Alle Jahre wieder stehe ich vor der Frage: Welchen Weihnachtsmarkt kenne ich noch nicht und welchen davon möchte ich besuchen? In diesem Jahr hilft mir eine sehr, sehr liebe Freundin bei der Auswahl. Sie schwärmt überschwenglich von einer der architektonisch sehenswertesten und zugleich östlichsten Städte Deutschlands. Also surfe ich durchs Internet und werde fündig. Die Internetseite des romantischen „Schlesischen Christkindelmarkts zu Görlitz“ beigeistert mich. Kurzentschlossen buche ich eine Übernachtung und begebe mich Mitte Dezember 2022 auf die Schiene.
Nicht nur der Weihnachtsmarkt ist eine Reise Wert. Die gesamte Stadt ist ein großes Architekturmuseum. Mehr dazu jedoch in einem anderen Bericht.
Und nun genießt einige Impressionen!
Eingang am Obermarkt zum Weihnachtsmarkt auf der Brüderstraße und dem Untermarkt flankiert von zwei LichtzepternEingang zur BrüderstraßeBrüderstraße mit Blick auf das Schlesische MuseumUntermarkt mit Blick auf das Neue Rathaus von 1903Lichtzepter, gefertigt aus einer Spindel mit Holzreifen – niederschlesischer Brauch seit 1698
Der Schlesische Christkindelmarkt wird jedes Jahr Anfang Dezember an 17 Tagen veranstaltet und ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Am vergangenen Samstag meinte es der Wettergott sehr gut mit uns Berlinern. Ein bleuer Himmel und strahlender Sonnenschein lockte mich trotz Kälte nach draußen und auf zwei weitere Weihnachtsmärkte.
Zunächst ging es zum WeihnachtsZauber auf dem Gendarmenmarkt, für mich einer der schönsten Märkte. Ich war sehr früh vor Ort und daher war es angenehm überschaubar. Der Markt ist bekannt dafür, dass er schon immer eingezäunt ist mit Einlasskontrolle. So auch an diesem Dienstag. Der 2G-Check ging zügig und der Feuerzangenbowle stand nun nichts mehr im Wege.
Schillerdenkmal mit Französichem Dom im HintergrundSchillerdenkmal vor dem Konzerthaus BerlinDeutscher Dom
Weiter geht es vorbei am Humboldt-Forum (Berliner Schloß) zum Weihnachtsmarkt vor dem Roten Rathaus.
St. Marien-Kirche und FernsehturmRotes RathausJunge SchlittschuhläuferinnenEisbahn vor dem Rieserad
Zu meinen alljährlichen weihnachtlichen Ritualen gehört die Fahrt mit dem Zug nach Hamburg. Da heißt es dann um 4:15 Uhr aufstehen. Der aus Prag kommende EuroCity war sogar pünktlich und die Reise konnte um kurz nach 7:00 Uhr beginnen. Zu so früher Stunde war der Zug überschaubar besetzt. Die Platzreservierung hätte sich erübrigt; aber sicher ist sicher.
In Hamburg angekommen stand als erstes der Besuch meiner 1979 bzw. 1988 verstorbenen Eltern auf dem Programm. Beiden geht es gut und alles war in Ordnung. Dem weiteren Programm steht nichts mehr im Wege und es geht mit der S-Bahn zum neuen Bahnhof Elbrücken, wo ich, nachdem ich die neuen Bauwerke digital festgehalten habe, in die neue U-Bahnlinie 4 umstieg mit dem Ziel zum HafenCity Weihnachtsmarkt.
U- und S-Bahnstation Elbbrücken
Aber wo ist er denn? Als ich an der richtigen U-Bahnstation aussteige ist weit und breit nichts von einem Weihnachtsmarkt zu sehen. Ich gehe in die Richtung, die ich meine – aber nichts. Später stelle ich fest, dass es die falsche Richtung war. Gute Vorbereitung hilft.
Apropos U4: Es ist die jüngste und kürzeste Linie Hamburgs. Sie verbindet die HafenCity mit dem Stadtteil Billstedt. Zwischen Jungfernstieg und Billstedt nutzt sie vorhandene Bauwerke. Neugebaut wurde die Stecke vom Jungfernstieg in die HafenCity bis zur Haltestelle Elbbrücken Hier ist auch der Übergang zur S-Bahn möglich. Die Bahnhöfe HafenCity Universität und Überseequartier sind mit einer Höhe von 20 Metern ungewöhnlich großzügig und schlicht gestaltet.
U-Bahnstation Überseequartier
Allmählich meldet sich mein Magen und ich fahre zur Weißen Weihnacht am Jungfernstieg. Weiße Weihnacht deshalb, weil die Zelte weiß sind. Es ist ein Markt des gehobenen Niveaus. Dies gilt sowohl für das Produktangebot als auch für die Besucher – Jungfernstieg eben.
Weiße Weihnacht auf dem Jungfernstieg
Gestärkt verlasse ich die Innenstadt und mache einen Abstecher in die Walddörfer, genauer gesagt nach Wandsbek-Gartenstadt. Hier hatte meine Schwester mit ihrem Mann und den Töchtern in einer Gartenkollonie gewohnt. Nach dem Krieg war dies mit Blick auf den Wohnungsmangel erlaubt bzw. es wurde geduldert. Dies wurde spätestens in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geändert und meine Schwester zog mit ihrem Mann in eine Wohnung. Überraschender Weise existiert die Gartenanlage in unmittelbarer Nähe zum Bundeswehrkrankenhaus unverändert.
U-Bahn Station
Kleingartenverein Volkspark
Wandsbek-Gartenstadt
Für die Rückfahrt nach Berlin ist es noch zu früh. Was also jetzt machen? Warum nicht einen Schnellbus für einen Ausflug entlang der Elbchaussee nach Blankenese nehmen? Gedacht – gemacht. Im kommenden Frühjahr/Sommer werde ich bestimmt einen längeren Ausflug an die Elbhänge machen.
Ins Zentrum zurückgekehrt geht ist zum Weihnachtsmarkt am Gerhard-Hauptmannplatz und dann die Spitalerstraße hoch Richtung Hauptbahnhof, wo der ICE auf mich wartet.
Damit enden meine „Ausflüge“ zu den Weihnachtsmärkten. In 11 Monaten geht es weiter.
Mit kleiner Verspätung kommen heute die letzten Berichte über Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg.
Zum Charlottenburger Schloss gehe ich immer wieder gern. Die Silhouette des Schlosses verleiht diesem Weihnachtsmrkt ein besonderes Flair. Und so entschloss ich ich zum Besuch. Mit der S-Bahn ging es bis Jungfernheide und von dort durch den Schlosspark zum Markt. Gott sei Dank war er noch nicht bevölkert, da er üblicherweise ein beliebtes Touristenziel ist. So schlenderte ich gemütlich an den auch hier festlich geschmückten Ständen entlang, vorbei an Schmuck, Crêpes, Schals, Mützen, geräuchertem Lachs, Bigos, Honig und vielem anderen. Natürlich fehlen auch gegrilltes Fleisch und Bratwürste sowie die Heißgetränke nicht.
Nach zwei Glühwein mit Schuss und einem Nackensteak geht es mit dem 109er zu Fotomax am Los-Angelesen-Platz. Den Abschluss bildet der Breitscheidplatz mit einer Feuerzangenbowle.
Schloß Charlottenburg, benannt nach Sophie Charlotte von Hannover, Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III. und späteren König in Preußen Friedrich I., ist eine ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern; er- und ausgebaut zwischen 1695 und 1791.
Nicht nur Berlin hat sehenswerte Weihnachtsmärkte. Ca. 70 km nördlich von Berlin liegt das Schloss & Gut Liebenberg im Löwenberger Land. „Es liegt ein besonderer Zauber auf dem einstigen Rittergut aus dem 16. Jahrhundert. Schon Theodor Fontane zählte die Zeit auf Schloss Liebenberg zu seinen „glücklichsten Wanderungs`-Tagen in der Mark Brandenburg““ schreibt die Berliner Woche über diesen herausragenden Platz.
Diesen Markt habe ich mir für den 4. Advent vorgenommen und mich schon darauf gefreut. Petrus hat seinen eigenen Kalender und hüllt die Landschaft in einen Novembernebel ein. Davon lass ich mich aber nicht abschrecken und starte gegen Mittag in Richtung Liebenberg. Nach gut einer Stunde komme ich in Begleitung vieler weiterer Besucher am Ziel an. Der Parkplatz am Rande des Schlossparks ist trotz der frühen Stunde schon gut gefüllt. Ich folge den anderen Besuchern, die sich offensichtlich besser auskennen als ich, und spaziere durch den Park zum Schloss.
Die weihnachtlich dekorierten Stände sind auf dem gesamten Gutsgelände aufgebaut und verbreiten weihnachtliche Gerüche. Feuerstellen laden zum Verweilen und zum Aufwärmen ein (was auch notwendig ist, kriecht doch die feuchte Kälte allmählich die Beine hoch). Neben den üblichen kulinarischen und flüssigen Köstlichkeiten werden Produkte aus dem Hofladen, Keramik und Porzellan, Textilien, Kunst, Filzartikel angeboten. Handwerkertreibende bieten ihre Erzeugnisse feil. Eine Märchenerzählerin zieht die Kinder in ihren Bann. Gespannt lauschen die Kleinen den Abenteuern von Hänsel und Gretel, Rumpelstilchen, Schneewittchen und Rosenrot usw. Die „Kaiserbahn“ entführt die kleinen Gäste in die Kaiserzeit.
Die Liebenberger Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert ist ein Besuch wert. Hier durfte ich weihnachtliche Chormusik genießen und ein wenig zur Ruhe kommen und ganz bei mir sein. So allmählich stellt sich Weihnachtsstimmung ein.
„An der Grenze der Grafschaft Ruppin, aber mit ihrem Hauptbesitzstande schon der Uckermark angehörig, liegt die große, mehr als 20.000 Morgen umfassende Herrschaft Liebenberg.“ So beschrieb Theodor Fontane diesen geschichtsträchtigen Ort. Fontane weilte wiederholt hier und berichtete über diesen Ort in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Ich werde sicherlich im Frühjahr/Sommer 2020 wieder nach Liebenberg kommen, u.a. auch zum Besuch des leider an diesem Tag geschlossenen Museum.
Dieser Ort wird bestimmt durch die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis -Kirche – kurz Gedächtniskirche genannt- , errichtet Ende des 19. Jahrhunderts und im Zweiten Weltkrieg zur Ruine gebombt. Sie gehört zu den wichtigsten Wahrzeichen des alten West-Berlins und den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Sie ist Mahnmahl für den Frieden und Symbol der Widerstandskraft der Berliner Bevölkerung während der Teilung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Am 19. Dezember 2016 zerriss ein verachtenswertes Attentat mit 12 sinnlos Getöteten und vielen Verletzten die ausgelassene, weihnachtliche Stimmung. Heute erinnert eine Genktafel, geschmückt mit unzähligen Blumen, an diese Tat.
Ein Berliner und seine Gäste läßt sich nicht unterkriegen, sie trotzen der Gefahr und genießen das Leben. Auch wenn die offensichtlich notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ein wenig bedrückend wirken. In welcher Welt leben wir?
Der Markt ist entgegen den bisher von mir besuchten eher kommerziell geprägt. Glüh- und Bratwurststände überwiegen. Mein Highlight und ein absolutes „must“ ist die Original Rühmann Feuerzangenbowle mit brennendem Zuckerhütchen. Es schmecken auch zwei! Ich sitze am Fenster, genieße das Heißgetränk und schaue dem Treiben draußen zu. Das Leben kann so schön sein. Um mich schwirrt ein Stimmengewirr unterschiedlicher Sprachen. Berlin ist weltoffen und tollerant.
Heute geht es zum Gutshof Schloss Britz auf einen etwas anderen Weihnachtsmarkt. Hier treffe ich mich mit einer lieben Freundin aus der Schweiz mit Wurzeln in Berlin.
Als ich ankomme beginnt es bereits dunkel zu werden. Der Platz und die über 50 weihnachtlichen Stände strahlen im Lichterglanz. Auch an Aktivitäten wie z.B. Bogenschießen, Ponyreiten, Kinderspiele, ein hölzernes Wasserad ist gedacht.
Der Markt ist gut besucht aber nicht überlaufen. Lediglich am Glühweinstand, zu dem es uns als erstes treibt bilden sich durchgehend kleine Schlangen. „Bitte einen Glühwein mit Schuss und einen weißen“ bestelle ich und freue mich auf den heißen Genuß.
So gestärkt schlendern wir entlang der Stände mit Kunsthandwerk, Keramik, Schmuck und vieles mehr. Auf einer der beiden Bühnen unterhält eine Sängerin die Zuschauer. Wir biegen rechts ab und gelangen in den Märchenpark mit skurrilen Figuren der Märchenwelt.
So langsam meldet sich der Magen, inspiriert durch die verführerischen Düfte von Bratwürsten, Nackensteaks, Langos, gebrannten Mandeln und anderen Genüssen. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit entscheide ich mich heute für Langos mit Knoblauchcreme und Käse.
Langsam kriecht die Kälte trotz warmer Kleidung an uns hoch und wir entscheiden uns für den Sterne Koch Matthias Buchholz und seinem Restaurant Gutshof Britz. Heiße Schokolade hilf, uns wieder zu erwärmen.
Den Abschluss eines kurzweiligen Tages bildet der Besuch des Restaurants Genazvale in der Hohenzollernallee mit einem phantastischen Kalbfleisch – Spieß.
Der Gutshof des ehemaligen Rittergutes mit historischem Kuh,- Pferde- und Ochsenstall beherbergt heute ein Restaurant, den Kulturstall, das Museum Neukölln und die Musikschule Neukölln Paul Hindemith.
Zum 21. Mal findet der traditionelle Adventsmarkt in der Marienkirche statt und zieht Gäste aus Nah und Fern an. Ca. 9.000 Frankfurter und Gäste besuchen den Markt jedes Jahr. Die Kirche beeindruckt durch seine Einmaligkeit in einem mächtigen Sakralbau.
Die St.-Marien-Kirche in Frankfurt (Oder) ist die ehemalige Hauptpfarrkirche der Stadt und wurde in mehr als 250 Jahren mittelalterlicher Bautätigkeit errichtet. Das Kirchengebäude gehört zu den größten Gebäuden der norddeutschen Backsteingotik; es ist 77 Meter lang und 45 Meter breit. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg in großen Teilen zerstört, konnte in der Folgezeit aber in ihren Grundzügen rekonstruiert werden. Heute ist die St.-Marien-Kirche ein soziokulturelles Zentrum und Wahrzeichen der Stadt. (Quelle: Wikipedia).
Mehr als 60 Aussteller bieten Kunsthandwerk, Weihnachtsgeschenke, Christbaumschmuck, Waren aus Leder, Holz, Steinen und Metall. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Genau hier setzt der Kiwanis Club Frankfurt (Oder), bei dem ich seit knapp 20 Jahren Mitglied bin, an und verkauft Crépes und Eierpunsch. Viele unsere Gäste kommen schon seit Jahren extra nur wegen des Eierpunschs.
Ist nicht schon die Mächtigkeit des Sakralbaus beeindruckend zaubert die gekonnt inszenierte Illumination für ein ganz besonderes Erlebnis. Ich liebe diese Atmospäre und kann mich an dem Bild des Marktes nicht satt sehen, während ich den Klängen der Blaskapelle oder dem Gesang des Chores lausche und ein wenig träume. All dies ist eine gute Gelegenheit, dem Weihnachtsstress zu entfliehen und ganz bei sich zu sein.
Heute ging es auf den heimatlichen Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt. In dörflicher Ruhe stehen die festlich iluminierten Verkaufsstände rund um die aus dem 13. Jahrhundert stammende Dorfkirche auf dem Dorfanger sowie der Dorfstraße. Auch das Gelände Spiritousenfabrik Schilkin und das Gelände der Johannischen Kirche beherrbergt Stände.
Während ich mich, die vorweihnachtliche Stimmung genießend, mit dem Besucherstrom entlang der Stände mit Keramik, Holzschnitzereien, Wollmützen, Glas und Porzellan und vielen weiteren kunsthandwerklichen Gegenständen treiben lasse umweht mich der Duft von Gebratenem sowie von Glühwein mit und ohne Schuss. Natürlich bleibt es nicht nur beim riechen, es wird auch gegessen und getrunken.
Ein absolutes Highlight ist das Innere der Dorfkirche mit ihrem Altar und der Kanzel aus dem 17. Jahrhundert sowie der Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Ganztägig fanden verschiedene Veranstaltungen und Konzerte in der Kirche statt. Auch in dem Augenblick meines Besuches war ein Konzert in Vorbereitung, so dass leider keine Gelegenheit bestand zur intensiven Besichtigung.