit der industriellen Revolution und der zunehmenden Bedeutung der Energie wurde die Region wachgeküsst und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Braunkohlereviere der DDR. Damals wuchs die Einwohnerzahl auf über 33.000.
In der heutigen Zeit meistert sie den Wandel von der ehemaligen Bergarbeiterstadt zur grünen Lunge der Lausitz. Die ehemaligen Tagebaue werden geflutet und zu einer einmaligen Seenlandschaft umgestaltet, in der Wassertourismus blüht (wie war das nochmal mit den blühenden Landschaften?). Seit September 2016 führt sie den Titel „Anerkannter Erholungsort“. Die Einwohnerzahl ist zwischenzeitlich auf rund 23.000 gefallen.
Mein Weg führt mich als erstes zum Marktplatz und damit zur Tourist-Info wo ich mir einen Stadtplan besorge. Von der netten Dame erhalte ich hilfreiche Hinweise.
RathausAdler-Apotheke am Markt, 1902Senftenberger Kaffeerösterei
Nächste Station ist der Kirchplatz mit der evangelischen Peter-Paul-Kirche, auch deutsche Kirche genannt.. Wie erwartet abgeschlossen. Von einem freundlichen Herrn, der vor vielen Jahren in der Kirche konfirmiert wurde, erhalte ich die ersten Informationen. Unter anderem erzählt er, dass vor sehr, sehr vielen Jahren die Gläubigen in Booten zum Gottesdienst kamen. Durch den Tagebau ist der Grundwasserspiegel extrem gefallen und heute können sie trockenen Fußes ihren Gott besuchen.
Der für mich nützlichere Rat ist, den Herrn Pfarrer Schwarz um Einlass zu bitten. Pfarrer Schwarz ließ sich nicht lange bitten und widmete mir eine ganze Stunde für ein überaus interessantes und lehrreiches Gespräch.
Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und im 17. und 18. Jahrhundert umfassend renoviert. Hierbei wurden diverse Gegenstände eingelagert und später an das Kloster Dobrilugk verkauft. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche in Schutt und Asche gelegt und in der Zeit 1951 bis 1958 wieder aufgebaut. Das prägende ist das prächtige Netzgewölbe.
Unsere Welt – Eine Welt e. V. Senftenberger Kaffeerösterei mit GästehausGästehausKirchenbüro im Hintergrundehemalige Knabenschule
Gleich um die Ecke befindet sich das Bürgerhaus Wendische Kirche. Die erste Wendische Kirche wurde im Jahr 1540 errichtet und dient den hier lebenden Wenden (alte Bezeichnung der Slawen) als Gotteshaus. Das heutige Gebäude wurde 1749 errichtet. Neben Gottesdiensten in Sorbischer Sprache dient das historische Gebäude als Begnungsstätte.
Bürgerhaus Wendische Kirche
Ein absolutes Muß ist die Festungsanlage mit Schloß, in dem heute das Museum untergebracht ist. Im 16. Jahrhundert ließ August der Starke die Anlage auf den Fundamenten einer alten Burg zur Sicherung seiner Grenze zu Preußen errichten. Der Besuch lohnt sich.
Modell der Festungsanlage mit SchloßGalerie am SchloßPulverturmSchlossKommandantenhaus
Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Ausstellungen zu den verschiedenen Epochen und Themen zieht es mich durch den Schloßpark bei sehr sommerlichen Temperaturen an den unweit gelegenen Senftenberger See.
Unser Turnvater Jahn wirkte offensichtlich auch in SenftenbergGroßer SchloßteichAmtsmühleSchwarze Elster
Nachdem der Braunkohleabbau direkt vor den Toren eingestellt wurde entstand der See durch das Fluten von der Schwarzen Elster aus in der Zeit von 1967 bis 1972. Mit einer Wasserfläche von 1.300 Hektar gehört er zu den größten künstlich angelegten Seen Deutschlands. Von 2010 bis 2013 wurde ein Stadthafen gebaut. Von hier aus kann man Touren durch das Lausitzer Seeland machen.
Senfenberger See
Eigentlich will ich hier am See den Tag ganz entspannt und dem Blick auf den See mit einem kühlen Alsterwasser und einem Eisbecher ausklingen lassen. Leider ist der Kellner mehr an seiner reizenden Kollegin interessiert als sich um seine Gäste zu kümmern. Also stehe ich wieder auf und gehe zurück zum Markt und laß mich dort verwöhnen.
Es war ein abwechslungsreicher Sommertag, den ich nicht so schnell vergessen werde. Es gibt noch das eine oder andere, das ich mir zu einem späteren Zeitpunkt anschauen werde.
Tschüss und bis bald.
Beim Text halfen wieder Wikipedia und die ein oder andere Homepage. Die Fotos wurden, bis auf einen Fall, von mir aufgenommen.
Ein idealer Ideengeber für meine Foto-Ausflüge ist der RBB. Vor Kurzem strahlte er einen Bericht über die Heilanstalten Hohenlychen aus. Bis dato hatte ich weder von Hohenlychen noch von den Heilanstalten etwas gehört. Aber an Lychen konnte ich mich vage erinnern. In der ersten Hälfte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts war ich schon mal dort und gespannt, wie es sich über die Jahrzehnte entwickelt hat.
Der Mitte des 13. Jahrhunderts gegründete staatlich erkannter Erholungsort Lychen liegt umgeben von viel Wasser inmitten des Naturparks Uckermärkische Seen und beheimatet rund 3.000 Einwohner (übrigens seit nunmehr 110 Jahren konstant). Zu den wichtigsten Erwerbszweigen gehörte in der Vergangenheit die Flößerei. Mit Gründung der Heilanstalten wurde der Tourismus zum wichtigen Wirtschaftszweig der Stadt und der Region.
An einem sonnigen Samstag mache ich mich auf den Weg in den Nord-Westen Brandenburgs. Zunächst geht es mit dem RegionalExpress nach Fürstenberg an der Havel. Dort angekommen begebe ich mich erst einmal auf die Suche nach der Bushaltestelle. Als der Bus dann kommt werde ich daran erinnert, in der Provinz zu sein. Die Plätze reichen gerade für uns 10 wartenden Fahrgäste. Wie heißt es so schön: „Platz ist in der kleinsten Hütte“.
Nach einer 30minütigen Fahrt durch waldreiches Gelände treffen wir am Marktplatz in Lychen ein und ich beginne meinen Rundgang am Rathaus.
Das 1748 im Barockstil errichtete Rathaus erinnert mich stark an das Angermünder Rathaus
St. Johanneskirche
Die evangelische Stadtkirche St. Johann wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Feldsteinkirche errichtet und über die Jahrhunderte ausgebaut. Obwohl als offene Kirche ausgewiesen hatte ich keine Gelegenheit zur Besichtigung. Vielleicht beim nächsten Besuch.
Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Deutschland diverse Heilstätten zur Behandlung der Tuberkulose. So auch in Hohenlychen am Zennssee. Mit viel Sonnenlicht, sauberer Luft und einer ausgewogenen Ernährung wurden die Erkrankten behandelt.
1902 erwarb Gottfried Pannwitz, der Gründer des Zentralkomitees zur Errichtung von Heilstätten, ein Grundstück in Hohenlychen, auf dem bis zur Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts 47 Gebäude errichtet wurden.
Während der beiden Weltkriege wurde die Einrichtung als Lazarett genutzt. Nach 1945 zog hier bis 1993 die Rote Armee ein und nutzte das Gelände als Lazaret und Geburtsstation. Danach verfiel das Ensemble. 2009 kaufte ein Freiberger Bauuntenehmer das Gelände und baute Mietwohnungen und Ferieneinrichtung.
PannwitzgrundschuleMietwohnungenVerwaltungsgbäudeKaiserin Auguste Victoria Parkresidenz
Mit dieser Botschaft beende ich meinen heutigen Ausflug. Lychen ist einen Ausflug und einen Urlaub wert. Texte sind teilweise Wikipedia entnommen.
Es ist mal wieder ein trüber Tag in Berlin und es steht die Frage, was mache ich? Für den PC fehlt mit die Motivation also entschließe ich mich für einen Ausflug nach Johannisthal.
Johannisthal ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin. Johannisthal wurde im Zuge der inneren Kolonisierung Brandenburgs 1753 gegründet. Zu den Kolonisten gehörten Seiler aus der Pfalz. Vermutlich ist der Ortsteil nach dem Kolonienherrn Kammerrat Johann Wilhelm Werner benannt.
Johannisthal gilt als eine der Wiegen der deutschen Luftfahrt durch Eröffnung des zweiten Motorflugplatzes.
Von einem Ortszentrum im engeren Sinn kann heute keine Rede mehr sein. Die Grenzen zu den Nachbarortschaften ist fließend. Um die Evangelische Kirchengemeinde Johannesthal finden sich noch einige Zeugen der Vergangenheit:
Glockenturm der Evangel. Gemeinde
Evangeliche Kirche Johannisthal
Jugendzentrum
Bella Vista
Trützschler-Villa / heute Betreutes Jugendwohnheim
Denkmal für NS-Opfer am Albineaplatz
Alte Feuerwache
Ortsteilzentrum Johannisthal
Im von 1905 und 1906 erbauten historischen Rathaus von Johannisthal befindet sich seit Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts im zweiten Obergeschoss das Heimatmuseum von Johannisthal mit einer interessanten Ausstellung über die Geschichte des Ortsteils von der Gründung über die Industrialisierung bis zur Wende.
Historisches Rathaus mit Museum
Gründungszeit
Bauer im Gewand eines Kolonisten
Flughafen Johannisthal
Berliner Gewerbeausstellung 1896 im Treptower Park
Industrialisierung
Es war ein schöner Tag, der mal wieder die Vielfalt der Millionenstadt Berlin zeigte.