Bauhausstadt Dessau

Bahnhof Dessau

Die 9 € – Regelung nutzend mache ich mich Ende Juni auf den Weg in die Bauhausstadt Dessau. Sie heißt mich bei herrlichem Kaiserwetter willkommen und ich begebe mich vom Bahnhof auf den Weg in die Innenstadt.

Durch einen schattigen Park vor dem Hauptbahnhof gelange ich nach wenigen Gehminuten zum historischen Wetterhäuschen / Bärenuhr am Fürst-Leopold-Carré am nördlichen Ende des Friedensplatzes. Die Uhr stammt von der Künstlerfamilie Kieser-Maruhn.

historische Wetterstation / Bärenuhr

Ich gehe die Antoinettenstraße am Friedensplatzes entlang. Rechter Hand grüßt der Bau des Anhaltinischen Theaters, 1938 gebaut als damals größte Bühne nördlich der Alpen mit 1250 Sitzplätzen. Nach Zerstörung im Zweiten Welkrieg erfolgte die Wiedereröffnung im Jahre 1949. Heute verfügt das Theater über 1100 Plätze und ist mit einer der größten Drehbühnen Deutschlands ausgestattet.

Passend dazu steht im Friedenspark direkt an der Antoinettenstraße die 1964 vom Berliner Künstler Prof. Fritz Kühn geschaffene Wasserharfe. Der Brunnen ist nur zeitweilig in Betrieb.

Brunnen „Wasserharfe“

Wenige Schritte weiter trägt am Friedensplatz der „Frieden das Leben“. Eine Statue von Bernd Göbel. Diese Statue steht ich in Rostock-Lichtenhagen.

Frieden trägt das Leben von Gerd Fröbel

Die Architektur der Gebäude weiter südlich auf der Antoinettenstraße erinnert mich ein wenig an den Stil der Frankfurter Alle (ehemals Stalin Allee) in Berlin.

An der Ecke Kavalier- und Friedrichstraße beeindruckt das in der Zeit von 1899 bis 1901 im Stil des Historismus erbaut Gebäude der Alten Post.

Von hier aus schlendere ich zum historischen Zentrum der Stadt.

Rathaus

Das 1898 bis 1901 erbaute Wahrzeichen der Stadt Dessau dominiert den rechteckigen Markt. Der 73 m hohe Turm überragt alle anderen Türme der Stadt. Über 159 Stufen führen auf eine Aussichtsplattform in 41,24 m Höhe. Dieses „Vergnügen“ habe ich mir trotz des Reizes einer umwerfenden Aussicht ersparrt.

Östlich des Rathauses steht auf dem Platz der Deutschen Einheit seit 2002 die Friedensglocke, Denkmal für die politische Wende 1989. Auf der Glocke befinden sich die Inschriften „Keine Gewalt“, „Ich läute für Frieden und Freiheit + Ohne Freiheit keinen Frieden + Ohne Frieden keine Freiheit“. Aussagen, die im Angesicht des Russischen Überfalls auf die Ukraine eine ganz besondere Bedeutung haben.

Die Glocke ist Treffpunkt für Friedensgebete und andere Aktionen.

Friedensglocke auf dem Platz der Deutschen Einheit, rechts im Bild das Gorbatschow-Denkmal

Marktplatz

Der Marktplatz hat sich extra für mich prächtig herausgeputzt und bietet Gelegenheit zur Entschleunigung. Ich genieße den Anblick der in vielfältigen Farben blühenden Pflanzen und versuche zu ergründen, was mir die Skulpturen sagen wollen.

Bei der Randbebauung in den 50er Jahren hat man sich viel Mühe mit der Ausgestaltung gegeben. Die östliche Seite beherrbergt einige gastronomische Einrichtungen, deren Besuch sich lohnt.

Dessaus Kirchen

(Ehemalige) Schloß- und Stadtkirche St. Marien.

Die spätgotische dreischiffige Hallenkirche aus Backstein schaut auf eine über 500jährige, zusammen mit dem romanischen Vorgängerbau sogar auf eine über 800 jährige Geschichte zurück und ist damit die älteste Kirche Dessaus. Zusammen mit dem Rathaus und dem Schloss ist sie stadtbildprägend. Erst 1990 erfolgte der Wiederaufbau der im März 1945 zerstörten Kirche und dient seit dem als öffentlicher Veranstaltungsraum.

St. Peter und Paul

Die neugotische dreischiffige katholische Probsteikirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrunderts. Seit 2017 finden grundlegende Renovierungsarbeiten statt, die in diesem Jahr beendet sein sollen. Ob das gelingt? Bis auf einen Schnappschuss der Kirchenfenster gab es nur Baugerüste zu sehen.

St. Georg

Im Mittelalter wurde an dieser Stelle ein Hospital vor den Mauern errichtet, das Siechenhaus. in der Zeit von 1712 bis 1717 ließ Fürst Leopold den zwischenzeitlich verfallenen Kirchenbau durch einen barocken Neubau ersetzen.

Ihr ahnt es schon. Auch die Besichtigung dieser Kirche muss ich in die Zukunft verschieb.

Johanniskirche

Diese 1702 in Dienst genommene, im schlichten spätbarocken Stil mit klassiszistischen Stil erbaute Kirche überrascht mich in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist sie geöffnet und zum anderen begeistert mich das Interieur. Eine nette Dame nimmt sich meiner an und führt mich durch das Kircheninnere.

Für mich überraschend ist die Anordnung der Orgel im Altarraum. Ein ganz besonderer Schatz sind drei Tafelgemälde aus der Cranachfamilie. Ursprünglich hingen sie in der Schloss- und Stadtkirche St. Marien und wurden im Zweiten Weltkrieg hierher ausgelagert.

Leopold III, Friedrich Franz, Fürst und Herzog von Anhalt-Dessau

Johannbau

Das impossante ehemalige Residenzschloss (oder Stadtschloss) Dessau wurde im März 1945 schwer beschädigt. Allein der Johannbau blieb als schwer beschädigte Ruine erhalten und wurde 1990 in seiner usprünglichen Gestalt wieder hergestellt. Heute ist hier das Museum für Stadtgeschichte Dessau untergebracht.

Johannbau

Ganz in der Nähe komme ich am historischen Gebäude der ehemaligen Handelsschule vorbei. Heute ist hier das Gymnasium Philantropinum untergebracht.

Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet als Leopolddank-Stift. Der Turmbau entstand 1847 nach dem Vorbild des Hospitals St. Spiritus bei Rom. Seit 1927 ist hier das Museum untergebracht.

Ehemaliger Sitz der örtlichen Filiale der Staatsbank der DDR. Heute als Gesundheitszentrum genutzt.

Gebüude des Umwelt-Bundesamtes

Zum Abschluss noch ein wenig Kunst im öffentlichen Raum.

Das war es wieder für heute. Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu berichten. Dies gilt insbesondere für das Bauhaus-Viertel, das ich mir für das nächste Mal reserviere. Interessenten finden hier detailierte Informationen über die Bauhausbauten sowie die Geschichte des Bauhaus-Stils.

Dank an Wikipedia, der Stadt Dessau und anderen für die Anregungen für meinen Text.
Fotos können durch anklicken vergrößert werden.

Torgau – eine Stadt voller Geschichte

„Erleben Sie eine der schönsten Renaissance-Städte Deutschlands und erkunden die einstige Residenzstadt an der Elbe. Spüren Sie die Aufregung in der Luft – Torgau ist Ausrichter der 9. Sächsischen Landesgartenschau vom 23. April bis 9. Oktober 2022. Hier beginnt Ihr Urlaub – Mit einem besonderen Gruß von Katharina Luther.“

Homepage des Torgau-Information-Centers

Dieses Versprechen macht mich neugierig und ich freue mich auf spannende und unvergessliche Eindrücke.

Vor einigen Wochen weilte ich „Auf den Spuren Luthers“ in Wittenberg und in meinem Artikel „Jüterbog – die Stadt zum Anstoss“ habe ich auf die Bedeutung dieser Region für die Reformation hingewiesen. Es liegt also nahe, sich auch Torgau zu widmen.

Eine weitere Fassette der geschichtsträchtigen Entwicklung dieser Stadt war die historische Begegnung amerikanischer und russischer Soldaten am 25. April 1945 an der Elbe.

Markt mit Rathaus und Umfeld

Mein erster Gang führt mich zum Markt und zur Tourist-Information. Eine freundliche junge Dame versorgt mich mit allem Erforderlichen für meine Erkundungstour. Bereits auf dem Weg bewundere ich die am Wegesrand aufgereihten Renaissance-Bauten. Schaut selbst.

Das in den Jahren 1563 bis 1578 im Stil der Renaissance errichtete gewaltige Rathaus ist der bedeutenste Profanbau der Stadt und gilt als schönstes Rathaus Sachsens. Ins Auge fällt der Erker auf der linken Seite.

Um den Marktplatz und den umliegenden Straßen begeistern die prächtigen Patrizierhäuser.

Rathaus hinter den Wagen der Marktbeschicker

Ehemalige Nikolaikirche

Gleich um die Ecke soll die Nikolaikirche stehen. Aber wo genau? Ich gehe drei mal um den Block und bin verzweifelt. Keine Nikolaikirche zu sehen. Aha! Völlig verschämt hat sie sich im Rathaushof versteckt. Ist ja auch kein Wunder – sie ist eine Ehemalige! 1509 fand hier die erste deutsche Taufe statt. Ein Jahr später die erste evangelische Predigt. Später wurde sie säkularisiert und diente als Gewandhaus, Mehlwaage u. a.

Stadtkirche St. Marien

Die spätgotische Stadtkirche St. Marien (Baueginn um 1390) bestimmt zusammen mit dem Schloß die Stadtansicht. Katharina von Bora wurde in dieser Kirche begraben.

Epithaph Katharina von Bora (Luthers Ehefrau)

Schloss Hartenfels

Architektonisches Meisterwerk der Renaissance und nachgewiesener Ort der Refomationsgeschichte. Lange Zeit das modernste Wohnschloss Sachsens, war Hartenfels Austragungsort glänzender Feste, Landtage, Hochzeiten und schon seit Kurfürst Johann Friedrich ein bedeutender Ort der Musikpflege. Später, nachdem die sächsischen Kurfürsten von Dresden aus regierten, diente das Torgauer Schloss ganz anderen Zwecken u.a. als Kaserne.

Großer Wendelstein – prunkvoller Treppenturm vor dem Johann-Friedrich-Bau, 1533-1537

Schlosskapelle

Die Torgauer Schlosskapelle ist der erste Neubau eines protestantischen Gottesdienstraums nach der Reformation und der erste von Luther am 05.10.1544 geweihte Kirchenbau. Damit ist sie von herausragender internationaler Bedeutung für die Reformation. Erbaut wurde sie im Auftrag von Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen. Er war ein glühender Anhänger Luthers.

Ungewöhnlich ist der Standort der Orgel oberhalb des Altars. Die gegenüberliegende Seite ist durch die dem Herrscher vorbehaltene Empore belegt. Die weltliche Macht steht über der kirchlichen? Geht gar nicht. Kurzerhand wurde der Altar auf der anderen Seite aufgestellt.

Die heutige Orgel stammt von 1994.

Herzstück bildet die gegenüber dem Portal hängende Kanzel. Sie empfängt die Besucher und dokumentiert den zentralen Stellenwert der Predigt.

Jugendwerkhof – Ein Haus der Jugendhilfe

In diesem Haus befand sich der einzige geschlossene Jugendwerkhof der DDR, eine Disziplinierungsanstalt der Jugendhilfe, die direkt dem Ministerium für Volksbildung und damit Margot Honecker unterstand. Während seines Bestehens vom 1. Mai 1964 bis zum 11. November 1989 wurden über 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zur „Anbahnung eines Umerziehungsprozesses“ eingewiesen, die in anderen staatlichen Erziehungseinrichtungen negativ aufgefallen waren. Doch hatten sie weder Straftaten begangen noch gab es eine richterliche Anordnung für die Einweisung. Eiserne Disziplin und paramilitärischer Drill sollten eine Veränderung ihres Verhaltens bewirken, vor allem die Bereitschaft, sich den „sozialistischen Lebensnormen“ unterzuordnen.

Leider öffnet die Gedenkstätte erst am frühen Nachmittag. Bei meinem nächsten Besuch steht diese Gedenkstätte ganz oben auf meiner Liste.

Mit einem abschließenden Blick auf die Elbe verabschiede ich mich von der geschichtsträchtigen Stadt. Es wird nicht der letzte Besuch sein.

Dank an Wikipedia und der Tourist-Info für die Textanregungen.

Durch anklicken der Fotos können diese vergrößert werden. Einige Bildunterschriften sind auch auf weiterführende Erläuterungen verlinkt.

Titelbild: Tobias Bauer auf Pixabay

Auf den Spuren Martin Luthers

„Die Wittenberger leben am Rande der Zivilisation; wenn sie etwas weiterhin sich angesiedelt hätten, wären sie mitten in die Barbarei gekommen“

Widipedia

Derartig abfällig äußerte sich Martin Luther als er von Erfurt nach Wittenberg umzog, um sein Theologiestudium fortzusetzten.

Aus eigener Inaugenscheinnahme kann ich bestätigen, dass diese Aussage heute in keinster Weise mehr gültig ist. Wittenberg liegt mitten in der Zivilisation und macht auf mich einen lebendigen Eindruck mit Menschen, die sich der Bedeutung dieser Stadt bewußt und stolz darauf sind.

Mein Rundgang führt mich zunächst zur Tourist-Information am Schlossplatz. Ausgerüst mit einem Stadtplan und einem Audiogerät begebe ich auf Luthers Spuren, die überall sichtbar sind.

Schlosskirche „Allerheiligen“

Gleich gegenüber der Tourist-Info steht die 1503 geweihte Schlosskirche, auch Kirche der Reformation genannt. Mit den von Luther am 31. Oktober 1517 an die Kirchentür angeschlagenen 95 Thesen nahm die Reformation ihren Anfang.

Baulich ist die Kirche mit dem Schloss verbunden und bildet den nördlichen Seitenflügel.

Auf dem Weg zum Marktplatz mit Rathaus und Denkmälern von Luther und Melanchthon komme ich an verschiedenen sehenswerten historischen Gebäuden vorbei.

Cranach-Haus

Am Ende der Schloss-Straße treffe ich auf der rechten Seite auf das Cranach-Haus. Hier lebte und wirkte Lucas Cranach der Ältere. Zusammen mit Christian Döring betrieb er eine Druckerei, in der unter anderem Luthers Bibelübersetzung gedruckt wurde. Im Vorderhaus, das ehemalige Wohnhaus der Familie Cranach, laden 21 individuell ausgestattete Zimmer der Cranach-Herberge zum Verweilen ein.

Markt und Rathaus

Der Marktplatz, bebaut um 1535, mit seinem Kofpsteinpflaster und den restaurierten Renaissance-Häusern begeistert mich. Dies gilt insbesondere für das 1534 im spätgotischen Stil festiggestellte Rathaus.

Auf dem Weg zum Lutherhaus lass ich verschiedene Gebäude und deren Geschichten auf mich wirken.

Lutherhaus

Das Lutherhaus wurde 1504 als Augustinerkloster erbaut. Auch Luther lebte hier ab 1508 als Mönch. Im Rahmen der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und Luther erhielt das Haus übereignet. Das 1580 errichtete Vorderhaus wurde in Erinnerung an August I von Sachsen als Augusteum bezeichnet.

Die Dauerausstellung „Martin Luther – Leben, Werk, Wirkung“ ist meines Eindrucks nach ein absolutes Muss. Normalerweise verliere ich relativ schnell das Interesse an Ausstellungen. Dies war in diesem Fall jedoch nicht der Fall.

Das nachfolgende Zitat beschreibt die Ausstellung voll umfänglich.

„Die Dauerausstellung „Martin Luther – Leben, Werk & Wirkung“ stellt anschaulich dar, wie Luther lebte und wie sein Wirken die Welt veränderte. Zu den Exponaten gehören Luthers Mönchskutte, die 10-Gebote-Tafel von Lucas Cranach, Luthers Bibel sowie Handschriften und Medaillen. Die original erhaltene Lutherstube erinnert an die berühmten Tischgespräche des Reformators, die er mit seinen Weggefährten sowie seiner Frau Katharina von Bora hier hielt. Im beeindruckenden Großen Hörsaal finden Sie spannende zeitgenössische Exponate aus der Reformationszeit. „

https://lutherstadt-wittenberg.de/sehen-entdecken/sehenswuerdigkeiten/lutherhaus

An dieser Stelle seien mir einige Ausführungen zu Martin Luther und seiner Familie gestattet. Luther wurde 1483 in Eisleben geboren und starb 1546 ebenda. 1525 heiratete er 42 jährig die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Das Paar hatte 6 Kinder. Ferner lebten im Haushalt einige Studenten und wurden von Katharina versorgt. Um dies zu bewerkstelligen baute sie in ihrem Garten Obst und Gemüse an.
In dem Zusammenhang ist eine Textpassage des Museums interessant:

„Nach biblischem Vorbild ist für ihn (Martin Luther) das Haus der unbestreitbare Herrschaftsbereich der Frau. Dahinter steht eine Vorstellung von der Gleichberechtigung der Eheparnter, die sich grundsätzlich von modernen Auffassungen unterscheidet: Jeder hat in seinem Bereich die gleichen Rechte. Die Frau verantwortet die Familie und den Haushalt nach innen, der Mann nach außen. Katharinas Wirken öffnet Luther aber die Augen für viele Altagsprobleme, die in ähnlicher Weise auch seine Wittenberger Gemeinde betreffen. Durch sie wird Luther gefordert, seine theologischen Erkenntnisse auf alltägliche Erfahrungen anzuwenden“

Erläuterungstafel in der Dauerausstellung „Martin Luther – Leben, Werk & Wirkung“

Nach diesem kurzen Ausflug in das Leben der Familie Luther zurück zu einigen Impressionen des Hauses und der Ausstellung.

Stadtkirche St. Marien – Mutterkirche der Reformation

1187 erstmals erwähnt ist es das älteste Gebäude Wittenbergs. Hier predigten Martin Luther und Johannes Bugenhagen. 1521 fand hier die erste in deutscher Sprache gehaltene Heilige Messe sowie das erste Abendmahl mit Brot und Wein statt. Hier gaben sich Katharina von Bora und Martin Luther das Ja-Wort.

In der mir zur Verfügung stehenden Zeit habe ich eine Menge gesehen und gelernt. Trotzdem ist noch Einiges für einen nächsten Besuch übrig geblieben.

Ich bitte um Nachsicht dafür, dass dieser Reisebericht etwas länger als bisher ausgsefallen ist. Es gab halt viel zu fotografieren.
Wie immer lassen sich die Fotos durch anklicken vergrößern. Für meine Texte wurde ich durch offizielle Seiten der verschieden Einrichtungen und der Stadt sowie Wikipedia inspiriert

Jüterbog – die Stadt zum Anstoß

„Ja, mach nur einen Plan! Und mach dann noch´nen Plan. Gehn tun sie beide nicht!“

Berthold Brecht in seiner Ballade von der Unzulänglichkeit des menschlichen Planens

Ursprünglich ist mein Plan, einen Fotoausflug nach Torgau an der Elbe zu machen und ich starte in aller Herrgottsfrühe. Leider habe ich die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Bahn gemacht. Die ausgewählten Verbindungen funktionieren nicht. Also mache ich noch´nen Plan mit Ziel Bitterfeld. Auch dieser geht nicht und ich entscheide mich für Jüterbog. So richtig vorbereitet auf diese Stadt bin ich nicht, aber sehr, sehr neugierig.

Die 1007 erstmals erwähnte Siedlung spielte eine entscheidende Rolle der Reformation. Der bekannte Dominikanermönch und Ablassprediger Johann Teztel trat im Auftrag des Erzbischofs von Mainz auch in Jüterbog auf und verkaufte erfolgreich Ablassbriefe. Dies war, so die Aussage der Stadt, der Anstoß, der zu Martin Luthers 95 Thesen führte und damit zur Reformation.

Heute wirkt die Stadt im Südwesten des Landes Brandenburg mit ihren rund 12.000 Einwohnern auf mich recht provinziell beschaulich und gemütlich. Positiv überrascht bin ich vom historischen Stadtkern.

Stadtrelief

Meinen Stadtspaziergang beginne ich, wen wunderts, am 1841 in Betrieb genommenen Bahnhof. Er zählt zu den ältesten Bahnhöfen Brandenburgs. Auf dem Bahnhofsvorplatz werde ich von Johanna herzlich begrüßt. Das künsterlerische Ensemble geht auf das gleichnamige Kinderbuch von Klaus-Peter Gust zurück. Leider kann mich Johanna nicht ins Zentrum bringen. Also begebe ich mich auf den rund 20 minütigen Fussweg.

Stadtbildprägend ist die wahrscheinlich 1488 geweihte doppeltürmige St. Nikolaikirche. Leider war ich für eine Besichtigung zu früh vor Ort. Die Kirche, wie andere Sakralbauten auch, öffnet erst am frühen Nachmittag.

Das Zentrum bildet der Markt mit dem 1285 erricheten Rathaus. Es ist ein heraussragendes Zeugnis für Profanbauten. Als Mehrzweckbau wurde es unter anderem auch zum Warenhandel genutzt.

Marktplatz

Der Schmied von Jüterbog ist ein Volksmärchenm, in dem der Schmied falsche Entscheidungen traf und so die Seligkeit verpasste.

Die Liebfrauenkirche war die einzige geöffnete Kirche. Errichtet 1161 im Auftrag des Magdeburger Erzbischoffs Wichmann von Seeburg. Sie ist die zweitälteste Kirche Brandenburgs.

Teile der Stadtmauer mit Wehrtürmen und Stadttoren sind erhalten geblieben.

Sowohl die seit 2005 im ehemaligen Landratsamt untergebrachte Evangelische Grundschule mit Übergang zum ehemaligen Kloster und zur Liebfrauenkirche als auch das 1901 errichtete Goethe-Schiller-Gymnasium fügt sich nahtlos in die historische Architektur der Stadt ein.

Der Abtshof oder auch Stadthof der Äbte des Klosters Zinna. Als spätgotischer Stadtpalast 1480 erbaut. Bis zur Eröfffnung des Kulturquartiers war hier das Regionalmuseum untergebracht.

Das Ende des 15. Jahrhunderts erbaute ehemalige Franziskanerkloster mit Kirchenhaus blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück. Heute ist das Mönchenkloster ein Ort der Kultur und beherrbergt unter anderem die Stadtbibliothek, das Museum und die Stadtinformation.

Kulturquartier Mönchenkloster

Der runde Turm des Zinnaer Tors wurde im 1300 Jahrhundert im unteren Teil aus Feldsteinen errichtet und im oberen Teil um 1480 bis 1490 aus Backsteinen erweitert. Der eckige Turm ist ein spätgotisches Bauwerk.

Zinnaer Tor

An der Ecke Markt und Große Straße fällt das 1913/1914 errichtete Sparkassengebäude auf. Für die Fassade wurden handgefertigte Ziegel verwendet.

Der Sparkasse gegenüber bestaune ich ein schönes Fachwerkhaus.

Der Dominikanermönch und Ablassprediger Johann Tetzel spielt, wie man sehen kann, eine herausragende Rolle in der Stadt. Neben dieser Skulptur erinnern die unweit gelegenen Tetzelstuben an diese Figur. Aus heutiger Sicht könnte man ihn als Trickbetrüger bezeichnen, der den gutgläubigen Menschen das Geld aus den Taschen zog.

Statue des Dominikanermöchs Johann Tetzel

Mit dem abschließenden Blick auf die Schwanenfamilie, die es sich auf den Asphalt gut gehen lässt, verabschiede ich mich von der Stadt. Obwohl nicht vorbereitet, war es ein lehrreicher Ausflug, der mich neugierig macht auf mehr. Auf jeden Fall komme ich wieder zurück, da noch das eine oder andere zu besichtigen ist.

Wikipedia sei Dank für die Textanregungen.

Kaiser- und Hansestadt Tangermünde

Dort, wo der Fluß Tanger in die Elbe mündet thront hoch oben eine Burg, die 1009 erstmals als Tangermünde erwähnt wird. Sie gehörte zu einer ganzen Reihe von Burgen an der Elbe zum Schutz gegen die am anderen Elbufer siedelnden Slawen. Die Burg zählt noch heute zu den größten Höhenburgen Norddeutschlands.

Die Lage an der Elbe und die Mitgliedschaft in der Hanse förderten den Handel mit Tuchen, Getreide, Holz und anderen Waren. Dies überzeugte Kaiser Karl IV. (römisch-deutscher Kaiser und König von Böhmen) davon, die Tangermünder Burg für 5 Jahre zu seiner Zweit-Residenz zu wählen.

Der Wohlstand der Händler schlug sich auch in der Architektur nieder, wovon ich mich heute überzeugen kann.

Stadtrelief zeigt sehr schön die Gestalt der Altstadt.

Nach meiner Ankunft führt mich mein Weg zunächst zur Tourist-Info am Marktplatz. Kurz entschlossen buche ich eine Stadtführung.

Markt und Rathaus

Die wirtschaftliche Blüte im 15. Jh. ermöglichte den Bau des spätgotischen Rathauses mit seinem 24 m hohen Scheingiebel. Es zählt zu den architektonisch wertvollsten Profanbauten der Backsteingotik Norddeutschlands. Im Obergeschoss bewundere ich den Rathausfestsaal sowie die Ratsstube, heute als Trauzimmer genutzt. Im Erd- und Kellergeschoss hätte ich das Stadtgeschichtliche Museum besuchen können. Keine Zeit, wird nachgeholt.

Rathaus mit Scheingiebel, 1846 erbaute Außentreppe mit Laubengang zum Rathausfestsaal und Ratsstube (heute als Trauzimmer genutzt)

Vor der Gerichtslaube steht das 2009 aufgestellte Denkmal von Grete Minde. Grete wurde 1593 geboren und entstammte einer angesehenen Patrizierfamilie. Nach dem Tode ihres Vaters wird sie um ihren Erbanteil gebracht. Als ein Brand in der Stadt ausbricht wird sie der Brandstiftung bezichtigt und nach Folter zum Tode verurteilt. 1619 wurde sie qualvoll hingerichtet. Später wird Grete rehabilitert. Theodor Fontane nimmt sich des Themas an und schreibt mit künsterlischer Freiheit die lesenswerte Novelle gleichen Namens.

Umgebung des Rathauses

Stadtmauer und Tore

Wie es sich für eine altehrwürdige Stadt gehört wird auch die Altstadt Tangermündes von einer fast komplett erhaltenen Stadtmauer, erbaut im 14. Jahrhundert, umgeben.

Wohlstand schürt Neid und lockt zwielichtige Gestalten an. Also braucht man Tore, in diesem Fall drei an der Zahl.

Neustädter Tor

Wenige Schritte die Kirchstraße hinunter begrüßt mich das impossante Neustädter Tor. Es gehört zu den schönsten mittelalterlichen Toranlagen Norddeutschlands. Der rechteckige Turm wurde um 1300 und der Rundturm sowie der Mittelbau um 1450 unter der Ägide von Kurfürst Friedrich I. errichtet. Auch damals waren die Herrscher bestrebt, ihre Waffentechnik weiter zu entwickeln. Irgendwann war das Tor nicht mehr nützlich und es zerfiel. Rund 450 Jahre später nahm sich Kaiser Wilhelm II. des Gebäudes an und sorgte für die Sanierung.

Neustädter Tor mit den Wappen (vlnr) Preußischer Königsadler, Reichsadler des Bismarkreiches, Tangermünder Adler, Adler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und last but not least Brandenburgischer Adler.

Roßfurt mit Elbtor

100 m langer Hohlweg, der die Elbe über das Elbtor mit der Stadt verbindet. Bis ins 19. Jh. war es der einzige Zugang für Pferd und Wagen zur Elbe.

Hünerdorfer Tor oder auch (Eulenturm) genannt

Von der hier befindlichen Doppeltoranlage blieb nur der 24 m hohe Wehrturm des Haupttors erhalten. Der untere rechteckige Teil stammt aus der Zeit um 1300. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Turm um einen achteckigen Aufsatz erweitert.

Schrotturm

Der im Mittelalter errichtete Wehrturm wurde 1825 durch einen Tangermünder Kaufmann auf eine Höhe von 47 m aufgestockt, um hier eine Schrotgießerei einzurichten, die bis Mitte des 19. Jh. Schrotkugeln herstellte.

Blick in die Turmstraße zum Schrotturm

Kirchstraße

Die Kirchstraße verbindet die St. Nikolai- (im Südwesten) und St. Stephanskirche (im Nordosten). Hier bewundere ich die zahlreichen restaurierten Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Aber auch die neu erbauten Gebäude sind sehenswert.

Kirchstraße 23 gehört mit seinen reichen Flachschnitzereien zu den schönsten Fachwerkhäusern
Kirchstraße 59

Tangemünder Burg / Schloß

An dieser Stelle stand ursprünglich die von Kaiser Karl IV. ab 1373 bewohnte Burg. Sie wurde 1640 durch schwedische Truppen zerstört. Der Preußenkönig Friedrich I. ließt um 1700 das heutige Gebäude als schlichtes Barockschloss errichten. Heute befindet sich hier ein 4-Sternehotel.

Bereits von Weitem grüßt der im 14. Jahrhundert errichtete Kapitelturm. Im 16. bis 18. Jahrhundert diente er als Getreidespeicher für das Berliner Domkapital. In 50m Höhe bietet sich ein phantastischer Ausblick in die umliegende Landschaft. Leider fehlt die Zeit für einen Aufstieg. Wird nachgeholt.

St. Stephanskirche

Die gotische dreischiffige Hallenkirche beeindruckt bei aller Bescheidenheit des Protestantismus´ mit ihrer dezenten Pracht. Seht selbst.

St. Nikolaikirche

Gleich am Neustädter Tor treffe ich auf die St. Nikolaikirche. Aber was ist das? In großen Lettern wird auf schwarzen Tafeln für Schwanzbier geworben. Nun weiß man ja, dass anno dazumal aus hygienischen Gründen Bier statt Wasser getrunken wurde. Aber heute? Bei genauem Hinschauen löst sich das Rätsel.

Um 1200 wurde die Kirche dem Schutzpatron der fahrenden Kaufleute und Schiffer gewidmet und mit der Reformation entweiht. Seit dem hatte sie verschiedene Funktionen wie z.B. Garnison und Gefängnis. Heute befindet sich die „Zecherei St. Nikolai“ in diesem Gebäude.

Nun zum Schwanzbier: Seit altersher wurde das Wasser der Tanger zum Bierbrauen benutzt. Allerdings soffen auch die Rinder das Wasser der Tanger. Versuche, die Rindviecher zu vertreiben scheiterten und so hing mindestens ein Kuhschwanz im Wasser der Tanger.

Hafen Tangermünde

Der Mündungsarm der Tanger in die Elbe eignete sich hervoragend für die Anlage eines Hafens. Schifffahrt war für die Tangermünder seit jeher ein wichtiger Wirtschaftszweig. Neben Stückgut wurden Steinkohle, Kartoffeln, Getreide, Baumaterialien usw. umgeschlagen. Heute wird der Hafen von Sportbooten und der Fahrgastschiffahrt genutzt.

Wollt Ihr vertiefende Informationen? Dann kann ich die m. E. sehr informative Homepage der Tourist-Info, von der diesmal meine Texte stammen, empfehlen.

Dank an dieser Stelle der netten Dame für die informative und erhellende Führung durch die Altstadt. Sie hat neugierig gemacht und ich werde zur Vertiefung wieder kommen.

Angermünde – ein architektonisches Schmuckstück in der Uckermark

Knapp 30 Jahre ist es her, dass ich das erste Mal in Angermünde war. In meiner Erinnerung war es eine graue Stadt, nicht am Meer, sondern in der Uckermark. Ich bin jetzt freudig überrascht, eine blitzsaubere Stadt mit restaurierten Fachwerkhäusern vorzufinden.

Angermünde liegt ca. 80 km nordöstlich von Berlin. Wie viele andere Ortschaften Brandenburgs ist auch Angermünde im 12. Jahrhundert im Zuge der Christianisierung der slawischen Gebiete am Kreuzungspunkt von Handelsstraßen entstanden. Über die Jahrtausende hat sie viel durchgemacht und Veränderung erlebt. Einmal jedoch hatte sie viel Glück. Am 27. April 1945 machten sich der Bäckermeister Miers und der Juwelier Nölte auf den Weg zu den Stellungen der heranrückenden Roten Armee und übergaben die Stadt. Dadurch wurde die Zerstörung der Stadt verhindert und von dieser „Heldentat“ profitiert sie noch heute.

Bei strahlendem Sonnenschein mache ich mich auf den Weg, diese Stadt zu erorbern. Nach der Ankunft am Bahnhof gehe ich zunächst zur Tourist-Info und lasse mir von der freundlichen Angestellten den Flyer für den „stillen Rundgang“ geben. Auf dem Weg dorthin, fotografiere ich schon mal das eine oder andere Motiv.

Begeistert bin ich von der Rosenstraße mit ihren Fachwerkhäuser. An besonderen Objekten hängen rote Emaile-Schilder mit Erläuterungen. Das Schild an der Bäckerei Schreiber erinnert an Bäckermeister Miers. Ein freundlicher Herr im fortgeschrittenen Alter macht mich auf die Historie aufmerksam und erzählt aus seinem Leben. Ein wichtiger Teil war sein Einsatz in den 1970er und 80er Jahren an der Druschba-Trasse in der Sowjetunion. Mein leider schon verstorbener Freund hatte detailliert von seinen Erfahrungen an der Trasse erzählt.

Mit dem Flyer des „stillen Stadtrundgangs“ in der Hand komme ich zum 1699 auf den Fundamenten eines gotischen Vorgängers errichtete Rathaus mit Barocker Fassade. Es innert mich ein wenig an Templins Rathaus.

Ratlos stehe ich vor dem hölzernen Pferd auf der rechten Seite vor dem Rathaus. Was will mir der Künstler hiermit sagen? Ein Blick in den Flyer bringt Erleuchtung. Es handelt sich um die Nachbildung des Prangeresels, geschaffen vom Holzkünstler Karl Rätsch. 1713 ließ der Magistrat einen Pranger aufstellen, auf den sich Betrüger und Fälscher zur Strafe setzen mussten. Der Prangeresel war letztmalig am 07. April 1851 im Einsatz.

Auf dem Marktplatz springt mir ein mehrteiliges Kunstwerk des Künstlers Christian Uhlig ins Auge. Das Zentrum der Installation bildet ein Boot, aus dessen löchrigen Seitenwänden Wasser fließt. Es soll an die wasserreiche Umgebung erinnern. Das zweite Element ist ein Mann und eine Frau, „Die Figuren“ genannt, die sich staunend auf dem Markt umschauen. Ergänzt wird die Installation durch einen Stuhl, belegt mit Dingen des täglichen Lebens; durch einen vergessenen Werkzeugkasten, eine in der Ofenecke liegende Katze sowie ein Fischbrett.

An der Ecke steht das angeblich am meisten fotografierte Gebäude der Stadt, das Stadtcafé „Hilde & Heins“ mit traditionellem Flair und lädt zum Verweilen ein. Zusammen mit dem Rathaus und dem Brunnen schließt es imposant den einen der zwei Marktplätze. Bevor ich wieder in den Zug nach Hause steige kehre ich auf einen Kaffee und eine Erdbeerschnitte hier ein.

Stadtcafé

Hinter dem Rathaus finde ich das von Wegebaumeister Grubitz im romanischen Stil errichtete ehemalige Gerichtsgebäude. In den Seitenflügeln befand sich bis 1964 das Gefängnis. Im Januar 1887 wurde Wilhelm Voigt auf der Poststelle Angemünde wegen Urkundenfälschung verhaftet und für einen Tag in eine der Zellen gesperrt. Wilhelm Voigt erlangte als „Hauptmann von Köpenick“ weltruhm. Seit 2001 ist hier die Polizeiwache untergebracht.

Mein Blick fällt auf einen imposanten Kirchenbau in einiger Entfernung.

Also nichts wie hin. Nach einigen Wegminuten stehe ich vor der mittelalterlichen Stadtpfarrkirche St. Marien, erbaut im 13. Jahrhundert aus Feldsteinquadern. Im 15. und 16. Jahrhundert erhielt sie durch backsteingotische An- und Umbauten ihr heutiges Aussehen. Sie zählt zu den bedeutensten Kirchen der Uckermark und zu den ältesten Gebäuden der Stadt.
Leider, wie so häufig, ist auch diese Kirche verschlossen. Aber was steht da? „Für eine Besichtigung oder eine stille Andacht melden Sie sich bitte im Pfarrhaus“. Natürlich möchte ich diese Kirche besichtigen und treffe auf einen freundlichen, Zigarette rauchenden Herren vor dem Pfarrhaus, der mir bereitwillig das Heiligtum öffnet.
Ich bin von der Wuchtigkeit des Kirchenraums, insbesondere von der Decke begeistert. Überzeugt Euch selbst.
Weitere Informationen erhaltet Ihr hier!

Weiter gehts die Berliner Straße in Richtung Mündesee hinunter. Bereits von Weitem fällt mir die bestimmende ehemalige Mälzerei ins Auge. „Die ehemalige Mälzerei verkörpert an einem herausstehenden Standort in seiner schlichten jedoch opulenten Bauart das dynamische Streben der gründerzeitlichen Lebensmittelindustrie in Angermünde.“ heißt es auf dere Homepage der Stadt Angermünde.
1899-1900 entstand auf dem ehemaligen Burggelände die ehemalige Brauerei mit der Mälzerei. Sie gehörte ursprünglich zur Schultheis-Brauerei und war bis zum 2. Weltkrieg noch in Betrieb. In den Jahren 2016-2017 wurde das Gebäude saniert und zum Wohnhaus umgestaltet.

Die ehemalige Grenzburg am Mündesee. In ihrem Schutze entstand die heutige Altstadt. Im 16. Jahrhundert verfiel die Burganlage und wurde 1576 verlassen. Die Bürger bedienten sich an den Steinen für den eigenen Hausbau. Heute sind nur noch Fragmente von der Burg vorhanden.

Wenn schon mal am See nehme ich auch gleich den Weg entlang des Wassers und besichtige die Findlingsskulpuren.

Am Seetor, dem kleinsten der 4 Stadttore, verlasse ich den Park am See. Es diente hauptsächlich den Bürgern als Durchgang zu den Wiesen und Weiden oder zum Fischen. Das Seetor ist im Stadtwappen verewigt.
Ich gehe entlang der Jägerstraße zum Scharfrichterhaus und St. Marienkirche im Osten der Stadt.


Das Scharfrichterhaus entstand vermutlich 1624 und ist somit das älteste Gebäude. Zu den eigentlichen Aufgaben des Scharfrichters gehörten die Folter, das an den Pranger stellen, das Steupen (das Schlagen am Pranger) und die Hinrichtung. Heute dient es als „normales“ Wohnhaus.

Gleich anschließend steht die im 16. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Martinskirche. Hier gibt es leider keinen Hinweis auf Besichtigungsmöglichkeiten, also gehe ich weiter.

Über den Marktplatz geht es weiter zur Klosterkirche.

Die ehemalige Franziskaner Kloster-Kirche wurde im 13. Jahrhundert als Backsteinhallenkirche erbaut. Vom Kloster an der Stadtmauer ist leider nichts mehr zu sehen. Die Kirche wird heute als Kulturzentrum genutzt. Leider ist sie geschlossen.

Die Stadtmauer, erstmalig 1292 erwähnt, begleitet mich auf dem letzten Abschnitt meines Stadtrundgangs. Sie hatte eine ursprüngliche Höhe von 7 und eine Breite von 1 Meter. 4 Stadttore verbanden die Stadt mit dem Umland.
Zahlreiche kleine Befestigungstürme und Wieckhäuser dienten der Verteidigung. Von den ehemaligen Wehranlagen ist nicht mehr viel zu sehen.
Am Schluss gehe ich am Pulverturm im Friedenspark vorbei. Wie der Name schon sagt, diente er der Lagerung von Pulver. Aber auch als Kerker und Notquartier der Ärmsten diente der Turm. Heute beherbergt er eine Ausstellung zur Stadtgeschichte.

Mit diesen Fotos vom Bahnhof und voller neuer Eindrücke trete ich meine Heimreise an. Angermünde war eine Reise wert und ich werde sicherlich mal wieder kommen.

Die Bilder können durch anklicken vergrößert werden.

Ich bedanke mich bei den diversen Quellen für meine Texte. Hierzu zählen Wikipedia und die offiziellen Seiten der Stadt Angermünde. Ich hoffe, man sieht es mir nach.

Templin – Perle der Uckermark im Schnee

Kalt war es in der Uckermark während meiner Fotosafari im Februar 2021 durch die Perle der Uckermark. Der versprochene Sonnenschein bei strahlend blaubem Himmel fiel leider aus. Es war grau und diesig, machte dem Spass aber keinen Abbruch.

Am Schnittpunkt zweier wichtiger Handelsstraßen wurde Templin im Jahre 1270 gegründet. Die Stadt hat über die Jahrhunderte viel erlebt und wurde, wie die meisten Städte in Brandenburg und Mecklenburg, im 2. Weltkrieg zu 60 % zerstört. Auch viele Fachwerkhäuser fielen den Bomben und Bränden zum Opfer. Vieles ist wieder mit viel Liebe aufgebaut und restauriert. Heute ist Templin mit seinen rund 16.000 Einwohnern eine schnuckelige kleine Stadt, die an diesem kalten Wintersonntag eine Gemütlichkeit ausstrahl.

Meine Safari beginne ich im Zentrum am Marktplatz mit dem historischen Rathaus aus dem Jahre 1751. Alte Kellergewölbe weisen auf das Vorhandensein älterer Rathäuser an dieser Stelle. Der quadratische Marktplatz ist mit einer Lindenallee umgeben. Mitten auf dem Platz steht die Friedenseiche, die 1871 als Erinnerung an den Sieg über die Franzosen hier gepflanzt wurde. Das Kriegerdenkmal zum Gedenken an die in den Kriegen gefallenen Soldaten stammt von 1885.

In normalen Zeiten ist der Platz durch Wochenmärkte und Stadtfeste belebt.

An den angrenzenden Straße erfreue ich mich an schöner Architektur.

Vom Marktplatz biege ich in die Rühlstraße ein. Hier stehen die ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Ich schlendere die Straße entlang und genieße den Anblick der restaurierten Gebäude. In diesen Häusern zu wohnen muss ein besonderes Erlebnis sein.

Am Ende treffe ich auf den Eulenturm, ehemals Hungerturm genannt. Aber was ist das? In ca. 6 Meter Höhe befindet sich eine Tür. Ist der Turm gewachsen oder handelt es sich um einen Schildbürgerstreich? Weder noch! Der Turm diente als Gefängnis. Die Insassen wurden durch die Tür in den Teil des Turms ohne Fenster und Tür hinunter gelassen. Es kam auch schon mal vor, dass der Inhaftierte vergessen wurde. Gleichzeitig diente der Turm als Beobachtungsposten.

Ich folge der Stadtmauer und komme zum Akzisehaus, auch bekannt als Torschreiberhäuschen. Hier mußten die Händler Steuern und Zölle auf die mitgebrachten Waren bezahlen. Man stelle sich vor, heutzutage würde jede Stadt und jede Gemeinde so verfahren.

Weiter geht es entlang der Stadtmauer zum Pulverturm. Wie der Name schon sagt, wurde hier Schießpulver aufbewahrt. Er entstand im 15. Jahrhundert aus einem in die Stadmauer eingelassenen Wieckhaus.

Die nächste Station auf meinem Rundgang ist das Prenzlauer Tor. Es ist das jüngste Tor. Zur Anlage gehören die Röhnisch-Anlage sowie das Vortor.

Teil des Gebäudekompleses des Prenzlauer Tors mit dem Museum ist der Röhnisch-Platz, benannt nach dem Ehepaar Röhnisch. Erna Taege-Röhnisch war eine anerkannte Heimatschriftstellerin und Mundartautorin. Zuammen mit ihrem Ehemann Fritz Röhnisch (Buchhalter und Kreistagsausschussangestellter) baute sie das Templiner Heimatmuseum auf.

Röhnisch-Platz

Auf dem Weg zum Eichwerder Tor treffe ich auf alte Holzhäuser. Hintergrundinformationen waren leider nicht zu recherchieren.

Das Eichwerder Tor entstand 1909 als Stadtmauerdurchbruch, um einen kürzeren Weg zum Stadtsee und einen bequemeren Weg zur 1910 eröffneten Bürgerschule zu schaffen. .

Die nächste Station ist das im 14. Jahrhundert errichtete Mühlentor. Es ist das älteste und zugleich kleinste der drei Stadttore.

Der Rundgang entlang der Stadtmauer endet am Berliner Tor.

In der Berliner Staße, der ehemaligen Königsstraße, nahe des Berliner Tors, steht die St. Georgen Kapelle. Sie ist im 14. Jahrhundert erbaut, wurde niemals zerstört und ist so das älteste Gebäude der Stadt Templin.

Die Berliner Straße überzeugt mit schönen Fachwerkhäusern.

Den Abschluss meines Spaziergangs durch die Perle der Uckermark bildet die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Sankt-Marien-Magdalenen-Kirche. Leider konnte ich die Kirche wegen der besonderen Umstände nicht besichtigen. Vielleicht ein anderes mal.

Fotos von mir. Auch hier gilt, dass ich mich von den Auswührungen bei Wikipedia und den offiziellen Seiten der Stadt Templin habe inspieren lassen.

Jahreswechsel an der Ostsee

Dem üblichen Berliner Wahnsinn entfliehend zieht es mich auf der Suche nach Ruhe und Entspannung dieses Silvester erneut an die Ostsee. Diesmal geht es nicht an die polnische Ostseeküste sondern an die westpommersche, zur Hanse- und Universitätsstadt Greifswald. Sie zählt zu den bedeutendsten Städten entlang der Europäischen Route der Backsteingotik. Erste urkundliche Erwähnung 1248 als Besitzung des 1199 gegründeten Klosters Eldena.

Dem aufmerksamen Betrachter wird auffallen, dass nicht alle nachfolgenden Fotos im Winter geschossen wurden. Ein Teil stammt von einem Besuch im Sommer letzten Jahres.

Tag 1

Im Morgengrauen geht es los, die Autobahn ist noch wenig frequentiert und so fährt es sich entspannt nach Norden. In Greifswald angekommen geht es erst einmal zum Hotel am Dom. Dieses Hotel liegt in der Fußgängerzone und ist mit dem Auto nur über einen Umweg erreichbar. Nach einer Ehrenrunde erreiche ich das Hotel, besser gesagt den Parkplatz des Hotels. Obwohl noch Vormittag habe ich das Glück, mein Zimmer bereits beziehen zu können. So kann ich erst einmal in Ruhe frühstücken.

Danach mache ich mich auf den Rundweg um die Altstadt. Immer entlang der ehemaligen Wallanlagen. Die erste Station ist der alte bzw. Museumshafen Ryck.
„Der Greifswalder Museumshafen ist mit seinen mehr als 50 Schiffen der größte Museumshafen Deutschlands. Historische Schoner, Schlepper und Barkassen säumen den Fluss „Ryck“ zu beiden Seiten und erinnern an die Blütezeit der Segelschifffahrt Mitte des 19. Jahrhunderts. Hinweistafeln vor den Schiffen informieren über Schiffstyp, Baujahr und Geschichte. Einige der Schiffe gehen noch auf Fahrt und nehmen Gäste für einen Segeltörn mit an Bord, andere wurden zu Restaurantschiffen umgebaut.“ (Quelle: Greifswald.info).

Auf Höhe des Fangelturms verlasse ich die Hafenpromenade und biege rechts ab in die Wallanlagen. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Silhouette Greifswald mit den Türmen von St. Jacobi, St Nicolai und St. Marien. Es geht am Pommerschen Landesmuseum sowie an den Gebäuden der Universität Greifswald vorbei.

Nach Vollendung des Rundgangs, der auch teilweise ein Caspar David Friedrich Rundweg ist, begebe ich mich auf die vergebliche Suche nach dem Caspar David Friedrich Denkmal. Entweder die Hinweisschilder sind missverständlich oder ich konnte sie nicht korrekt interpretieren.

Also entschließe ich mich dem Ruf meines Magens zu folgen und erst einmal zu Mittag zu essen. Hierzu wähle ich das Braugasthaus „Fritz“ am Marktplatz, gegenüber dem Rathaus, aus. Das Backsteingiebelhaus stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Tag 2

Heute treffe ich mich mit meinem in Greifswald geborenen Freund Jörg. Von ihm habe ich mir zu Weihnachten eine Führung durch sein Greifswald gewünscht.

Wir starten bei eisigen Temperaturen beim Lila Bäcker (Vorsicht: Schleichwerbung) bei einem Pott Kaffee und dann geht es gleich los. Gegenüber des Lila Bäckers befindet sich das „Rote Rathaus“, rot wegen der roten Fassadenfarbe. Unten im Rathaus befand sich der übliche Ratskeller. Hier trafen sich Jörg und seine Freunde immer dann, wenn es Staropramen gab. Da dies nicht häufig war und es sich um die sogenannte Bückware handelte beorderte der Wirt die privilegierten Gäste in die Weinstube, wo hinter verschlossenen Türen die Köstlichkeit getrunken wurde.

Gegenüber des Rathauses liegt das Braugasthaus „Fritz“, ehemalige HO-Gaststätte. In rustikaler Atmosphäre werden vorzügliche selbstgebraute Biere angeboten. Etwas zu Essen gibt es auch.

Von hier aus geht es in die hinter dem Markt liegende Brüggstraße, wo sein Kumpel unter‘m Dach wohnte und man sich wiederholt traf. Zu fast jedem Haus wußte Jörg etwas zu erzählen. Hier war Schuster sowieso, hier hatte Onkel Paul sein Geschäft, dort wohnte Lehrer Kruse, dort drüben arbeitete seine Mutter im Reisebüro, an der Ecke hatte Tante weiß ich nicht ihren Uhrenladen usw.

Entlang geht es die Wallanlage, wo die Steppkes rodelten (Anmerkung des Verfassers: Das war anno dazumal, als es noch Winter gab und die Erde von einer weißen, zuckerähnlichen Masse, genannt Schnee, überzogen war). Ein kleiner Abstecher führte zur katholischen Kirche St. Joseph, in deren Kindergarten Jörg seine ersten Jahre verlebte. Vorbei am Schwanenteich, wo man sich zum Schlittschuh laufen traf (heute Teil des Tierparks) ging es der Ryck folgend zum Hafenmuseum, Im Greifswalder Ruderclub zupfte Jörg den Bass.

Von dort geht es zum Mühlentor (von einem Tor war weit und breit nichts zu sehen, da es bereits 1800 abgerissen wurde). Unterhalb des ehemaligen Tores, dessen Lage im Pflaster angedeutet ist, wurde vor wenigen Jahren ein ehemaliges Kellergewölbe entdeckt. Der Zugang wurde wieder verschlossen.

Da sich nach der Wanderung der Magen meldete kehrten wir im Greifswalder Logenhaus zum Lunch ein. 1756 wurde in der damalig schwedischen Stadt Greifswald eine Armeeloge gegründet. Zu Jörgs Zeiten war es bis 1977 das Clubhaus der Universität, danach bis 1989 Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft.

So gestärkt zeigt mir Jörg sein Geburtshaus mit der Wohnung im Dachgeschoss. So manchen Schabernack hat Jörg mit seinen Freunden dort veranstaltet.

Mit dem Auto geht es zur Klosterruine Eldena und von dort zum Fischerhafen Wieck.

Tag 3

Nach diesem wundervollen Erlebnis mit einem Zeitzeugen geht es heute nach einem ausgiebigen Frühstück in die am Strelasund gelegene Hansestadt Stralsund mit ihren beeindruckenden Gebäuden der norddeutschen Backsteingotik.
Auf dem Altmarkt ist sogar noch der Weihnachtsmarkt aufgebaut, der zu früher Stunde noch ein wenig im Dornröschenschlaf liegt.
Platz bestimmend sind das Alte Rathaus sowie die Nikolaikirche, beide im Stil der norddeutschen Backsteingotik.
„Die Schaufassade des alten Rathauses ragt seit Jahrhunderten meterhoch in den Stralsunder Himmel und ist so zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Der bedeutendste Profanbau der deutschen Ostseeküste lässt uns heute noch Ruhm und Reichtum der Hansezeit erahnen. Die Anfänge des Baus gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück.“ (Quelle: Homepage der Stadt Stralsund).



Ich wende mich der beeindruckenden St. Nikolaikirche zu, die auf das 13. Jahrhunder zurückgeht. Sie ist die älteste der drei Stadtkirchen und zieht mich mit ihrer Größe und ihrem, für einen evangelische Kirchenbau ungewöhnlichen, Reichtum in den Bann.

Nach diesem Genuss gehe ich durch den reizvollen barocken Galeriegang des Rathauses zur Einkaufsstraße

und schlendere dieser Straße entlang zum Neuen Markt und damit zur St. Marienkirche. Die größte Pfarrkirche Stralsunds wurde 1328 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist die jüngste Backsteinbasilika des Ostseeraums. Innen beeindruckt der Kirchenbau mit seiner Größe und ist nach der Danziger Marienkirche die größte Backsteinkirche im Hanseraum. 

An der Hafeninsel liegt das 1933 bei der Hamburger Werft Blohm+Voss gebaute ehemalige Segelschulschiff Gorch Fock I. Ab 1950 segelte das Schiff als Segelschulschiff der russischen und ab 1991 der ukrainischen Handelsmariene. 2003 kaufte ein gemeinnütziger Verein das Schiff und brachte es nach Stralsund zurück.
Sie hat nichts mit der in die Schlagzeilen geratene Gorch Fock der Bundesmarine zu tun. Gorch Fock ein bekannter Schriftsteller aus Finkenwerder, der unter diesem Pseudonym unter anderem „Seefahrt ist Not“, eine Geschichte einer Fischerfamilie aus Finkenwerder, geschrieben. Mit diesem Werk wurde Rudolf Kienau, wie sein bürgerlicher Name lautet, bekannt.
Mit der Besichtigung dieses geschichtsträchtigen Schiffes endet mein Ausflug nach Stralsund und es geht wieder zurück nach Greifswald.

Den Nachmittag nutze ich zur Besichtigung des Doms St. Nikolai sowie der St. Marienkirche in Greifswald.
St. Nikolai ist das Wahrzeichen der Stadt und ist dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute gewidmet.

Die evangelische St. Marien-Kirche, im Volksmund Dicke Marie genannt, ist die älteste der drei großen Kirchen in Greifswald.

Heute finde ich auch das Caspar Davi Friedrich Denkmal. Caspar David Friedrich wurde 1774 in Greifwald geboren und gilt als berühmtester Maler und Zeichner der Deutschen Früh-Romantik.

Tag 4

Es ist ein schöner, sonniger Silvestertag. Bestens geeignet für einen Spaziergang entlang der Ryck nach Wieck, einem kleinen ehemaligen Fischerdorf an der Mündung der Ryck in die Dänische Wieck, einer Bucht des Greifwalder Boddens. Wieck ist eine beliebter Ausflugsort für die Greifswalder und die Touristen und hat heute rund 470 Einwohner. Zur Belohnung für die „Strapaze“gönne ich mir eine Wiecker Fischsuppe und eine Kutterscholle bevor es per Bus wieder zurück nach Greifwald geht.

Bekannte Wiecker Zugbrücke

Tag 5 – Rückfahrt

Voller schöner Eindrücke und mit vielen geschossenen Fotos mache ich mich auf den Weg zurück nach Hause. Unterwegs ein kurzer Abstecher zur „Windmühlenstadt“ Woldegk und ich nehme mir vor, hier im Frühjahr nochmals vorbeizuschaue um die sechs Windmühlen, die der Stadt ihren Ehrennamen geben, zu besichtigen.